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Sabine Bongenberg
Viel heiße Luft im heißen Berlin

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Sep 2019

Walter Noack kennt sie alle: Die Sprücheklopfer, die Hater, die Verschwörungstheoretiker, die Hetzer – und er löscht sie alle. Zumindest virtuell, denn Noack verdient seine Berliner Schrippen damit, Kommentare zu den Artikeln einer großen Berliner Zeitung zu prüfen. Wie weiland beim wackeren Aschenputtel werden die „guten“ Kommentare „approved“, die hasserfüllten dagegen „deleted“.

Bei diesem Job unterstellen die anonymen und mehr oder weniger rechts ausgerichteten Schreiber gerne, dass Noack Bestandteil der „Lügenpresse“ ist, zensiert er doch ihre gut formulierten und durchdachten Kommentare, die allenfalls keinerlei Nettikette entsprechen. Aber wer wird denn schon kleinlich sein, so richtig böse meint es doch keiner, und meint man es doch so, dann hat die Gegenseite das ja verdient.

Autor widmet sich zwei speziellen Bereichen

Johannes Groschupf taucht bei seinem in der Ich-Form erzählten Thriller gleich in zwei spezielle Bereiche ein: Einerseits in den der anonymen Kommentarschreiber, die sich die Nächte um die Ohren hauen, um ihre persönlich eingefärbten, aggressiven, dummen Hate-Kommentare im Netz zu verbreiten.

Andererseits lernt der Leser die so genannten „Prepper“ kennen. Diese Gruppierung rechnet jederzeit mit einer Katastrophe und wappnet sich für einen Überlegenskampf, in dem jeder auf sich alleine gestellt ist. Der Auftakt des Krimis ist somit dann auch schon fast poetisch: der Protagonist Walter berichtet von einer seiner nächtlichen Trainingseinheiten, die ihn an Berliner Kuriositäten und an Treibgut der Nacht vorbei zieht.

Hätte Groschupf sich insbesondere auf diese Erzählungen und diese Schiene konzentriert, wäre neben einem Krimi ein fast schon poetisches Werk über die Eigenheiten Berlins entstanden. Unglücklicherweise setzt der Autor aber den besonderen Schwerpunkt auf die verbalen Ausbrüche der Hater-Szene, und auch wenn diese Zitate zu Beginn noch halbwegs zu interessieren vermögen, lässt doch dieses Interesse angesichts ihrer Flut alsbald rapide nach.

Wenig Platz für den eigentlichen Plot und die Mördersuche

Johannes Groschupf allerdings wird nicht müde immer mehr dieser Unflätigkeiten zu publizieren, so dass ich mich irgendwann fragte, ob dieses Buch nur eine besonders perfide Masche darstellt, diesen Mist doch tatsächlich dann einmal zu veröffentlichen. Angesichts dieser permanenten Wiederholungen bleibt unglücklicherweise nur noch sehr wenig Platz für den eigentlichen Plot und die Mördersuche, auch die Prepperszene sucht man in weiten Teilen des Buchs vergeblich.

Fazit:

Unglücklicherweise wird hier eine richtig gute Idee für ein spannendes Werk verschenkt. Der Krimi – der Begriff Thriller wird hier bewusst vermieden – kratzt nur an der Oberfläche und erschöpft sich in allerlei Banalitäten. Daran ändert auch nichts, dass Johannes Groschupf seinen Helden als Menschen darstellt, der zunehmend den Bezug zur Großstadt, zur Welt an sich und zu seinen Mitbürgern oder Kollegen verloren hat. Ein interessanter Krimi um eine haltlose Person auf der Suche nach Sinnerfüllung wäre hier mit einem spannenden Umfeld denkbar gewesen – leider verliert sich diese Idee vollständig in den sinnlosen Hate-Kommentaren.

Berlin Prepper

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Letzte Kommentare:
12.09.2019 13:47:47
Bent Bär

Im Sommerurlaub gelesen. Anfangs gefiel mir das Buch, dann verliert sich der Autor in endlosen Beschreibungen was die Straßen Berlins angeht.
Die Spannung konnte nicht das ganze Buch gehalten werden und fiel ab. Sehr schade. Hier gebe ich der Rezession im Fazit recht.
Wenn ich eine Wertung abgeben darf, gebe ich 52 Grad, da ich das Buch immerhin zu Ende gelesen habe.