Ein Tod ist nicht genug

Erschienen: Februar 2020

Bibliographische Angaben

übersetzt aus dem Englischen von Fred Kinzel
Originaltitel: All the Beautiful Lies

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Carola Krauße-Reim
Wenn Morden zur Banalität wird

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Apr 2020

Auch in seinem neuen Werk entpuppt sich Peter Swanson einmal mehr als ein Meister der Psychospielchen. Auch wenn der deutsche Titel nicht ganz unpassend ist, wäre eine wörtliche Übersetzung des englischen Originals besser gewesen, denn all die schönen Lügen („All The Beautiful Lies“) bestimmen das Leben aller Beteiligten.

Es gibt ein „Früher“ und ein „Jetzt“

Die Geschichte bewegt sich auf zwei Zeitebenen. Immer wieder werden in das gegenwärtige Geschehen auch Rückblicke in die Vergangenheit eingebaut. In diesen Kapiteln lernt der Leser einige der Protagonisten besser kennen, als es die Handelnden im Thriller können. Man erhält so wichtige Einblicke in Psychen, die so ganz anders sind, als sie scheinen.

Schrittweise erklärt die Handlung in der Vergangenheit die Vorkommnisse in der Gegenwart,  und offenbart dabei etliche menschliche Abgründe, die verborgen unter der Oberfläche schlummern. Der dadurch gewonnene Wissensvorsprung hält die Spannung bei der Lektüre konstant hoch.

Zwar wird auch dem Leser der Mörder bis zum Schluss nicht auf dem Silbertablett präsentiert, doch ihm ist ziemlich schnell klar, dass all die schönen Lügen das Leben in Harrys Familie zu einer Farce oder einem Theaterstück verkommen lassen. Hier wird im Hintergrund und Verborgenen das eigentlich Relevante gelebt.

Peter Swanson spielt mit dem Leser, indem er immer wieder scheinbare Tatsachen als Täuschungen entlarvt, Geheimnisse offen legt und überraschende Wendungen an genau den richtigen Stellen einbaut. Das zieht den Leser sehr schnell in den Bann der Geschichte und hält ihn auch dort, denn die Spannung reißt nicht ab und bewegt sich permanent auf hohem Niveau.

Charaktere tragen die Geschichte

Bei Swanson gibt es kein Geballer, keine wilden Verfolgungsjagden und auch keine verspritzten Gehirne. Hier geben die Charaktere den Ton an und generieren durch ihrepersönlichen Abgründe den Thrill, denn jeder lebt eben seine schönen Lügen. Schritt für Schritt werden die Persönlichkeiten förmlich geschält.

Schnell wird dabei klar, dass Alice nicht die sanfte Stiefmutter ist, die sie vorgibt zu sein, ihr Stiefvater, John Richter, viele Hintergedanken hatte, und selbst Bill, das Opfer, auch so einiges zu verbergen versuchte. Einzig Harry ist eine Konstante, nur er scheint keine Geheimnisse zu haben. Er muss jedoch in Abgründe blicken, die ihn verunsichern, ihm aber auch zeigen, dass das Leben nicht immer so sein muss, wie es den Anschein hat.

Sein Vertrauen bringt ihn und andere in Gefahr und wird mehr als einmal erschüttert. Die mit dunklen Geheimnissen gespickte Geschichte gipfelt in einem packenden Finale, das den Bogen von der Gegenwart in die Vergangenheit schlägt und ein würdigen Schlusspunkt hinter einen spannungsgeladenen Thriller setzt.

Fazit:

Peter Swanson stellt einmal mehr unter Beweis, dass er packende Bücher schreiben kann. Er zeigt, dass ein guter Thriller keine Gewaltexzesse braucht, um fesselnd zu sein. Durch seine brilliant geschilderten Charaktere, gepaart mit einer gut aufgebauten Geschichte, erzeugt er eine stetig zunehmende Spannung, die in einem rasanten Finale gipfelt. „Ein Tod ist nicht genug“ ist ein dramatischer und komplexer Thriller, den es zu lesen lohnt.

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