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Liv ist seit dem sechsten Lebensjahr tot, ertrunken in der Brandung. Das zumindest lässt ihr Vater Jens die Behörden glauben. Jens ist ein krankhafter Sammler, getrieben von der Angst, seine einzige Tochter zu verlieren. Und so lebt Liv in der Einsamkeit eines Containers hinter dem Hof, versteckt zwischen selbst gezimmerten Särgen und in Harz konservierten Tieren - ein sorgsam von der Außenwelt abgeschirmtes Leben, ein Leben in der Falle. Meisterhaft erzählt Ane Riel von einer scheinbar verkehrten Welt, in der aus Liebe Obsession wird und aus dem Wunsch nach Sicherheit tödliche Gefahr.

Harz

Harz

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Letzte Kommentare:
28.09.2019 16:39:25
Annabell95

skuril & anders
3 von 5 Sternen

Erstmal vorneweg gesagt, dass Buch hat definitiv seinen Reiz aber konnte mich leider nicht ganz so überzeugen.

Die Familie von Liv ist ganz anders. Ihre Eltern wollen sie nicht in die Schule gehen lassen, weil sie Angst haben, dass Liv ihnen dann weggenommen wird. Stattdessen inszenieren sie einen Bootsunfall und erklären Liv für tot. Danach darf Liv nur noch im Container leben und dort auch nicht wirklich raus, weil sie nicht gesehen werden darf. Ihr Vater stellt Fallen auf, die die Familie rechtzeitig warnen sollen, wenn sich andere Personen sich dem Hof nähern, damit sich Liv rechtzeitig wieder im Container verstecken kann. Ihr Vater Jens Haarder ist ein Messie oder wie Liv es nennt ein "Sammler" und hat seine Mutter getötet, weil sie scheinbar etwas falsches gesagt hat. Wird er alles verdeckt halten können oder kommt doch etwas ans Licht?

Zugegeben, anfangs habe ich nicht das Thema dieses Buches verstanden. Erst zum Ende wurde mir klar, dass es um die Angst geht sein Kind zu verlieren. Außerdem wird in diesesm Buch auch die Messie-Syndrom thematisiert und was die Gefahren dabei sind. Teilweise fand ich es echt gruselig zu lesen, allein schon wie sich der Vater Jens Haarder so verhalten hat.

Das Buch hat wirklich seinen Reiz doch leider ist es für mich nicht wirklich ein Thriller. Dazu fehlte mir die Spannung und ich muss zugeben, dass ich mich teilweise gelangweilt habe. Die Geschichte kam überhaupt nicht richtig in Gang und es hat mir dieser Spannungskick gefehlt. Es liegt wahrscheinlich an dem Schreibstil, dass sehr viel immer wieder wiederholt wird nur eben aus einer anderen Personenperspektive. Das einzig gute daran war, dass man so einen noch besseren Eindruck von den Charakteren bekommen hat, was ich interessant war.

Mein Fazit ist also, dass mich das Buch leider nicht überzeugen konnte. Für mich ist es mehr eine Familientragödie statt einem Thriller.

12.08.2019 08:24:29
KerMelis

Das Taschenbuch HARZ von Ane Riel fällt schon optisch durch das tolle Cover direkt ins Auge! Schon die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen, und nachdem ich es leider nicht für eine Leserunde gewonnen habe bin ich sofort losgegangen um es mir zu kaufen.
Die Geschichte ist extrem spannend, wenn auch leicht verstörend! Eine bedrückend und dunkle Atmosphäre wird sehr bildlich beschrieben und mir fiel es schwer das Buch aus den Händen zu legen.
Liv's Vater macht alle glauben, dass seine Tochter mit sechs Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Eigentlich möchte er sie schützen und hälllt sie deswegen in großer Einsamkeit versteckt. Sie lebt in einem Container zwischen Krempel und in Harz konservativen Tieren.
Eigentlich ist es fast unvorstellbar, doch leider Ane Riel beschreibt alles so real, dass ich oft das Gefühl hatte echt erlebtes zu lesen.
Dieser Thriller hat es in sich und ich empfehle ihn gern weiter!

