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Michael Seitz
Nicht nur Mord im Perigord

Buch-Rezension von Michael Seitz Jun 2019

Bruno, Dorfpolizist im ebenso beschaulichen wie fiktiven Örtchen St. Denis im Perigord, wird befördert! Er trägt nun auch die Verantwortung für die beiden Dorfpolizisten der Nachbargemeinden. Noch ehe er aber recht dazu kommt, sich mit den Implikationen dieser neuen Rolle zu befassen, wird er zu einem Tatort gerufen. Eine schöne Frau wurde im Hause eines Iren ermordet in der Dusche aufgefunden. Ein sauberer Stich mitten ins Herz der Dame, die sich als zweite Ehefrau eines schwerreichen und in Texas im Sterben liegenden Sicherheitsunternehmers entpuppt. Die wurde bereits vermisst, war Sie doch zu einem einwöchigen Kochkurs nicht erschienen, den Brunos Freundin und Ex-Geliebte Pamela neuerdings auf Ihrem Reiterhof anbietet und an dem Bruno natürlich auch nicht unbeteiligt ist. Bruno durchsucht das weitläufige Grundstück des vermeintlichen Iren und findet dabei alsbald den Hausherrn aufgeknüpft an einem Obstbaum, eine umgestoßene Leiter zu seinen Füßen. Alles deutet auf Selbstmord hin.

Aber warum bringt ein offenbar wohlhabender und sorgenfreier Besitzer eines üppigen Anwesens zunächst seine Geliebte um, mit der er zuvor noch ausgiebig gespeist  und anschließend Sex gehabt hat, um dann selbst Hand an sich zu legen? Und wo ist das schmale Messer, mit dem die Frau getötet wurde? Während sein Freund J.J., Leiter der Mordkommission in Perigeux, diesen Fragen nachgeht, zieht Bruno über sein bekanntermaßen umfangreiches lokales Netzwerk eigene Erkundigungen über den Verblichenen ein, und alsbald stellt sich heraus, das der Tote nicht der war, der er zu sein vorgab. Und schon findet sich unser Bruno wieder einmal in einer internationalen Affäre wieder, die Vertreter verschiedener Geheimdienste und auch seine große Liebe Isabelle in die beschauliche Dordogne lockt.

Mehr Kulinarisches als Kriminalistisches

Wie in den meisten Bruno-Romanen versteht es Walker geschickt, die Kriminalgeschichte mit dem täglichen Leben und Treiben in seiner Wahlheimat Perigord zu verweben und neben ein paar neuen Rezepten aus dem schier unerschöpflichen kulinarischen Repertoire dieses Landstriches auch ein paar menschelnde Nebenhandlungen einzubauen. So ist Paulette, Star der von Bruno höchstselbst trainierten Frauen-Rugbymannschaft von St. Denis und im Gespräch für den französischen Olympiakader in dieser Sportart, schwanger, und niemand weiß von wem. Auch darum muss sich Bruno natürlich kümmern, und es gibt ihm Anlass zu ein paar moralisch-philosophischen Betrachtungen.

Bei alldem gerät allerdings der eigentliche Kriminalfall doch ziemlich in den Hintergrund. Über bald 200 Seiten schleppen sich die Ermittlungen etwas ziellos und ohne rechte Fortschritte dahin, fast bis zum unvermeidlichen Showdown ganz am Schluss. Die in den Vorgängergeschichten doch manchmal arg übertriebene „Action“ wurde hier  erfreulicherweise deutlich zurückgefahren, aber auch Gelbwesten, „Front“-Nationalisten oder sonstige Hinweise auf die aktuell politisch brisante Lage in Frankreich sucht man vergebens. Stattdessen gibt es viel zu erfahren über das Leben, das Lieben und das Speisen im „France Profonde“. Keineswegs langweilig, aber die Kriminalgeschichte, obwohl durchaus logisch und auch nicht ohne Aktualität, bleibt eher skizzenhaft.

Bruno macht auch mal Fehler

Erstaunlich - und das durchaus im positiven Sinne  - ist auch, dass Bruno hier einmal Fehler machen darf und auf diese Weise nicht mehr ganz und gar als der unfehlbare Superpolizist erscheint ,wie in manch anderen Folgen der Serie. So treibt Ihn sein Bestreben, die ausländischen Kollegen, die hinzugezogen werden, und nicht zuletzt auch Isabelle mit seinem Scharfsinn zu beeindrucken, zu einer fatalen Fehleinschätzung, und auch seine Vermutungen zu Paulette’s Schwangerschaft liegen daneben. Der Autor scheint erkannt zu haben, dass ein Ermittler, der immer nur das richtige tut, auf Dauer ziemlich langweilig wird.

Fazit:

Wer hier einen spannenden „Page-Turner“ erwartet, dessen Ausgang man ungeduldig entgegenfiebert, der wird enttäuscht sein. Wer allerdings eine angenehm prickelnde Strandlektüre mit viel französischem Lokalkolorit für die bevorstehenden Sommerferien sucht, der ist hier genau richtig.

A Taste for Vengeance

A Taste for Vengeance

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