Spätsommermord

Erschienen: März 2019

Bibliographische Angaben

Marie-Sophie Kasten (Übersetzung)

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Sabine Bongenberg
Bis dass der Tod uns scheidet

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Jun 2019

Es soll ein neuer Anfang werden, als sich die Polizistin Anna Vesper mit Kind (Tochter Agnes) und Kegel (Hund Milo und dem gesamten Hausrat) aufmacht, um im ländlichen süd-schwedischen Nedanas einen neuen Start zu wagen. Alsbald erfährt sie aber, dass Neid und Gier nicht auf die Großstädte beschränkt sind, und sie auch auf dem Land gezwungen ist, sich ihre Position zu erkämpfen.

Anna sieht sich dabei einem Mehrfrontenkrieg ausgesetzt: Zum einen wird sie in Ermittlungen hereingedrängt, da nach wie vor Zweifel daran bestehen, ob der Unfalltod des 18-jährigen Simon vor mehr als 25 Jahren tatsächlich ein Unfall war. Zum anderen werden Fragen aufgeworfen, ob beim Suizid des seinerzeit in die Geschehnisse um diesen Tod verwickelten Joe tatsächlich die notwendige „Freiwilligkeit“ gegeben war.  Nicht zuletzt überschattet Annas persönliches Drama um den Tod ihres charismatischen Mannes ihr Leben.

Tod eines musikalischen Genies

Anders de la Motte schildert weite Teile seines Romans, der in Schweden zum Bestseller aufstieg,  auf zwei Ebenen. Im Prolog und in der Folge kapitelweise werden die Ereignisse geschildert, die zum Tod des musikalischen Genies Simon führten. Gerade eben hatte er sich mit seinen Freunden ewige Freundschaft geschworen – schon ist das Leben vorbei, und es stellt sich die Frage, ob der junge Mann tatsächlich allein an den Folgen eines tragischen Unfalls verstarb. 

Im Kontrast dazu wird im zweiten Erzählstrang und mit einem Zeitsprung von mehr als 20 Jahren das neue Leben von Anna geschildert. Sie steht als Erwachsene vor einem Berg anderer Probleme – einer schwierigen Situation mit einer pubertierenden Tochter, der Verlust ihres – wenn auch getrennt lebenden – Ehemannes, der Unwille ihrer Kollegen, sie als Chefin zu akzeptieren, wurde sie ihnen doch quasi vor die Nase gesetzt. Auch hier ist es kein leichtes Los.

Der Autor verbindet diese beiden Handlungsstränge gekonnt zu einem steigenden Spannungsbogen. Auf der einen Seite die jugendliche Party, die aus dem Ruder läuft und immer weiter über die Klippen zu rutschen droht, auf der anderen Seite die Situation der Kommissarin, die schon lange haarscharf am Rande des Absturzes balanciert. Im Gegensatz zu dem verstorbenen Simon, gelingt es ihr aber, mehr und mehr in ihr eigenes Leben zurückzufinden und Stärke zu beweisen, wenn schon niemand mehr damit rechnete. Diese Momente sorgen neben der steigenden Spannung des Buches für eine befriedigende Unterhaltung.

Anna kann auch mal ganz anders sein

Wirkt Anna zu Beginn der Geschichte oft als das zu verschüchterte und verängstigte Weibchen, so erfährt der Leser doch mit Befriedigung, dass sie auch ganz anders kann und sich nicht von jedem auf der Nase herumtanzen lässt. In diese Geschichte wird der Leser langsam und schrittweise gezogen, erfährt er doch immer mehr von den Verstrickungen, die schrittweise zu dem ersten Todesfall hinführten.

Dennoch werden die Geschehnisse aus der Vergangenheit nicht systematisch aufgerollt und aufgelöst. Die Schilderungen aus der Vergangenheit brechen plötzlich ab und die restliche Handlung, die zu guter Letzt alle Fragen beantwortet, läuft in einem Zug durch. Damit ist kein Bruch erfolgt, sondern die neuen, wichtigen Ermittlungen und Entwicklungen erhalten damit die Wichtigkeit, die ihnen zusteht.

Fazit:

Anders de la Motte ist ein spannender Krimi gelungen, der gute Unterhaltung präsentiert. Es handelt sich nicht nur um eine  schauerliche Tat in schöner Landschaft, sondern auch um die Frage, was wurde aus verheißungsvollen Lebensansätzen, wie beeinflussen Schicksalsschläge die Existenz - und ist alles so, wie es sich auf den ersten Blick präsentiert. Nicht zu vergessen ist aber auch der traurige Unterton, der einfühlsam vom Autor angeschlagen wird und vom Verlust geliebter Menschen und dem Ende aller Hoffnungen berichtet. Bei aller Spannung ist somit ein schöner melancholischer Unterton gelungen, der dieses Buch von Krimis unterscheidet, die sich in der Anzahl der Opfer und der Ströme von Blut zu übertreffen suchen.

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