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Sabine Bongenberg
Ein nicht enden wollender Alptraum

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Dez 2019

Milan Berg kann sich grundsätzlich nicht beschweren: Er kommt in seinem Kellner-Job gut zurecht, die Gäste lieben ihn, er ist in der Position Job und Privatleben zu verbinden, ist erfolgreich und witzig. Aber nicht einmal seine Freundin Andra ahnt, wie viel Kraft in das kostet, den Milan hat ein Geheimnis: Er ist Analphabet - und jeder Tag ist für ihn ein Balanceakt, soll doch keiner etwas von seinem Handicap ahnen.

Jedes Ereignis kann aber dieses fragile Gerüst ins Einstürzen bringen und so hat Milan ein großes Problem, als eines Tages ein verzweifelt wirkendes Mädchen im Fond eines Wagens einen Zettel ans das Autofenster presst, der möglicherweise einen verzweifelten Hilferuf aussendet. Mit diesem Hilferuf startet aber eine wahnwitzige Jagd und ein nicht enden wollender Alptraum. Dabei soll nicht vergessen werden, dass menschliche Alpträume gut und gerne die Grenzen der Logik überwinden.

Fitzeks gewohnt rasante Schreibweise zieht  den Leser blitzschnell in die Geschichte

Die limitierte Sonderausgabe von „Das Geschenk“ besticht als allererstes durch seine schöne Aufmachung, die mit roter Verpackung und Schleife tatsächlich an ein Geschenk erinnert. Unklar ist aber dann erst einmal, worin dieses Geschenk besteht, denn der Leser wird zwar mit Fitzeks gewohnt rasanter Schreibweise blitzschnell in die Geschichte herein gezogen, aber ein Geschenk ist erstmal nicht zu finden. Man erfährt erst einmal so einiges über Milan Bergs Leben und über seine die kleinen Gaunereien, die sich aber nun blitzschnell in ein großes Drama um die Rettungsaktion des Kindes auf dem Autorücksitz entspinnen.

Sebastian Fitzek gelingt es mit großem Tempo, eine immense Spannung aufzubauen, die während der Lektüre tatsächlich sämtliche Fragen nach Logik und Wahrscheinlichkeit nach hinten zu drängen vermag. Dennoch bleibt auch beim Lesen ein eigenartiges Gefühl, so wie es sich auch bei zu phantastischen Träumen anfühlt: Ich weiß, dass ich grundsätzlich nicht fliegen kann – aber wenn es denn hilft, dann akzeptiere ich es. Unglücklicherweise wird aber die Zahl der Leser, die das Buch ohne Pause und in einem Rutsch lesen, relativ gering sein, und sowie diese rasante Fahrt einmal unterbrochen wird und das Gehirn nicht ständig mit neuen Informationen bedrängt wird, stellen sich diverse Fragen.

So zum Beispiel die, wie wahrscheinlich es ist, dass eine ausgewählte Person, die an einem Wintertag mit dem Fahrrad unterwegs ist, so genau in ein Auto hereinspäht, um einerseits eine kurz erkennbare Nachricht zu entziffern, und dann auch noch so genau hinschaut, um die mögliche Verzweiflung der Autorin zu erkennen. Unklar ist auch, wie die Kollateral-Opfer, von denen es auch einige gibt, offensichtlich schnell und wirksam aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit gezogen werden, denn sie tauchen auf, werden ermordet und verschwinden wieder.

Träume entwickeln ihre eigene Logik - und die muss nicht realistisch sein

Unklar ist auch, welche Intention die Übeltäterinnen und Übeltäter überhaupt bei ihren Taten antrieb, wie die Verbrechen in ihrer Vielzahl überhaupt gelingen konnten, und warum ein Elektrobohrer für die Amputation eines Fingers herhalten muss, wenn bei einem mehrfach erwähnten gut sortierten Werkzeugkoffer die Geschichte mit einem altmodischen Seitenschneider vermutlich in einem Bruchteil der Zeit erledigt worden wäre. Aber das muss nicht überraschen, denn Träume entwickeln ihre eigene Logik und die muss nicht realistisch sein.

Fitzek schafft es auch immer wieder, die wildesten Behauptungen so als Fakten zu präsentieren, dass der Leser fast geneigt ist, sie zu glauben. Schaltet sich das gehetzte Hirn wieder ein, so blitzt zwar immer wieder der Gedanke „Blödsinn“ auf, aber was so entschieden präsentiert wird, das will auch niemand so einfach als solchen abtun.