10.08.2019 15:01:21
Nijura

Faszinierendes hochdramatisches Familiendrama

Eine Familie – Vater, Mutter, Kind – sie lieben einander und doch ist diese Liebe unheilvoll. Jens, der Vater mutiert mit der Zeit zum krankhaften Sammler, die Mutter wird immer dicker und kraftloser und verlässt kaum mehr das Bett.
In Jens wächst immer mehr die Angst, alles zu verlieren, so wie seinen Sohn, den Zwillingsbruder von Liv, der tödlich verunglückt ist. Als Liv sechs Jahre alt wird und zur Schule gehen müsste, meldet Jens der Polizei, seine Tochter sei ertrunken. So muss sein Kind nicht den Hof verlassen und wächst versteckt und einsam in einem Container heran. Und Jens tut alles, um dieses Geheimnis zu bewahren…

Meine Meinung:
Ich habe das Hörbuch gehört, es wird von drei verschiedenen Sprechern gelesen. Einmal aus erzählerischer Sicht, des weiteren aus der Sicht der Mutter und der Tochter.
Das Buch ist kein wirklicher Thriller, sondern ein Familiendrama, aber es ist zu jeder Zeit eine subtile Spannung zu spüren.
Am Anfang ist Jens noch ein recht normaler Mensch, aber mit der Zeit wird er immer seltsamer, diese allmähliche Wandlung wird sehr gut beschrieben.
Liv die Tochter, wird in das Handeln des Vaters mit einbezogen, auch wenn sie manches seltsam findet, so liebt sie ihren Vater und hilft ihm bei vielen Sachen, die ich als Außenstehender abstoßend empfinde. Aber für Liv ist das die Normalität.
So richtig spannend wird es, als ein Fremder diesen Frieden stört und das Ausmaß der Zustände auf dem Hof richtig sichtbar werden.

Fazit: Ich bin immer noch fasziniert von diesem spannenden Familiendrama, das so ganz anders ist, als alles was ich bisher gelesen habe. Absolute Lese- bzw. Hörempfehlung!

05.08.2019 15:42:13
subechto

Herrlich makaber

Dies ist der erste Satz: „Im weißen Zimmer war es dunkel, als mein Vater meine Großmutter umgebracht hat. Ich war da. Carl war auch da, aber ihn haben sie nicht entdeckt.“
Was für eine skurrile Familie. Der Vater hat die Großmutter getötet und auch die Mutter fürchtet, dass er ihr möglicherweise eines Tages das Leben nimmt.
Jens Haarder lebt isoliert auf einer kleinen Insel. Er führt eine Schreinerei und lebt mit seiner Familie in einem duftenden Kiefernwald. Jens‘ Leben verläuft jedoch nicht wie geplant, da Verlust um Verlust ihn allmählich bricht.
Jens ist ein Messie, ein krankhafter Sammler, der sich nicht von Dingen trennen kann. Er ist davon besessen, seine Tochter zu verlieren, wenn sie zur Schule muss. Deshalb meldet er sie bei den Behörden als tot. Seitdem lebt Liv in einem Container, versteckt zwischen selbst gezimmerten Särgen, in Harz konservierten Tieren...
„Harz“ von Ane Riel ist kein typischer Thriller, sondern eine grausame und ergreifende Darstellung der Erziehung der kleinen Liv. Es ist eine Geschichte von Krankheit und Verrat sowie von Loyalität und Fürsorge.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Liv, in einer schönen, ganz eigenwilligen Sprache. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Man merkt, dass der Autorin ihre Figuren sehr wichtig sind. Liv ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn sie hat viel Empathie.

Fazit: Eine spannende und herzzerreißende Geschichte. Unbedingt lesen!

04.08.2019 12:45:18
books4ever

Beklemmendes Familienporträt

Die 6-jährige Liv lebt mit ihrem Vater Jens und ihrer Mutter Maria auf einem abgelegenen Hof im nördlichen Teil einer kleinen Insel, dem Kopf. Wie auch schon sein Vater sammelt Jens krankhaft alle möglichen Dinge, die ihm bei seinen Streifzügen über die Insel in die Hände geraten. Zudem leidet er unter der ständigen Angst, seine einzige Tochter Liv verlieren zu können. So kommt es, dass er seine Tochter schließlich eines Tages als ertrunken meldet und diese sich fortan immer öfter in einem Container auf dem Hof verstecken muss. Mit der Zeit entwickelt sich Jens Liebe zu seiner Tochter mehr und mehr zu einer gefährlichen Obsession.

