Rechtswalzer

Erschienen: Januar 2019

Bibliographische Angaben

Dauer: 554 Minuten
Sprecher: Robert Reinagl
Autorisierte bearbeitete Fassung

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Thomas Breuer
Tanzend in ein totalitäres Regime

Buch-Rezension von Thomas Breuer Apr 2019

Leben in Österreich kann so herrlich sein. Gerade jetzt im Jahre 2024 mit einer neuen Regierung, den LIMES. Diese Partei schaut noch auf ihr Volk, dass es ihm gut geht und ein jeder glücklich ist. Recht und Ordnung sind oberstes Gebot in der Alpenrepublik. Leider vergisst Malte sein U-Bahnticket, und weil alles seine Ordnung hat, gerät er ordentlich unter die Walzen der Justiz.

Vom Schwarzfahren und anderen Kapitalverbrechen

Malte Dinger, Getränkehändler in Wien, sinniert noch darüber, welche neuen Getränke-Variationen er kreieren möchte, da hört er die fatalen Worte: „Fahrschein bitte!“

Kein Problem, es ist ja eine Monatskarte vorhanden. Blöd nur, wenn diese die Gattin eingesteckt hat. Auch hierfür gibt es eine Lösung. Auf dem Bahnsteig wird noch über ein Bußgeld verhandelt, da mischt sich ein Polizist ein. Irgendwie wird man sich nicht einig. Ein Zahn fliegt durch die Luft.

Malte Dinger, plötzlich Insasse der Justizanstalt Josefstadt, überlegt, wie er aus diesem Schlamassel wieder raus kommt. Zur selben Zeit wir in der Stadt ein männliche Leiche gefunden. Kommissar Groschen ist für diesen Fall zuständig. Bizarr ist nicht zuletzt die Mordmethode. Verstrickter und seltsamer wird das Umfeld, wohin das Opfer den Kommissar für die Aufklärung hinführt.

Ohne Politik, wär das Leben zu einfach

LIMES heißt die neue Partei, die im zukünftigen Österreich die Regierung bildet. An oberster Spitze der „Meister“ und sein „Meisterlein“. Eine Anspielung an die aktuelle Türkis-blaue Regierung, welche den Grundstock für den Aufstieg des LIMES bewirkt, ist offensichtlich. Amüsant zu hören ist wie der Meister mit seinem LIMES die schöne Alpenrepublik in ein orwellsches Ozeanien verwandelt.

Ob Häftling oder ermittelnder Kommissar, jeder hat unter Beeinflussung der machthabenden Politiker zu leiden. Besonders für Malte, der leider seine Zelle mit einem Regierungsgegner teilen muss. Daher entwickelt sich sein Häftlingsleben immer schwieriger.

Was so alles in und aus dem Darm flutscht

Neben den politischen Aspekten und der Kriminalhandlung fasziniert vor allem das Alltagsleben des armen Malte Dinger. Von seiner Verhaftung bis zum Prozess gleicht die Handlung einer Mischung aus Kafkas „Der Prozess“ und Monty Pythons „Das Leben des Brian“. Einerseits ist es schockierend, wie mit dem Häftling umgegangen wird, anderseits so gekonnt humorvoll, dass nur gelacht werden kann.

So gibt es im „Häfn“ (Knast) nur einen Ort, wo Dinge sicher versteckt werden können. Damit Malte seine Ehefrau anrufen kann, kackt dessen Mithäftling schnell mal ein Mobiltelefon hervor. „So etwas möchte ich auch kacken“, denkt sich da Malte und lernt schnell dazu, denn als er in Einzelhaft einen wichtigen USB-Stick findet, verschwindet dieser schnell im schwarzen Loch.

Schmutziges Hörerlebnis

Dass im Roman „Rechtswalzer“ viele dreckige Szenen vorkommen, gehört zu den zweiten Auffälligkeiten in diesen Roman. Besonders wenn diese vorgelesen werden, dringen sie intensiver ins Bewusstsein, als wenn nur darüber gelesen wird.

Der Sprecher Robert Reinagl schafft es seine Hörer einzufangen. Mit seiner Stimme ummantelt er einen Roman, der so manche dreckige Kulisse in ein angenehmes Hörerlebnis verwandelt.

Fazit:

Trotz Kriminalhandlung ist „Rechtswalzer“ mehr ein kritischer Roman gegenüber jetzigen, beziehungsweise zukünftigen Regierungen Österreichs, sowie gegenüber der Gesellschaft an sich. Ein gutes Hörerlebnis, wo die Aufklärung des Mordes eher weniger interessiert als das Umfeld.

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