Neben diesen temporeichen Entwicklungen gibt es auch durchweg komische Szenen im Buch. Ungewollt komisch erscheint dagegen die Höhe der finanziellen Forderung, die die beschriebenen Bösewichte irgendwann dann doch stellen. Sie fordern eine solche eigenartige, krumme Summe, dass sich der Leser fast an den alten Comedy-Film „Otto, der Film“ erinnert fühlt, wo der damalige Held der Geschichte die Summe von 9.876,50 DM aufbringen musste und zappelnd dieser Summer hinterher rannte.

Fazit:

“Das Geschenk“ setzt in erster Linie auf Tempo und auf eine atemlose Hetzjagd mit schnell wechselnden Beteiligten, aber mit teils so waghalsigen und realtitätsfernen Aspekten, dass hier auf schönem Teller und mit edlem Besteck dann doch nur Fastfood serviert wird. Auch wenn das sicherlich seine Berechtigung hat. Wer aber neben Tempo und Dynamik auch im Hinblick auf Logik und Wahrscheinlichkeit Ansprüche an ein gelungenes Werk stellt, der sollte sich dieses Geschenk vielleicht doch noch einmal gut durch den Kopf gehen lassen.

Das Geschenk

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Letzte Kommentare:
02.04.2020 23:02:59
EmKey

Ich habe das Buch in seinem Tempo gerne gelesen. Eigentlich wollte ich unbedarft zu der Lesung gehen - die aufgrund der aktuellen Umstände abgesagt wurde - aber bis Oktober war es mir dann auch zu lange, da S.F. zu meinen Lieblingsautoren gehört.
Also: die Idee und die Geschichte sind sehr gut konzipiert. Der Schreibstil ist - wie immer - sehr gut.
Logisch hat das Buch definitiv Schwächen -
-- an Analphabetismus stirbt keiner und die Story ist leider auch am Ende sehr konstruiert ..
Gut, auch gut konstruiert, aber eben sehr konstruiert..
"Das Geschenk" ist sicher nicht Sebastian Fitzeks bestes Werk - aus meiner Sicht - , lässt sich aber sehr schön lesen.

18.03.2020 21:14:36
Shadow

Hallo miteinander,

ich bin eigentlich kein Kind von Traurigkeit und lese am Liebsten Horror Bücher, weil ich bei den normalen Sachen meistens einschlafe. Ich habe das Buch von meiner Frau als Geschenk bekommen. Milans Geschichte hat mich gut unterhalten, weil es sehr spannend geschrieben wurde, nicht immer logisch aber extrem unterhaltsam. Außerdem hat mir das Happy End am Schluss gefallen. Okay, vielleicht habe ich es ja auch falsch verstanden, aber zumindest haben die Hauptpersonen überlebt, was ich als sehr positiv empfunden habe. Deshalb finde ich die Geschichte sehr empfehlenswert. Oder um es mit anderen Worten zu schreiben, meine dunkle Seite fand die Geschichte echt krass!!! Weiter so.

22.02.2020 10:01:16
ZeugeAmoahs

Fitzek ist Fitzek und bleibt Fitzek... der Plot in seinen Grundzügen wie immer grossartig. Sprachlich ist er so oder so ein virtuose und für mich einer der besten seines Faches.
Sein Problem ist der Schluss... Er findet einfach keinen Abschluss und kein Ende.
Eigentlich wäre es mit überraschungen gut gewesen, als man merken musste wer das Hauptopfer ist. Das war ein grandioser Schachzug und wäre ein tolles Ende gewesen.
Danach werden die Irrungen und Wirrungen immer grösser und schwieriger - und zum Schluss wir die ganze Sache dann .... na ja irgendwie schwierig und der letzte Anflug von Realitätsnähe verfliegt.
Weniger Wendungen etwas mehr Tiefe wäre ein Gewinn.

23.01.2020 06:18:18
Steffi

In meinen Augen ist dies das schlechteste Buch, das ich je von ihm gelesen habe. Ich bin sehr enttäuscht! Ein nicht enden wollender Alptraum von obskuren Zusammenhängen, deren Auflösung bis zum Ende nicht recht passen will. Es scheint, als versucht Fitzek auf jeder Seite noch etwas draufzusetzen, aber das einzige was sie steigerte, war meine Vewirrtheit und Enttäuschung. Die Story und der Gedanke dahinter sind klasse, aber die Umsetzung ist m. E. nicht fitzek-typisch.