Für „Harz“ wurde Ane Riel zurecht mit vier skandinavischen Krimipreisen ausgezeichnet. Detailliert und schonungslos schildert die Autorin das Leben der Familie Haarder auf ihrem einsamen Hof. So erlebt der Leser hautnah mit, wie sich die Familie immer mehr von der restlichen Inselbevölkerung abschottet und die kleine Liv zusehends in völliger Isolation aufwächst.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Liv, ihrem Vater Jens und ihrer Mutter Maria, welche in Form von Briefen an ihre Tochter zu Wort kommt, geschildert. Besonders deutlich werden die Folgen dieser Isolation, wenn die kleine Liv von ihrem Alltag erzählt. Für sie ist es völlig normal, zwischen all dem Schrott zu leben, den ihr Vater über all die Jahre angesammelt hat, und nachts allein auf Beutezug durch das Dorf zu gehen. Bereits zu Beginn des Buches schildert sie völlig nüchtern, dass sie gesehen hat, wie ihr Vater ihre Großmutter umgebracht hat. Ein wirklich schockierender erster Satz und noch dazu, wenn er von einem 6-jährigen Mädchen kommt.
Im Laufe der Handlung gerät die Situation auf dem Hof mehr und mehr außer Kontrolle. Jens Haarder wird nur noch von dem verzweifelten Obsession getrieben, seine Tochter vor der Außenwelt zu schützen, da er fürchtet, sie eines Tages verlieren zu können. Dabei greift er zusehends zu immer drastischeren Maßnahmen.

„Harz“ ist ein beklemmendes und düsteres Familiendrama. Die Autorin nimmt sich viel Zeit, um das Leben der Familie Haarder zu schildern und man erhält tiefe Einblicke in das Innenleben der einzelnen Familienmitglieder. So kann man - zumindest ansatzweise - nachvollziehen, warum Jens so ist, wie er ist und wie er diesen Weg einschlagen konnte. Ein spannender Krimi der etwas anderen Art mit Gänsehautgarantie!

31.07.2019 16:52:23
subechto

Herrlich makaber

Dies ist der erste Satz: „Im weißen Zimmer war es dunkel, als mein Vater meine Großmutter umgebracht hat. Ich war da. Carl war auch da, aber ihn haben sie nicht entdeckt.“
Was für eine skurrile Familie. Der Vater hat die Großmutter getötet und auch die Mutter fürchtet, dass er ihr möglicherweise eines Tages das Leben nimmt.
Jens Haarder lebt isoliert auf einer kleinen Insel. Er führt eine Schreinerei und lebt mit seiner Familie in einem duftenden Kiefernwald. Jens‘ Leben verläuft jedoch nicht wie geplant, da Verlust um Verlust ihn allmählich bricht.
Jens ist ein Messie, ein krankhafter Sammler, der sich nicht von Dingen trennen kann. Er ist davon besessen, seine Tochter zu verlieren, wenn sie zur Schule muss. Deshalb meldet er sie bei den Behörden als tot. Seitdem lebt Liv in einem Container, versteckt zwischen selbst gezimmerten Särgen, in Harz konservierten Tieren...
„Harz“ von Ane Riel ist kein typischer Thriller, sondern eine grausame und ergreifende Darstellung der Erziehung der kleinen Liv. Es ist eine Geschichte von Krankheit und Verrat sowie von Loyalität und Fürsorge.
Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Liv, in einer schönen, ganz eigenwilligen Sprache. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Man merkt, dass der Autorin ihre Figuren sehr wichtig sind. Liv ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn sie hat viel Empathie.

Fazit: Eine spannende und herzzerreißende Geschichte. Unbedingt lesen!

26.07.2019 23:10:17
Büchermaulwurf

Erschreckend und beklemmend

Mit „Harz“ hat Ane Riel zu Recht alle vier wichtigen skandinavischen Krimipreise abgeräumt. Ich würde es jedoch nicht als Krimi oder Thriller bezeichnen. Es ist eher ein Familiendrama, das sich nach und nach zum Thriller steigert und mit einem dramatischen Finale abschließt.

