Vergiss nie - Ich weiß, wer du wirklich bist

Erschienen: November 2019

Bibliographische Angaben

übersetzt aus dem Englischen von Christoph Göhler
Originaltitel: Forget my name

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Thomas Gisbertz
Solider Thriller aus England

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Feb 2020

Eine junge Frau steigt in einem kleinen englischen Dorf aus dem Zug. Ihre Tasche wurde gestohlen, und mit ihr ihre Identität. Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Noch nicht einmal an ihren Namen. Nur eines weiß sie noch: wo sie wohnt. Jetzt steht sie vor Tonys und Lauras Tür. Sie behauptet, dort zu leben. Die beiden behaupten, sie noch nie zuvor gesehen zu haben. Einer von ihnen lügt - und die Wahrheit ist so schockierend, dass sie das Leben der drei für immer zerstören könnte.

Amnesie oder Lüge?

Als die Unbekannte von Dr. Susie Patterson untersucht wird, scheint sie zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen: dissoziative und anterograde Amnesie. Das bedeutet, dass sich die Patientin nicht an Vergangenes erinnern kann und die Merkfähigkeit für neue Bewusstseinsinhalte massiv reduziert ist. Die Ursache ist zumeist Überbelastung oder Stress. Die einzige Hilfe scheint derzeit darin zu bestehen, abends Listen des Erlebten anzulegen, damit sich die junge Frau überhaupt orientieren kann.

Gleichzeitig kommt die Unbekannte aber nicht nur der Ärztin bekannt vor. Mehr und mehr verhärtet sich der Verdacht im Dorf, dass es sich im Jemma Huish handeln könnte. Diese wurde vor zwölf Jahren wegen Totschlags verurteilt, nachdem sie einer Freundin mit einem Küchenmesser die Kehle aufgeschlitzt hatte. Nachdem sie ihre Strafe abgesessen hatte, wurde die psychisch labile junge Frau einfach entlassen und ist seitdem verschwunden.

Handelt es sich bei der Unbekannten tatsächlich um Jemma? Ist der scheinbare Gedächtnisverlust nur eine Täuschung? Der einzige, der ihr traut, ist Tony. Dieser scheint ein besonderes Interesse an ihr zu haben, von dem aber niemand wissen darf.

Freier Journalist und Korrespondent

J. S. Monroe ist das Pseudonym des englischen Thriller-Autors John Stock. Nach seinem Englisch-Studium in Cambridge schrieb Stock für fast alle renommierten Tageszeitungen Großbritanniens. Er arbeitete unter anderem als Auslandskorrespondent für den Daily Telegraph und als Redakteur für BBC Radio 4. Seine jahrelange Tätigkeit in Indien und anderen asiatischen Ländern fließt immer wieder in seine Werke ein.

Hierzulande erregte Stock zum ersten Mal 2017 mit seinem Thriller „Finde mich - bevor sie es tun“ für Aufsehen, der durchweg gute Kritiken erhielt. In Großbritannien erscheint im Juni 2020 bereits der nächste Roman mit dem Titel „The other you“.

Wendungen und Täuschungen

Zugegeben, der Thriller braucht trotz des interessanten Themas etwas, bis er richtig in Gang kommt. Zwar liest sich der Roman durchweg flüssig, aber der Autor schafft es zunächst nicht, Spannung aufkommen zu lassen. Dafür sind die Andeutungen und Spannungsmelder zu einfach zu durchschauen. Das gleiche gilt für das ständige Legen von falschen Fährten. Man weiß sehr früh, dass Tony ein dunkles Geheimnis in sich trägt und dieses etwas mit seiner großen Furcht, wie sein Vater an Alzheimer erkranken zu können, zu tun hat.

Der Autor bietet dem Leser zu viele Handlungsstränge, die am Ende zwar zusammengeführt werden, dies aber sehr zu Lasten der Logik. J. S. Monroe bemüht hier allzu oft den Zufall. Die Handlung nimmt im letzten Drittel eine unerwartete Wendung, die aber nur durch eine hanebüchene Idee des Autors überhaupt erst möglich ist. War die Handlung bis hier noch soweit durchdacht, wenn auch zum Teil etwas langatmig, so wirkt sie an dieser Stelle konstruiert und unglaubwürdig.

Spannung zum Ende hin

Während die Handlung zunächst eher gemächlich dahin plätschert, nimmt der Thriller mit zunehmender Dauer an Fahrt auf. Aber erst als die Unbekannte plötzlich und unerwartet den Ort wieder verlässt, gelingt es dem Autor, den Leser wirklich zu fesseln. Je mehr die Amnesie der Unbekannten schwindet, umso mehr wird auch das Geheimnis ihrer Vergangenheit aufgedeckt. Hier überschlagen sich nun fast die Ereignisse und der Leser wird für einen bis dahin eher durchschnittlichen Thriller entschädigt. Es lohnt sich, den Thriller nicht zu früh aus der Hand zu legen.

Oberflächliche Figurendarstellung

J. S. Monroes Figuren sind zum Teil zu glatt und passen in einen typischen Plot wie diesen: Da gibt es die geheimnisvolle Unbekannte, den undurchsichtigen Ehemann Tony, dessen ängstliche Frau Laura sowie den erfahrenen Ermittler, von dem die ambitionierte Assistentin noch einiges lernen kann. Das alles ist zu bekannt und wenig überraschend. Wirklich gelungen und außergewöhnlich ist lediglich die Darstellung der Unbekannten, bei der der Leser häufig rätselt, was Wahrheit ist und was Täuschung. Sie alleine trägt die Handlung und zieht den Leser mit zunehmender Dauer immer stärker in ihren Bann.

Fazit:

J. S. Monroes Thriller erinnert an die Romane anderer englischer Autoren wie J. P. Delaney („Believe me“, „The girl before“) oder auch Claire Douglas („Still alive“, „Missing“). Bei allen geht es zumeist um eine rätselhafte, undurchsichtige Frau und deren Geheimnis. Man kennt dieses Motiv seit den letzten Jahren zur Genüge, wodurch es an Faszination verloren hat. Dennoch ist „Vergiss nie“ ein insgesamt solider, zum Ende hin zunehmend spannender Thriller, der mit einem überraschenden Schluss aufwarten kann.

Vergiss nie - Ich weiß, wer du wirklich bist

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