19.01.2020 11:22:23
Heidemarie

Auch ich, ein treuer und großer Fan, des literarisch eigentlich begnadeten Autoren, musste mit "Das Geschenk" nunmehr feststellen, dass dem Werk die mangelnde Logik und Tiefgang einen großen Abbruch getan haben.
Zwar ist der Schreibstil, wie immer, durchaus fesselnd und die Story entfaltet sich so schnell, dass man sich als Leser dem Weiterlesen nicht entwehren kann - jedoch wäre ein stringenteres und logischeres Konzept der Geschichte besser gewesen.

Insbesondere der Umstand, dass eine 13-Jährige sich so einen perfiden Plan hatte ausdenken können, schien mir zu abwegig und hat mir ab der Mitte des Romans, den Spaß ein wenig verdorben.
Ich hoffe Fitzek's nächstes Werk wird solider.

06.01.2020 17:32:13
gerlisch

Inhalt:

Milan Berg steht in Berlin an einer Ampel, neben ihm hält ein Auto, ein verzweifeltes Mädchen presst einen Zettel an die Scheibe. Doch Milan kann ihn nicht lesen, denn er ist Analphabet. Er nimmt die Verfolgung des Autos auf, denn er ist sicher, dass das Mädchen in Gefahr ist. So beginnt eine Hetzjagd die Milan bis nach Rügen führt.

Meinung:

Ich habe mich sehr auf den neuen Fitzek-Thriller gefreut, aber wurde diesmal leider ein bisschen enttäuscht. Er hat zwar nach bester Fitzek-Manier ein Wahnsinns-Tempo, hatte aber meiner Meinung nach ein paar unglaubwürdige Passagen, wie z.B. eine Leiche wurde im Wald entsorgt und keiner merkt es, und was war das bitte schön für ein Blödsinn mit den Pillen???

Gut fand ich das vom Autor aufgegriffende Thema Analphabetismus und die Beschreibung wie eine betreffende Person damit umgeht. Die Figuren des Romans haben mich leider nicht überzeugt, vielleicht lag es daran, dass zu viel Tempo in zu wenig Buchseiten gepackt wurde, dadurch war die Handlung etwas verwirrend und undurchsichtig. Der Schluss war zwar gut konzipiert mir aber irgendwie nicht sehr logisch.

Fazit:

Wie immer spannend und fesselnd geschrieben, ich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber ich hoffe bei seinem nächsten Werk wieder auf mehr Logik und sinnvolleren Plot.

15.12.2019 12:17:36
Michael

Die Story ist wirklich völlig abstrus und abwegig. Was nützt der flüssige Schreibstil, wenn die Geschichte einfach keine Tiefe hat! Hinzu kommt die gänzlich überflüssige blutrünstige Brutalität, das ist einfach nur abstoßend ist. Ein wirklich guter Krimi hat das nicht nötig. Ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, will ich ich es geschenkt bekommen habe, aus Respekt vor dem Schenker, selbst verschenken würde ich es nie und nimmer.

10.12.2019 12:07:58
Andreas Hurling

Ich schließe mich der Rezensentin an. Die Geschichte geht schnell voran und ist spannend geschrieben.
Zum Schluss wirkte die Story ein bisschen so, als sei die Deadline zur Abgabe des Manuskripts näher gerückt. Wenn man böse gestimmt ist, könne man unterstellen, das Ende sei etwas oberflächlich zusammengeschustert.
Empfehlen kann ich dieses Buch denen, die das eine oder andere Auge hinsichtlich der Glaubwürdigkeit zudrücken können, weil das Lesen bis zum Schluss Spaß gemacht hat.

28.10.2019 09:35:11
Margit Raven

Mich hat das "Geschenk" nicht überzeugt. Dass, was einem Thriller-Autor gelingen sollte, ist das Identifizieren des Lesers mit den Protagonisten. Gerade wenn man wie ich den neuesten Roman des begnadeten Stephen King (Das Institut) gelesen hat, ist der neue Fitzek ein literarischer Absturz. Die Idee mit dem Analphabeten, der den Hilferuf eines Kindes nicht lesen kann, hat Karin Slaughter mit ihrem leseschwachen Agenten Will Trent wesentlich besser und glaubhafter umgesetzt. Ich habe Fitzek in "Abgeschnitten", "Der Augenjäger", "8 Nacht" schon wesentlich besser erlebt. Durch die Seiten von "Das Geschenk" habe ich mich förmlich durchgequält. Also auf keinen Fall empfehlenswert.

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