Alexandra

Erschienen: März 2019

Bibliographische Angaben

Pauline Kurbasik (Übersetzer)

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Sabine Bongenberg
Nichts wird mehr so wie es mal war

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Mai 2019

Eine Person, die plötzlich verschwindet, wirft eine Menge Fragen auf. Die Polizei fragt sich zunächst, wann sie denn wiederauftauchen mag und anschließend – wenn sich diese Möglichkeit ausschließt - wer für das Verschwinden verantwortlich zu machen und zu bestrafen ist. Der Ehemann einer Verschwundenen fragt sich, ob die geliebte Frau noch lebt, ob es ihr gut geht und ob sie jemals zurückkehren wird. Kinder fragen sich, wie es weitergehen mag, wie belastbar die bisher als stabil empfundene Front der Eltern tatsächlich ist. Eine Frage wird aber selten gefragt: Aus welchem Grund kam es dazu, dass eine Person verschwand? Was spielte sich im Vorfeld ab?

In ihrem Roman „Alexandra“ widmet sich die Autorin Natasha Bell allen diesen Fragen. Da sind einerseits die Polizeibeamten, die aus dem professionellen Auftrag das Verschwinden der Heldin Alexandra Southwood, die an einem ganz normalen Tag nicht von der Arbeit zurückkehrte, untersuchen. Zum anderen nimmt der zurückgebliebene Ehemann Marc Anteil an der Geschichte, der als Verzweifelter, Verlassener und plötzlich alleinerziehender Vater alle Hebel in Bewegung setzt, um seine Ehefrau zu finden.

Nicht vergessen werden auch die beiden Töchter, Freunde oder Kollegen, die jeweils auf ihre eigenen Arten reagieren. Eine wichtige – und in diesem Fall ungewöhnliche - Rolle nimmt aber auch die verschwundene Alexandra selbst ein. Von einem unbekannten Mann festgehalten, resümiert sie über ihr Leben, über ihre Heirat und ihre Kinder und über die Vorgeschichte ihres Verschwindens.

Verschiedene Sichtweisen werden geschildert

Natasha Bell erzählt in mehreren Strängen über Alexandra’s Schicksal. Zum einen ist es die Vorgeschichte und die Geschichte ihrer Liebe zu Marc und zur der Entwicklung, die schlagartig mit dem letzten „normalen“ Tag endete. Zum anderen schildert sie die verzweifelte Suche und das Bewältigen des neuen Lebens, das Marc aufgezwungen wird, und nicht zuletzt berichtet sie von der aktuellen Situation Alexandras, die möglicherweise den schrecklichsten Teil ausmacht.

Dieser Part offenbart nämlich zum einen, dass die Verschwundene noch am Leben und  offensichtlich gewalttätigen Akten ausgeliefert ist, und außerdem ein Zeitlimit langsam abzulaufen droht, dass mit einer Entscheidung gipfeln muss. Alexandra nimmt dabei sogar Anteil an der verzweifelten Situation ihrer Familie.

Ihre Entführer scheinen es als besonders perfide Taktik darauf anzulegen, dass sie von den Bemühungen und dem Leid ihrer Familie erfährt, viele Verhaltensweisen ihrer Familie kann sie sich auch nach ihrem Verschwinden zusammenreimen. Alexandra ist damit nicht von der Familie abgespalten, sondern nimmt weiterhin – jetzt aber nur noch als Zuschauerin – an deren Leben teil.

Die Autorin schafft ganz besondere Spannungsmomente

Durch diese Konstruktion sind Natasha Bell besondere Spannungsmomente gelungen, die letztendlich in einer rasanten Jagd – wenn auch mit nicht immer glaubhaften Momenten -  gipfeln. Die Auflösung des Falls wird stimmig und glaubhaft präsentiert, dennoch hinterlässt sie im Leser ein Gefühl tiefer Unbefriedigung, möglicherweise aber auch Verärgerung. Diese Emotion bezieht sich allerdings nicht auf die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird oder aber das Werk der Autorin an sich, sondern auf die Enthüllung des Täters und seiner Motive.

Wer einmal erlebt hat, welcher Unruhe, Schmerz und Verzweiflung mit dem Verschwinden oder gar Tod eines geliebten Menschen verbunden ist, kann der Auflösung nicht emotionslos oder gelassen gegenüberstehen. Alexandra – und damit ist die Hauptperson des Buches – aber auch das Buch selbst gemeint, polarisiert. Wer sich darauf einlässt, erlebt einen kühlen und gelassenen Erzählstil, der aber letztendlich einen Aufruhr veranlasst.

Fazit:

Ohne sich jetzt der Diskussion zu stellen, ob Alexandra tatsächlich dem Genre der Thriller, der Kriminalromane oder nur der Romane zuzuordnen ist, schafft Bell es, spannende Unterhaltung zu konstruieren. Es bedarf nicht immer einer ganzen Prozession von Leichen oder eines Blutzolls der weit über 1 ½ Litern liegt, um einen Pageturner zu schaffen. Ein kaltes Herz schafft diesen Anspruch auch ganz allein.

Alexandra

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