Sehr gut gefiel mir auch das Cover, dass ich immer wieder gerne in die Hand nehme. Der Titel „Harz“ aus Bernstein ist ungemein passend und die plastisch hervortretenden Holzklötze runden es ab.

Zum Inhalt: Die Familie Harder lebt auf einer kleinen Insel, abgeschottet von der Außenwelt. Doch hier ist nichts normal, auch wenn das die sechsjährige Liv denkt. Ihr Vater Jens ist ein krankhafter Sammler mit starken Verlustängsten, was seine Familie betrifft. Ihre Mutter ist stark übergewichtig und kann das Bett zuletzt nicht mehr verlassen und die kleine Liv muss sich in einem Container zwischen Gerümpel verstecken, da ihr Vater ihren Tod vorgetäuscht hat. Die obsessive Liebe des Vaters mündet schließlich in eine Katastrophe.

Ruhig und eindringlich, aber auch überaus fesselnd entwickelt die Autorin die Familientragödie aus verschiedenen Perspektiven. Das meiste wird aus der naiv kindlichen Sicht von Liv erzählt. Das alltägliche Grauen, das hier Einzug in den Familienalltag gehalten hat, lässt dem Leser zeitweise den Atem stocken. Und die Sichtweise von Liv macht es um so beklemmender.

„Im weißen Zimmer war es dunkel, als mein Vater meine Großmutter umgebracht hat. Ich war da.“

Man erhält auch durch Rückblenden einen Einblick in die Kindheit und Jugend von Jens. Die Wandlung seines Charakters von einem gutaussehenden, naturverbundenen jungen Mann, hin zu dem verwahrlosten Messie wurde sehr gut und nachvollziehbar beschrieben. Auch die übergewichtige Mutter Maria kommt durch Briefe zu Wort, die sie für Liv geschrieben hat und die ebenfalls sehr betroffen machen. Sie liebt ihren Mann noch immer, trotz ihrer schrecklichen Lage.
Obwohl Jens wirklich erschreckende Dinge tut, spürt man doch, dass er nicht „böse“ ist, sondern aus Liebe zu seiner Frau und Tochter handelt, die er unter keinen Umständen verlieren will. Diese Wandlung von obsessiver Liebe in Wahnsinn wurde sehr gut beschrieben. Ganz am Ende gibt es noch eine schockierende Enthüllung, die mich genau wie die Familientragödie noch einige Zeit beschäftigt hat.

Fazit:
„Harz“ ist ein ungewöhnliches Buch, dass mich gleichzeitig gefesselt, erschüttert, schockiert und mir Gänsehaut verursacht hat. Von mir gibt es die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung.

25.07.2019 13:38:02
Miss Marple

Schwer zu ertragen

Die Autorin präsentiert dem Leser eine Familientragödie, die kaum ertragbar ist. Ständig ist man versucht, dieses Buch zu schließen, ob der unterschwelligen Grausamkeit. Das beginnt bereits auf den ersten Seiten, als aus Sicht des Mädchens Liv berichtet wird, wird der Vater die Großmutter tötet. Aber man möchte ja wissen, wie es weitergeht. Es sind die leisen, so dramatischen Töne dieser Familiengeschichte, die den Leser in Atem halten. Wir erhalten aus verschiedenen Perspektiven Einblick in Livs Leben, wobei mir der naive und nüchterne Blick des Kindes auf die Katastrophe am besten gefallen hat. Trotz allem würde ich „Harz“ nicht als Thriller bezeichnen, eher als Familiendrama. Auch der Auslobung als preisgekröntes Buch auf dem Klappentext und der Vergleich mit Stephen King könnte zu falschen Erwartungen führen.

24.07.2019 09:25:48
mrsrabes bookaccount

Eine kleine dänische Insel, eigentlich ein wunderbarer Ort zum Leben. Der „Kopf“ der Insel ist durch eine schmale Nehrung, dem „Hals“ mit dem Rest der Insel verbunden. Dort am Kopf, in dieser Abgeschiedenheit wächst Jens Haarder mit seinem älteren Bruder Mogens und den Eltern Silas und Else auf. Den frühen Tod des Vaters verwindet der sensible und eigenbrötlerische Junge kaum. Später gründet Jens mit Maria, der Pflegerin seiner Mutter seine eigene kleine Familie. Doch es ist wieder ein schwerer Verlust, der Jens vollkommen aus der Bahn wirft.
Nicht jeder Thriller braucht reißerische Effekte. In Ane Riels Thriller „Harz“ reicht der kleine private Wahnsinn eines Mannes, der in seiner selbst gewählten Isolation immer mehr in seiner eigenen verkehrten Welt lebt und alle mitnimmt, die er liebt.
„Nein, er konnte nichts entbehren. Was ihn verließ, kam nicht zurück. Und darum verließ ihn nichts.“

