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Almut Oetjen
Daniel Hawthorne und Anthony Horowitz: Der zweite Fall

Buch-Rezension von Almut Oetjen Aug 2019

Oktober 2013: Der erfolgreiche Scheidungsanwalt Richard Pryce wird in seinem Londoner Haus in Hampstead Heath mit einer 2000 Pfund teuren Flasche 1982 Château Lafite Rothschild Pauillac niedergeschlagen und mit dem abgebrochenen Flaschenhals massakriert. An die Wand neben der Leiche ist in grüner Farbe die Zahl 182 gepinselt. Ebenso mysteriös sind die letzten Worte Pryces, die sein Ehemann Stephen Spencer am Sonntag Abend um acht Uhr am Telefon mitgehört hat: „Was machst du hier? Es ist etwas spät…“

Die Polizei beauftragt den Privatdetektiv und Ex-Polizisten Daniel Hawthorne, die zuständige Beamtin DI Cara Grunshaw zu unterstützen. Hawthorne überredet den zunächst widerwilligen Autor Anthony Horowitz, ihn als Biographen zu begleiten. 

Hauptverdächtig ist die feministische Autorin Akira Anno, die Pryce in einem Restaurant bedroht hat. Sie war aus dem Scheidungsverfahren, bei dem Pryce ihren Ex-Mann Adrian Lockwood vertrat, als klare Verliererin hervorgegangen. Auch Unternehmer und Multimillionär Lockwoood ist verdächtig. Pryce hatte entdeckt, dass er wie Anno seine finanziellen Verhältnisse verschleiert und damit die Scheidungsvereinbarung gefährdet hatte. Von seinem Tod profitieren die Erben, Ehemann Stephen Spencer, der eine Affäre hat, und seine langjährige Freundin Davina Richardson. Anscheinend wollte er die Unterstützung für die verwitwete Davina und ihren Sohn Colin einstellen.

Ermittler glaubt bei tödlichem Unfall nicht an einen Zufall

Hawthorne erfährt, dass sich am Vortag des Mordes ein tödlicher Unfall in King’s Cross ereignete. Gregory Taylor aus Ingleton, Yorkshire, hatte seinen Studienfreund Richard Pryce besucht, um ihn um Geld für eine lebensrettende Operation zu bitten. Auf dem Heimweg geriet er unter einen Zug.

Hawthorne glaubt nicht an einen Zufall.

Taylor und Pryce hatten eine gemeinsame Vergangenheit. Sie waren Höhlenkletterer, bis vor sechs Jahren ihr Studienfreund Charles Richardson, Davinas Mann, bei einer gemeinsamen Klettertour im Long Way Hole in den Yorkshire Dales starb. Offiziell war es ein Unfall, doch seit dem Tag mieden sich Pryce und Taylor.

Und nun sind alle drei Freunde tot.     

Ein Mordfall, der mordsgefährlich ist

„The Sentence is Death“ ist der zweite Roman einer Reihe mit Privatdetektiv Daniel Hawthorne und Autor Anthony Horowitz. Der clever konstruierte Whodunit erzählt eine Mordgeschichte im Stil von Agatha Christie, mit Parallelen zu Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Geschichte „A Study in Scarlet“, die der Täter kopiert. Er enthält alle wichtigen Ingredienzien: überraschende Wendungen, eine Verfolgungsjagd, einen geheimnisvollen Mann mit blauer Brille, ein halbes Dutzend Verdächtige und diverse red herrings, denen die Ermittler kreuz und quer durch London bis nach Yorkshire folgen. Die am Ende präsentierte Auflösung ist unvorhersehbar, aber vollkommen logisch.

Neue Entwicklungen und Enthüllungen verringern nicht, sondern erhöhen die Anzahl der Verdächtigen, alle lügen oder verbergen etwas. Daneben gibt es zahlreiche Indizien, wie die Farbe grün und die Zahl 182, für die es verschiedene Erklärungen gibt. So ist sie die Zahl für Annos Haiku, deren dritte Verszeile identisch mit dem Romantitel ist.

