Diabolic – Fatales Vergehen

  • Knaur
  • Erschienen: Dezember 2019

Übersetzt von Kristina Lake-Zapp

Diabolic – Fatales Vergehen
Diabolic – Fatales Vergehen
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Brigitte Grahl
50°

Krimi-Couch Rezension vonApr 2020

Mittelmaß hoch Drei

Mädchen verschwinden in der Kleinstadt Prairie Creek. Die Teenager Shiloh, Katrina und Ruthie entkommen eines Nachts nur knapp einem Vergewaltiger. Sie geben sich gegenseitig das Versprechen, darüber zu schweigen. Aber ihre Freundschaft zerbricht an dem Erlebnis, Shiloh und Ruthie verlassen den Ort.

15 Jahre später kehrt Shiloh zur Beerdigung ihrer Mutter zurück. Auch Katrina und Ruthie sind wieder in Prairie Creek. Als erneut ein Mädchen verschwindet, und die drei ehemaligen Freundinnen anonyme Botschaften bekommen, wird ihnen klar, dass die Verbrechen von damals und heute miteinander in Zusammenhang stehen und sie nicht länger schweigen dürfen.    

Zweites Gemeinschaftswerk der Bestsellerautorinnen

Lisa Jackson ist eine sehr erfolgreiche Vielschreiberin von Krimis, ebenso wie ihre Schwester Nancy Bush und Rosalind Noonan. Alle drei haben früher auch Liebesromanzen geschrieben. Diabolic ist das zweite gemeinsame Buch der drei Schriftstellerinnen, und auch der zweite Band der Wyoming-Reihe. Da Lisa Jackson von den Dreien die bekannteste ist, steht ihr Name dreimal so fett an erster Stelle auf dem Cover.

Wenig überzeugende Charaktere und Gestaltung

Von der Machart unterscheidet sich das Gemeinschaftswerk „Diabolic“ nicht von den Einzelwerken der drei Autorinnen. „Diabolic“ ist ein Mainstream-Thriller mit nicht besonders originellem Plot, und die Geschicht wirkt sehr konstruiert. Ohne das Schweigegelübde der drei Frauen (von denen eine immerhin Polizistin ist) wäre die Geschichte schnell zu Ende. Das Verhalten der drei ist nicht unbedingt logisch und nachvollziehbar, sondern eher so, dass es der Handlung förderlich ist.

Spannung wird mit einem einfachen Mittel erzeugt: Es werden über eine lange Strecke mehrere Verdächtige präsentiert – aus der subjektiven Wahrnehmung der jeweiligen Erzählerin. Die Auflösung erfolgt dann ziemlich kurz und knapp. Über den Täter und seine Motive erfährt man als Leser*in so gut wie nichts.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive je einer der drei Hauptpersonen in der dritten Person erzählt, eingestreut sind kurze Szenen in Ich-Form aus der Perspektive des unbekannten Täters.

Nach dem Prolog, der vor 15 Jahren spielt, findet die Handlung in der Gegenwart statt, eingeteilt in drei Teile mit je eine der drei Protagonistinnen im Zentrum. Vielleicht hat jede Autorin beim Schreiben eine der Hauptfiguren übernommen – sprachlich und stilistisch unterscheiden sich die Teile allerdings nicht wirklich voneinander.

Mischung aus Thriller und Liebesroman

Dass die Autorinnen früher romantische Liebesromane bzw. Mädchenromane geschrieben haben, kommt leider auch in „Diabolic“ deutlich durch. Es gibt schwülstige Liebesszenen mit Softporno-Charakter, der Täter benutzt derbste Vulgärsprache. Wenn die Frauen ihrem Jugendschwarm wiederbegegnen, fühlt man sich in einen Teenagerroman versetzt. Die scheinbar emanzipierten Frauen finden alle drei einen starken und natürlich gutaussehenden Mann, der sie beschützt. „Diabolic“ wechselt ständig zwischen Liebesromanze und Thriller.

Fazit:

Man muss den ersten Teil der Wyoming Reihe „Greed – tödliche Gier“ nicht gelesen haben, um den zweiten Teil „Diabolic“ zu verstehen. Man muss aber auch „Diabolic“ nicht gelesen haben. Der Thriller ist in allem Mittelmaß und bietet nichts Originelles. Wenn sich drei Bestseller-Autorinnen zusammentun, wird das Buch damit leider nicht dreimal so gut.

Diabolic – Fatales Vergehen

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