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Carola Krauße-Reim
Sind Menschen nur große Krabbeltiere?

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jan 2020

Lena Bondroit ist Ameisenforscherin. Als ein Journalist sie auf ihre Forschung anspricht und kurz darauf ermordet wird, gerät sie in einen Strudel rund um eine staatlich gelenkte Geheimorganisation, die Manipulation der Menschheit im großen Stil betreiben soll.

Das Spiel mit der Angst ist nicht geglückt

In der Ankündigung des Buches wurde die Angst der Menschen vor allem Möglichen als Aufhänger benutzt. Das klang doch sehr interessant, vor allem in Verbindung mit der Schwarmintelligenz der Ameisen, denn die brauchte es, um Lena Bondroit auf den Plan zu rufen. Leider dienten die kleinen Krabbeltierchen nur als Appetizer, denn was folgte war eine langatmige Geschichte, die teilweise nur noch wirr war.

Was ist z. B. der Zweck eines Vereins der sich für modernes Nomadentum einsetzt? Von der weltumfassenden Angst war kaum noch die Rede. Dafür von unausgegorenen Verschwörungstheorien, wie man sie in Billigproduktionen privater Fernsehsender finden kann. Und so musste der dauerbedrohte Protagonist auch gleich in ein heruntergekommenes Stundenhotel mit dubiosem Besitzer umziehen, sich natürlich die Hilfe einer Prostituierten sichern und sich in einem Kneipen-Hinterzimmer verstecken, das nur durch einen verschobenen Zigarettenautomaten in gebückter Haltung zu betreten ist. Dem Leser wird schon einiges zugemutet. Doch wie die Verbreitung von Angst zur Manipulation großer Massen bewerkstelligt werden soll, bleibt weitgehend im Dunkeln.

Spannung endet nach wenigen Seiten

Die Einführung von Lena Bondroit als Ameisenforscherin, die mit den Tücken des universitären Forschungsbetriebes kämpfen muss, ist dem Autor durchaus gelungen. Der Leser kann ihre beruflichen Zukunftsängste und privaten Schwierigkeiten durchaus nachvollziehen. Dass ihre Forschung in Verbindung mit einer Verschwörungstheorie gebracht wird, macht die Sache wirklich spannend, vor allem, wenn gleich zu Beginn der Geschichte ein Mord passiert. Doch ab da geht es abwärts mit dem Thrill.

Lena verliebt sich natürlich in einen scheinbar sehr sympathischen Mann, der aber für den Leser so offensichtlich ganz andere Motive hat; sie gerät immer weiter in den nicht zu durchschauenden Sumpf von Vermutungen und geheimnisvollen Vorfällen, die ziemlich vorhersehbar daher kommen und so gar keine Spannung mehr erzeugen. Victor, der männliche Protagonist, ist ein wandelndes Klischee und handelt auch wie ein solches.

Da hilft es auch nicht, wenn zur theoretischen Haltung der Spannung die kurzen Kapitel zeitlich eng getaktet sind, denn das Interesse ist nach einigen Seiten Lesegenuss schon längst erlahmt. Der Schluss ist dann so banal, dass er keinen mehr vom Sessel reißt, aber das passende Ende für eine ziemlich konfuse, schnell ermüdende und vorhersehbare Geschichte ist.

Fazit:

Ich habe einiges über Ameisen gelernt. Das ist durchaus etwas Positives, aber leider nicht das Ziel eines Thrillers. „Die Ameisenfrau“ ist nur etwas für eingefleischte Verschwörungstheoretiker, die sich auch von einer ziemlich banal-vorhersehbaren Geschichte nicht langweilen lassen. Alle anderen sollten nicht auf die Ankündigung von „geballte Ladung Spannung, Naturwissenschaft und Gesellschaftskritik“ hereinfallen.

Die Ameisenfrau

Die Ameisenfrau

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Letzte Kommentare:
05.11.2019 14:20:05
Peter

Buch kommt erst langsam in Gang dann aber wird es rasant und gut,
Schade dass der Thema der Angst nicht noch besser ausgeformt wurde.
Trotzdem ein sehr guter Thriller!
Was ich nicht leiden kann ,wenn am Ende noch mal alles erklärt wird.
Die Erläuterung zur Entstehung des Buches fand ich interessant!
Er sollte weiter schreiben !

26.09.2019 11:38:58
Der Ameisenmann

Das Buch hat mich umgehauen.
Das Buch hat mir eine Freundin geschenkt weil ich mich so für Ameisen interessiere. Obwohl ich Ameisen liebe hatte ich Angst davor jetzt einen wissenschaftlichen Artikel in Romanform lesen zu müssen. Da greife ich persönlich nämlich lieber zum Sachbuch.
Das Buch hat mich dann umgehauen. Es geht auch um Ameisen. Das wirkliche Thema ist wie sich Ängste in der Gesellschaft ausbreiten können. Am Ende steckt hier eine Organisation dahinter. Klar. Man brauchte jemanden, den man ins Gefängnis stecken kann. Doch was in dem Buch anklingt und mich nicht mehr losgelassen hat ist der Gedanke was wäre, wenn es diese Organisation nicht gegeben hätte. Der Autor spricht hier ständig von „Selbststeuerung“. Anfangs konnte ich damit nicht viel anfangen. Klang für mich wie „Autonomes Fahren“. Und so weit lag ich da auch gar nicht entfernt. Ein Staat ist ein Auto, welches plötzlich eigenständig fährt/denkt. Hatte ich früher noch nie drüber nachgedacht. Das Buch hat mir an so mancher Stelle die Augen geöffnet. Zudem ist es toll zu lesen. Danke!