Horowitz’ Stärke sind seine vielen Details und deren Genauigkeit, seine Fähigkeit, clevere linguistische Hinweise im Text zu verstecken. Seine penible, akkurate Erzählweise, das Ineinandergreifen und die Passgenauigkeit der Einzelteile, die sich am Ende perfekt zu einem Ganzen zusammenfügen, entsprechen der Art, wie Hawthorne seine Airfix-Modelle zusammenbaut. Die Detailfreude erfordert ein aufmerksames Lesen.

Dynamik zwischen den gegensätzlichen Charakteren sorgt für dramatischen Zündstoff

Die spannende Kriminalstory treibt die Handlung voran, doch die Dynamik zwischen den beiden gegensätzlichen Charakteren Hawthorne und Horowitz, die zumindest eine Gemeinsamkeit (s.o.) haben, sorgt für dramatischen Zündstoff mit teils komischen Zügen. Den Ton zwischen den Hauptfiguren setzt das erste Kapitel, als Hawthorne die Außenaufnahmen zu einer Folge der Fernsehserie „Foyle’s War“ sprengt, indem er mit einem neuen Taxi in die historische Szenerie hineinplatzt.

Hawthorne ist so unsympathisch wie im ersten Buch, „The Word is Murder“ („Ein perfider Plan“), und er bleibt weiterhin ein Rätsel, ein ständiges Ärgernis, unter dem Horowitz physisch und psychisch leidet. Er ist rücksichtslos, homophob und vielleicht noch mehr. Horowitz will ihn als Heldenfigur in einem sympathischeren Licht darstellen, sein extremes Verhalten verstehen. Die Leser sollen ihn mögen. Hawthorne ist mal verletzlich wie ein Kind, dann wieder aggressiv und abweisend. Horowitz vermutet ein schweres Trauma in der Kindheit, fühlt sich bestätigt durch eine seltsame Begegnung in einem Pub in Yorkshire.

Die fiktive Rolle als Autor bringt so ihre Probleme mit sich

Hawthorne ist nicht der einzige negative Charakter. Der als rasiermesserscharf und gewissenhaft ehrlich geltende Pryce stellt sich als Heuchler heraus, Adrian Lockwood wird mit einem Hai verglichen, Cara Grunshaw ist bösartig und intrigant, anders als DI Meadows aus dem ersten Fall, der lediglich korrupt ist. Akira Anno ist aggressiv, droht Horowitz und beleidigt ihn als kommerziellen Schriftsteller. Ihr Geheimnis ist besonders schmutzig.

Horowitz schreibt über seine fiktive Rolle als Autor und die damit verbundenen Probleme. Als Hawthornes Chronist hat er den Job, dessen Untersuchung zu folgen, die Fragen zu notieren und gelegentlich zu versuchen, mit wenig Erfolg, den Antworten einen Sinn zu geben. Die Aufgabe ist frustrierend, weil er weniger selbst schreibt als ein Diktat aufnimmt, weder den Fortgang des Romans kennt noch Hawthornes Überlegungen, deshalb nicht weiß, was wichtig oder unwichtig ist. Hawthorne findet Horowitz’ Aufzeichnungen hilfreich, wenig schmeichelhaft vergleicht er ihn mit einem Reisejournalisten, der nicht weiß, wo er sich befindet.

Wird Horowitz selber aktiv, stolpert er von einem Desaster ins nächste. Er übersieht Indizien, zieht falsche Schlussfolgerungen, bringt sich in Lebensgefahr. Zudem wird er in einer faszinierenden Nebenhandlung zu einem Spielball zwischen DI Cara Grunshaw und Hawthorne in dem unerbittlichen Kampf darum, wer als erster den Täter präsentiert.

Es ist nicht unbedingt erforderlich, beim Lesen die Reihenfolge einzuhalten, aber zu empfehlen. Denn „The Sentence is Death“ bezieht sich gelegentlich auf „The Word is Murder“ („Ein perfider Plan“), und die Entwicklung zwischen den beiden Hauptfiguren ist besser nachvollziehbar.

Fazit:

Anthony Horowitz’ „The Sentence is Death“ ist nach „The Word is Murder“ („Ein perfider Plan“) der zweite Roman in der Reihe um Privatdetektiv Daniel Hawthorne und Autor Anthony Horowitz. Spannend, originell, komisch, selbstironisch und ungemein unterhaltsam.

The Sentence is Death

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