Der Präparator

Erschienen: Juni 2019

Bibliographische Angaben

Kerstin Fricke (Übersetzer)

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Andreas Kurth
Ein rasanter und knackiger Thriller

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jul 2019

FBI-Agent Tatum Gray ist von Los Angeles nach Quantico gewechselt - allerdings nicht komplett freiwillig. Jedenfalls gehört er jetzt zur Einheit für Verhaltensanalyse unter der Leitung von Captain Christine Mancuso. Die schickt ihn erst einmal nach Chicago, wo die örtliche Polizei es mit einem Serienmörder zu tun hat, der seine einbalsamierten Opfer öffentlich in speziellen Posen zur Schau stellt. Die Presse nennt den Killer den “Präparator”, und Gray bittet Mancuso darum, ihm Zoe Bentley, die forensische Psychologin der Einheit, nach Chicago zu schicken.

Die ist von ihrem neuen Partner nicht so wirklich begeistert, aber es wird eine dritte Frauenleiche gefunden, und die beiden raufen sich notgedrungen zusammen. Zoe vermutet schnell einen Zusammenhang zu Mordfällen, mit denen sie in ihrer Jugendzeit konfrontiert wurde. Es gibt schon bald den üblichen Zoff zwischen den Bundesagenten und den örtlichen Cops, aber Gray und Bentley bleiben hartnäckig. Zoe gerät schließlich in tödliche Gefahr, aber dem Ermittlerduo gelingt irgendwann der Durchbruch - zumindest in einem Fall.

Traumatische Erfahrung als 14-jähriges Mädchen

Mike Omer ist bei seinen Recherchen zum Profiling von diesem Berufsbild fasziniert worden, und hat deshalb eine forensische Psychiaterin zur Protagonistin seiner neuen Thriller-Reihe gemacht. Die Mischung aus Fakten und Bauchgefühl hat ihn besonders gereizt, weil man bei diesem Beruf beides gleichermaßen benötigt. Für die Figur Zoe Bentley habe er kein reales Vorbild gehabt, berichtet Mike Omer im Interview mit der Krimi-Couch, sondern von seiner dichterischen Freiheit Gebrauch gemacht.

Um Bentley und ihr Handeln verstehen zu können, ist ihre Geschichte als Jugendliche ganz wichtig, und hier wurde der Autor von den Krimis von Enid Blyton inspiriert. Als Zoe Bentley 14 Jahre als war, wurden in ihrer Heimatstadt mehrere junge Mädchen vergewaltigt und ermordet. Die junge Zoe war fasziniert von der Jagd nach dem Serienmörder, besorgte sich heimlich Fachliteratur und machte sich ihre eigenen Gedanken, und identifizierte ihren Nachbarn als Tatverdächtigen. Natürlich glaubte niemand dem Mädchen, aber ihr Nachbar hörte von den Verdächtigungen. Schließlich stand nur noch eine Tür zwischen dem Verbrecher, Zoe und ihrer kleinen Schwester, die sie um jeden Preis schützen wollte.

Zoe Bentley ringt ständig um Anerkennung ihrer Kollegen und Vorgesetzten

Der Nachbar verschwand schließlich spurlos, aber Zoe Bentley hat das Erlebnis von damals nie vergessen. Und vermutlich hat diese “Verbrecherjagd” dazu beigetragen, dass sie zur Profilerin geworden ist - und zu einer sehr guten noch dazu. Bentley hat einige berufliche Erfolge vorzuweisen, aber dennoch ringt sie ständig um Anerkennung ihrer Kollegen und Vorgesetzten. Es nagt nach wie vor an ihr, dass ihr damals als Kind nicht geglaubt wurde.

Mit Zoe Bentley hat Mike Omer eine starke Frauen-Figur kreiert, die so dominant ist, dass ihr Partner in diesem ersten Roman der geplanten Reihe zwar nicht an die Wand gespielt wird, aber dennoch deutlich in den Hintergrund tritt. Er dürfte im nächsten Band deutlich mehr Bewegungsfreiheit bekommen.

Bentley ist nicht wirklich der Typ einsamer Wolf, aber sie neigt schon dazu, impulsive Entscheidungen zu treffen - und hofft dann darauf, dass ihr Partner ihr folgen möge.

Das Personal des Romans, also hauptsächlich das Ermittler-Duo Bentley und Gray, macht den Leser von Beginn an neugierig. Die beiden sind ziemlich unterschiedliche Typen, jeweils Außenseiter auf eine ganz eigene Art. Das macht sie später dann zu einem ziemlich guten Team.

Bundesagenten sind nicht immer so arrogant wie in den Filmen

Zoff mit den lokalen Cops tritt in Filmen und Romanen, in denen es um FBI-Agenten geht, fast immer auf. Laut Mike Omer ist das kein Muss, aber er glaubt, dass es bei der Zusammenarbeit von mehreren Behörden fast immer Reibungen gibt. Nun sind Bundesagenten zweifellos unterschiedlich geprägt, und nicht alle treten so arrogant auf, wie man es aus Filmen und Büchern kennt. Die Jungs in den dunklen Anzügen kommen angeschlendert, zeigen ihre Marke und sagen den Provinz-Cops, dass sie sich verziehen sollen…

Zoe Bentley und Tatum Gray versuchen dagegen schon, mit den Polizisten in Chicago gut zusammen zu arbeiten, aber irgendwann entwickelt der Fall eine derartige Dynamik, dass es nicht immer wie gewünscht mit der Abstimmung klappt. Insgesamt ist es aber durchaus wohltuend, dass die beiden Bundesagenten hier nicht als überheblich und arrogant dargestellt werden, und sich die Konflikte auf einem niedrigen Level abspielen.

Fazit:

Ein rasanter und knackiger Thriller, in den Mike Omer so einige Zuspitzungen und überraschende Wendungen eingebaut hat. Der erste Band soll nach seiner Aussage dazu dienen, dass sich Tatum Gray und Zoe Bentley kennen gelernt haben, es wird also weitergehen mit dem dynamischen Ermittler-Duo. Nach dem Cliffhanger zum Abschluss kann man sich als Leser darauf freuen - atemlose Lektüre und gute Unterhaltung sind zu erwarten.

Der Präparator

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Letzte Kommentare:
07.06.2019 16:51:09
Cliff Barnes

Der Roman hat viele viele Wendungen die einem am Ende überraschen
Gut ausgearbeitete Charaktere, besonders der Killer überzeugt in Motiven und Handlungen.