Der Läufer

Erschienen: März 2019

Bibliographische Angaben

Stefanie Werner (Übersetzung)

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Carola Krauße-Reim
Findet Rokka seinen Seelenfrieden?

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jun 2019

Mit „Der Läufer“ legt Gabriella Ullberg Westin den zweiten Band aus der Johan-Rokka-Reihe vor. Wieder ist Hudiksvall im Nordosten Schwedens der Ort des Geschehens. Während im Auftaktband „Der Schmetterling“ das Verschwinden von Rokkas Freundin Fanny vor Jahren nur am Rande erwähnt wurde, ist es jetzt, zumindest für Rokka, Teil der neuen Ermittlungen. Zu sehr ähneln sich die Geschehnisse von damals und der Mord an der Abiturientin Tindra heute.

Johan und Eddie sind beide Außenseiter

Der 17-jährige Eddie ist der titelgebende Läufer. In sozial schwierigen Verhältnissen aufgewachsen, will er unbedingt Mitglied der Gang „White-Pythons“ werden. Als Rangniedrigster muss er Botendienste leisten, eben der Läufer sein.

Johan Rokka kennt die Schwierigkeiten, die ein benachteiligter Jugendlicher haben kann, wenn er sein Leben in den Griff bekommen will, ging es ihm doch nicht anders. Endlich erfahren wir mehr von eben dieser Vergangenheit des Johan Rokka. Während im ersten Band nur immer Andeutungen gemacht wurden, wird nun klar, dass das Verschwinden Fannys vor 20 Jahren der Weckruf für Rokka war.

Er stieg aus dem kriminellen Rockermilieu aus, wurde Polizist und versucht seitdem eine Spur von Fanny zu finden. Dennoch ist auch er immer noch ein Außenseiter. Sein Erscheinungsbild passt so gar nicht zu einem Kriminalbeamten und sein Vorgehen ist es auch nicht immer. Rokka ist mehr Einzelkämpfer als Teamplayer.

Gut geschilderte, aber unsympathische Charaktere

Gabriella Ullberg Westin schafft es, starke Charaktere zu schaffen. Die Verzweiflung des jungen Eddie ist genauso greifbar, wie die Arroganz von Fannys Vater. Auch die Figur Johann Rokka ist glaubwürdiger gelungen. Er schafft es diesmal, professioneller mit dem dann doch recht persönlichen Fall umzugehen. Obwohl sein Verhältnis zu Fanny die jetzigen Ermittlungen überschattet, spielen diesmal alte Bekannte und Seilschaften kaum eine Rolle. Rokkas neu gewonnene Distanz ist eine Wohltat.

Dennoch fragt man sich, warum immer alle Beteiligten so unsympathisch sein müssen. Selbst Fannys bedauernswerte Mutter weiß viel und gibt doch nichts preis und auch Fanny selbst kommt nicht gerade gut weg, auch, wenn ihr Verhalten einem höherem Ziel dient.

Wieder spielt das organisierte Verbrechen eine Rolle

Lange bleibt das Motiv für den Mord an Tindra im Dunkeln. Doch dann kristallisiert sich die Beteiligung der „White Pythons“ heraus. Wieder thematisiert die Autorin die Unterwanderung der schwedischen Gesellschaft durch organisierte Gangs. Bis ins Polizeipräsidium reicht ihr Arm, sie beeinflussen die Ermittlungen. Kein schöner Gedanke.

Während man versucht ist, mafiöse Strukturen doch eher mit anderen Ländern in Verbindung zu bringen, zeigt uns Ullberg Westin, dass das idyllische Cover-Klischee von roten Hütten an einsamen Seen schon lange nicht mehr stimmt. In Schweden hat das sonnige blau-gelbe Bullerbü leider ausgedient.

Gute Geschichte mit enttäuschendem Abschluss

Die Autorin erzählt mit „Der Läufer“ eine durchgängig unterhaltsame Geschichte. Die Verknüpfung vom Mord an Tindra und dem Verschwinden von Fanny vor 20 Jahren an gleicher Stelle ist bis zum Schluss spannend, auch wenn man Fannys Schicksal erahnen kann. Kurze Kapitel in doch recht anspruchslosem Schreibstil wechseln zwischen den Ermittlungen durch das Polizeiteam und den Erlebnissen Eddies.

Es kommt nie Langeweile auf. Nur der Schluss ist dann enttäuschend. Zwar weiß Rokka nun endlich, was aus seiner großen Liebe geworden ist, doch logisch ist das nicht. Ohne zu viel verraten zu wollen – würde jemand so reagieren, wenn er verliebt ist und weiß, was er seinem Partner antut? Zudem muss man sich fragen, warum das Ganze nach zwanzig Jahren? Beweise würden so skrupellose Täter doch sofort vernichten und nicht bunkern.

Fazit:

Wenn man von dem schwachen Ende einmal absieht, ist Gabriella Ullberg Westin ein durchaus guter Kriminalroman gelungen. Anders als sein Vorgänger ist er nicht langatmig und abstrus. Der Leser wird doch so sehr in die Geschichte hineingezogen, dass er unbedingt wissen will, was denn nun wirklich geschah und, wie alles zusammen hängt.

Nachdem dann Rokka und wir endlich Gewissheit über den Verbleib von Fanny haben, kann man gespannt sein, wie Rokkas Zukunft aussehen wird, denn schon jetzt ist ein neuer Fall mit ihm angekündigt. Nachdem ich nach der Lektüre von „Der Schmetterling“ schon versucht war, keine weiteren Bände dieser Reihe zu lesen, muss ich zugeben, dass „Der Läufer“ mich eines Besseren belehrt hat, und ich mich doch tatsächlich auf die Fortsetzung freue.

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