Die Plotter

Erschienen: November 2018

Bibliographische Angaben

Rainer Schmidt (Übersetzung)

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Jörg Kijanski
Die Killer-Elite bekommt Konkurrenz

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2019

Seit 90 Jahren werden in der Bibliothek, dem „Dog House“, alle politischen Morde in Süd-Korea geplant. Chef der Killer-Elite ist Old Raccoon, der einst Raeseng als Findelkind bei sich aufnahm. Raeseng, inzwischen selbst einer der gefragtesten Auftragsmörder, hat seinen jüngsten Einsatz verpatzt. Ein alter Mann, einst General, soll erschossen werden, doch stattdessen lädt ihn das vermeintliche Opfer zum Abendessen ein.

Die Anweisungen der Plotter an den Killer lauten immer und überall gleich: „Wer hat dir gesagt, du sollst denken? Halt den Mund und drück ab.“

So verzögert sich die Tat um einen Tag, und was noch schlimmer ist, Raeseng bringt die Leiche des Ex-Generals zu Bear, der diese in seinem Haustier-Krematorium zu feinster Asche verarbeitet. Alle Spuren beseitigt, dabei sah sein Auftrag anders aus.

Die Leiche sollte gefunden werden damit Ermittlungen stattfinden, schließlich ist in wenigen Wochen eine wichtige Wahl. Ein Abweichen vom festgelegten Plot des Mordes geht gar nicht, da sind die Plotter eigen und so gerät Raeseng selbst auf die Todesliste. Dabei ist zunächst gar nicht klar, wer seinen Kopf fordert und wer seinen Tod arrangiert…

Un-su Kim als Überraschungsstar aus Südkorea gefeiert

Ob Spiegel, Zeit oder FAZ, „Die Plotter“ sind der Geheimtipp aus Fernost. Südkorea muss demnach ein schlimmes Land sein, denn alle politischen Morde werden organisiert und arrangiert, indem Drehbücher geschrieben werden. Diese sind unbedingt einzuhalten. Die Welt der Plotter, jener Drehbuchschreiber, ist seit dem Einbruch der Militärdiktatur ins Wanken geraten. Neue Organisationen fluten den Fleischmarkt, auf dem man alles kaufen kann und moralische Wertvorstellungen niemanden interessieren.

Bevor die Plotter ihre Killer losschicken, sind zunächst die Tracker gefragt, die die jeweilige Zielperson ausfindig machen und über diese umfangreiche Informationen zusammenstellt. Ist das Werk vollbracht, landen die Opfer der „Bibliothek“ meist bei Bear und seinem Tierkrematorium, wo sie verbrannt und anschließend zu feinster Asche verarbeitet werden.

„Hanja hat diesmal eine echte Bestie engagiert. Nennt sich „der Friseur“. Hast du schon von ihm gehört?“

„Nur gerüchteweise.“

„Es heißt, er ist ein Cleaner. Und er ist gnadenlos. Er ist darauf spezialisiert, Leute wie uns auszuschalten. Ziemlich furchterregend, der Kerl. Was hat es für einen Sinn, siebenundzwanzig Mal auf jemanden einzustechen? Wenn ich sehe, dass der große Chu auf diese Weise aus dem Weg geräumt wird … welche Chance haben wir dann?“

Raeseng, ein inzwischen völlig desillusionierter Protagonist, ist in seinem jüngsten Fall vom Plot abgewichen. Nicht zum ersten Mal, wobei er feststellen muss, dass andere Killer in seiner Umgebung nach auffällig gleichem Muster sterben. Erst Trainer, dann Chu, zuletzt Jeongan, sein bester Tracker. Steckt dahinter Hanja, der Old Raccoon seinen Platz streitig machen will? Ist sein Meisterkiller der gefürchtete Friseur und wer ist die geheimnisvolle Mito?

In einem furiosen Wettlauf gilt es zu überleben. Doch fragt sich Raeseng immer wieder, ob er dies überhaupt will? Mit 32 Jahren ist es in seinem Metier ohnehin schon ein Wunder, dass er noch am Leben ist. Hätte er sich doch damals für jene junge Fabrikarbeiterin entschieden, vielleicht wäre ein anderes Leben möglich gewesen.

„Wie viele rauchst du pro Tag?“

„Zwei Schachteln.“

„Siehst du nicht fern? Lungenkrebs ist die tödlichste Krebsart und wenn du rauchst, ist es fünfzehn Mal wahrscheinlicher, dass du Krebs kriegst. Ein starker Raucher wie du kann fest damit rechnen.“

„Ich bezweifle, dass ich in diesem Geschäft lange genug überlebe, um Lungenkrebs zu kriegen.“

Ein letzter großer Kampf steht an, die Welt der Plotter steht Kopf und mit ihnen der Leser dieses atemberaubenden Werkes, welches aber teils ein wenig sperrig ist, da man die Gedankenwelt des Autors nicht immer zu fassen vermag. Gekonnte Zeitsprünge wollen beachtet werden und wer die Geschichte Koreas (Übergang von der Militärmacht zur Demokratie) kennt, wird die Feinheiten und Anspielungen von Un-su Kim noch besser verstehen.

Fazit:

Wer sich auf ein aus dem üblichen Thrillergenre fallendes Werk einlassen möchte, greift bei dieser oft surreal wirkenden Geschichte zu und macht womöglich eine großartige Entdeckung. Neben einigen philosophisch anmutenden Fragestellungen gibt es eine gehörige Portion Gewalt, die nicht selten per Messer ausgetragen wird.

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