Der Todgeweihte

Erschienen: Februar 2020

Bibliographische Angaben

Aus dem Schwedischen von Stefanie Werne

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Carola Krauße-Reim
Wieder ein sehr persönlicher Fall für Johan Rokka

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Mär 2020

Im beschaulichen Hudiksvall fallen Schüsse. Ein junger Mann stirbt, seine Freundin wird schwer verletzt. Gleichzeitig verschwindet die Frau von Rokkas Cousin. Sie war auf dem Weg nach Shanghai um dort einen überlebenswichtigen Deal für ihre Firma abzuschließen, kam aber nie an. Die  Frage liegt nahe, ob beide Fälle im Zusammenhang stehen. Rokka muss in der eigenen Familie ermitteln und darf sich gleichzeitig über die Rückkehr seines Bruders Daniel freuen, zu dem er jahrelang keinen Kontakt hatte.

Ullberg-Westin wird mit jedem Buch besser

Mit „Der Todgeweihte“ legt die Autorin das dritte Buch ihrer Johan-Rokka-Reihe vor. Während der erste Band noch an Unlogik krankte und der Plot unausgereift und überfrachtet war, hatte der Nachfolger „Der Läufer“ schon weitaus Besseres zu bieten. Ullberg-Westin lernt offensichtlich hinzu und merzt die Anfängerfehler aus. Mit dem jetzt vorliegenden Band hat sie sich endgültig in die erste Reihe der Nordic-Noir-Autoren geschrieben.

Der Plot ist gut durchdacht, verläuft in mehreren Strängen, die sich nach und nach verknüpfen und dann ein stimmiges Bild abgeben. Die Spannung wird schon durch den Prolog geschürt und bricht während der Handlung nur dann ein, wenn Rokka wieder einmal über seine Familie nachdenkt, was er eindeutig zu oft tut. Der Schluss ist zwar vorher zu erahnen, dennoch aber gut geschrieben. Das sehr sensible Thema des Kindesmissbrauchs ist gut in die Geschichte eingebunden und lässt über die Frage nachdenken, wie skrupellos weit jemand einen Täter decken könnte, wenn es seiner eigenen Situation dient.

Rokka bekommt Konkurrenz als Ermittler

Ullberg-Westin baut die Charaktere ihrer Protagonisten noch weiter aus. Rokka ist gewohnt grummelig, zeigt aber diesmal eine sehr menschliche Seite, die man so nicht an ihm vermutet hätte. Silje, die kleine Tochter seines Cousins, hat sein Herz erobert und lässt ihn über eine eigene Familie und ein Kind nachdenken. Hier wird der hartgesottene Bulle ziemlich weich.

Umso härter treffen ihn die Ermittlungen in der eigenen Familie, zu der er gerade erst wieder Kontakt bekommen hat und, die auch der Leser jetzt besser kennen lernt. Dieses Wissen macht wiederum die Person Johan Rokka verständlicher und erklärt seinen komplizierten Charakter immer mehr.

Auch Kriminaltechnikerin Janna entwickelt sich weiter. Schon in den Vorgänger-Bänden als äußert kompetent dargestellt, ergreift sie hier die Initiative und ermittelt über die Arbeit einer Kriminaltechnikerin hinaus. Mit ihrem unbestreitbaren Gefühl für Situationen und ihrer sehr guten Intuition gepaart mit logischer Kombinationsgabe läuft sie dem befangenen Rokka fast den Rang ab. Sie spielt in „Der Todgeweihte“ eindeutig die erste Geige.

Rokka wäre ohne sie verloren. Das es zwischen den beiden auch noch menschelt, macht die Freude auf den nächsten Fall mit ihnen noch größer. Denn die introvertierte Janna aus gutem Haus und der ziemlich prollige Rokka mit Ganstervergangenheit würden ein interessantes Paar abgeben.

Fazit:

„Der Todgeweihte“ ist ein solider und gut geschriebener Nordic-Noir-Krimi. Für Fans der Reihe sowieso ein Muss, kommt man aber auch als Neueinsteiger gut zurecht. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Band, denn die Entwicklung der Autorin lässt auf eine durchdachte, spannende und gut geschriebene Geschichte hoffen. Und wer will nicht wissen wie es mit Rokka und Janna weiter geht?

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Letzte Kommentare:
08.02.2020 05:43:57
miss.mesmerized

Nächtliche Schüsse im Zentrum des beschaulichen Hudiskvall mit einem Toten und einer Schwerverletzten stellen die Polizei vor Fragezeichen. Im Umfeld der Opfer können Kriminalinspektor Johan Rokka und seine Kollegen keine Motive für den brutalen Mord finden. Doch dann werden die Ermittlungen für Rokka noch deutlich erschwert als Louise Hojier, die Frau seines Cousins und Mutter der 5-jährigen Silje, auf einer Geschäftsreise verschwindet. Eigentlich darf er in diesem Fall nicht ermitteln, aber das Personal ist knapp und so lässt man ihn nach der top Informatikerin eines erfolgreichen Start-Ups suchen. Dass sein Bruder Daniel unerwartet nach 15 Jahren Funkstille plötzlich vor ihm steht, macht die Lage auch nicht einfacher, denn Daniel ist Morphium-abhängig und offenbar todkrank. Nicht nur Johan Rokkas schwerster, sondern vor allem sein persönlichster Fall, doch wie persönlich dieser wird, ahnt er noch gar nicht...

Die Schwedin Gabriella Ullberg Westin konnte sich mit ihrer Serie um den Inspektor Johan Rokka schnell einen vorderen Platz in der Riege der skandinavischen Krimiautoren sichern. Sein dritter Fall setzt die Reihe überzeugend fort und stellt einmal mehr unter Beweis, dass auch fernab der Hauptstadt spannende Geschichten erzählt werden können. Der Protagonist steht dieses Mal mehr denn je unter Beschluss, blieb er gerade im ersten Band noch etwas undurchschaubar, wird Rokka zunehmend sympathisch und als Figur greifbarer.

Die beiden Fälle scheinen zunächst nichts miteinander zu tun zu haben, gerade der Anschlag auf die beiden jungen Kinobesucher kommt nicht voran. Dafür wird das Umfeld des Inspektors schnell interessant. Die Nebenhandlung um Amanda ist zwar recht vorhersehbar, die Bedeutung ihrer Täuschung jedoch wird erst später offenkundig. Der Fall ist als ganz persönliche Herausforderung für Johan Rokka angelegt, hätte aber durchaus auch das Potenzial zu einem Wirtschaftskrimi gehabt, diese Chance hat Ullberg Westin leider verschenkt, denn so richtig wird nicht klar, welche Bedeutung für die Sicherheitstechnik Louises Erfindung haben könnte. Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch, die sich stetig steigert im Laufe der Handlung.

Ein sauber konzipierter Krimi, dessen Fäden langsam zusammenlaufen und am Ende keine Fragen offenlassen. Die Entwicklung der Figuren wird von Fall zu Fall besser, womit Ullberg Westin meine Erwartungen voll erfüllt hat.