Der Eindringling

Erschienen: Oktober 2019

Bibliographische Angaben

Übersetzt von Ulrike Clewing

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Carola Krauße-Reim
Guter Psychothriller mit kleinen Schwächen

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Dez 2019

Die Amerikanerin Laura Benedict ist Autorin von Kurzgeschichten und Thrillern, mit Letzteren war sie für den Edgar Award und den ITW Thriller Award nominiert. In „Der Eindringling“ erzählt sie von Kimber, die nach einem Kurzurlaub nach Hause kommt und nicht mehr in ihr Haus gelangen kann. Die Schlösser sind ausgetauscht, im Haus wohnt ein Fremder, der behauptet es legal von ihr gemietet zu haben. Kurz darauf wird ihr auch noch vorgeworfen Geld vom Firmenkonto unterschlagen zu haben. Kimber durchlebt einen Albtraum, erst recht, als sich herausstellt, dass der Fremde ihr bestgehütetes Geheimnis kennt.

Ein Albtraum mit einem überraschenden Ende

Es muss der blanke Horror sein, wenn man in sein eigenes Heim will und plötzlich ein Fremder scheinbar ganz legal darin wohnt. Laura Benedict schafft es vom ersten Kapitel an, den Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Man kann mit Kimber fühlen, die sich diesem und noch mehr Problemen stellen muss. Doch so nach und nach offenbart sie sich als ein sehr schwieriger Charakter, der so gar nicht liebenswert erscheint.

Erpressung, Neid und viel Schlimmeres sind ihr nicht fremd, und so fragt man sich sehr schnell, was in ihrer Vergangenheit dazu geführt hat, dass sie jetzt nicht mehr in ihr Haus kommt und der Veruntreuung beschuldigt wird. Und spätestens wenn der Fremde ihr kryptische Botschaften zuflüstert wird klar, dass er ganz bewusst Kimber schaden will, und dass Kimbers tote Schwester Michelle eine Rolle spielt.

Die Spannung reißt während der mehr als 400 Seiten nie ab. Sie ist zwar nicht atemraubend, dennoch spielt die Autorin gekonnt mit dem Leser, indem sie ihn durch Wendungen und falsche Fährten in die Irre führt und ihn so stets bei der Stange hält. Man kann erahnen, dass nicht jeder ein Freund ist, der es zu sein vorgibt, und das wohl eine Vertraute Kimber übel mitspielt. Aber der Schluss ist dann doch ziemlich überraschend und passt zum Rest des Buches, was Spannung und Charaktere betrifft.

Gut konstruierter Plot erzeugt Kopfkino

Benedict schiebt immer wieder Rückblicke in das aktuelle Geschehen ein. In diesen erzählt sie von der manchmal nicht ganz leichten Kindheit der Schwestern, die wiederum ein Grund für die gegenwärtigen Ereignisse zu sein scheint. Ständig decken neue Details aus der Vergangenheit Gründe auf, warum Kimber jetzt einen Albtraum durchlebt. Aber auch die Gegenwart hält manche Überraschung bereit, und erst in ihrem Verlauf wiederum wird manches Detail aus der Vergangenheit aufgedeckt.

Man ahnt zwar, dass Kimber nicht so nett und bemitleidenswert ist, wie man auf den ersten Blick meint, doch die Autorin  enthüllt ihren Charakter schichtweise, wie eine Zwiebel, und zeigt uns eine egoistische Protagonistin, die Geheimnisse hat. Der gut konstruierte Plot auf mehreren Zeitebenen trägt zur Spannung des Thrillers bei und setzt beim Leser das Kopfkino in Gang. Dabei bleibt allerdings die Logik manchmal ein bisschen auf der Strecke.

Wieso muss Kimber eine Besitzurkunde des Hauses vorweisen, wenn der Fremde doch behauptet, mit ihr persönlich einen Mietvertrag gemacht zu haben?  Oder – warum kommt ihr Vater zurück nach St. Louis, wenn er doch dort nur Probleme erwarten darf? Mit solchen Fragen sollte man sich aber nicht zu lange aufhalten, ist es doch ein Thriller, und der muss spannend sein und nicht unbedingt logisch. Schade ist allerdings, dass der Schilderung des Settings wenig Raum gegeben wird.

Schauplatz ist St. Louis, doch wer die Stadt nicht kennt, kann sich durch die sparsamen Beschreibungen nur ein sehr rudimentäres Bild von ihr machen. Hier hätten eingängigere Details an den entsprechenden Stellen den Thriller abgerundet. Was dafür umso öfters Erwähnung findet, sind Markennamen. Ist es wirklich wichtig, dass die Sandalen von Torry Burch sind oder die Sonnenbrille von Oakley? Manchmal hatte ich den Eindruck in einem Werbeprospekt zu lesen. Das ist, in meinen Augen, ein dickes Minus und kann eine gute Geschichte stellenweise nervig machen.

Fazit:

Laura Benedict hat mit „Der Eindringling“ einen gut konstruierten und durchgängig spannenden Psychothhriller abgeliefert, der durch seinen unkomplizierten Schreibstil flüssig zu lesen ist. Wendungen und falsche Fährten locken den Leser immer wieder in Sachgassen, und erst langsam offenbart sich die ganze Geschichte, die dann ein überraschendes Ende findet. Wenn man sich nicht an streckenweise fehlender Logik stört, hat man mit diesem Buch einen Thriller, den es zu lesen lohnt.

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