Es ist eine obsessive, fehlgeleitete Liebe, die Jens Haarder die Grenzen zwischen Freund und Feind, zwischen Normalität und Wahn nicht mehr erkennen lässt. Hier wird eine Besessenheit beschrieben, die durchaus im Bereich des Möglichen liegt, was viel stärker auf mich wirkt als haarsträubende Killerstorys.
Die Autorin erzählt die Geschichte teilweise aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Kindheit und Jungend von Jens wird von einem durchaus neutralen und beobachtenden Erzähler geschildert. Aber auch die sechsjährige Tochter Liv berichtet aus ihrer kindlich naiven Sicht, eine Perspektive die das ständig ansteigende Grauen noch mehr vorantreibt. Was uns Liv nicht erzählen kann, wird oft durch Briefe der Mutter an das Kind ergänzt.
„Harz“ ist ein Thriller, der eine ganze Palette an Gefühlen erzeugt, man wünscht und hofft ganz stark, dass Liv, dieses kleine Leben, gerettet werden kann. Es ist unglaublich in seiner Eindringlichkeit. Die Grausamkeiten Mensch und Tier gegenüber sind verstörend und trotzdem führt einen die Autorin auf seltsam behutsame Weise durch diese beklemmende Tragödie.

23.07.2019 14:49:04
Jules118

Wie weit kann man gehen, um das zu schützen, was einem das liebsten im Leben ist? Das ist die zentrale Frage in diesem Buch. Wie lange kann man es schaffen ein Lügengerüst aufrecht zu erhalten.
Jens Haarder ist mit Maria verheiratet und hat mit ihr die Zwillinge Carl und Liv bekommen. Nach dem frühen Tod von Carl und dem Druck von außen durch seine Mutter, beschließt Jens seine Tochter für tot zu erklären, damit ihnen diese nicht weggenommen werden kann.
Unter dem Buch habe ich mir etwas anderes vorgestellt, allerdings war ich angenehm überrascht.
Der Erzählstil ist gut zu verstehen und das Buch flüssig zu lesen. Die Erzählung wechselt immer wieder zwischen den Hauptpersonen des Buches hin und her. Anfangs fand ich es etwas verwirrend, aber man gewöhnt sich dran.
Zu Beginn springt die Geschichte etwas oft zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hin und her, was sich im Laufe aber ändert. Jedes Kapitel hat eine eigene Überschrift, wodurch man immer genau weiß wo in der Geschichte man sich gerade befindet.
Schockierend ist aber wozu ein Mensch fähig ist, wenn er Angst um sein Kind und seine Familie hat.
Alles in allem ein guter Thriller, bei dem allerdings noch mehr machbar gewesen wäre.
5 Sterne

21.07.2019 16:51:53
SaintGermain

Die 6-jährige Liv lebt zusammen mit ihren Eltern auf einem abgelegenen Teil einer Insel, der Kopf genannt wird. Sie wird von ihren Eltern gelehrt, allerdings lernt sie außer lesen und schreiben Dinge wie Diebstahl, Jagd und auch Mord. Als ihr Vater seine Mutter tötet, der Liv in einer Schule anmelden will, wird sie von ihrem Vater als tot gemeldet und muss sich fortan verstecken.

Das Cover des Buches und auch der Klappentext haben mich neugierig auf das Buch gemacht. Das Cover ist zwar nicht außergewöhnlich, passt aber perfekt zum Buch und ist auch sehr gut gemacht.

Das Buch wurde mit den 4 wichtigsten skandinavischen Krimi-/Thrillerpreisen ausgezeichnet. Dies kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Die Spannung ist relativ niedrig gehalten, immer wieder gibt es sehr langweilige Passagen und einen Überraschungsfaktor gibt es sowieso nicht - es wird ja auch kein Täter gesucht.

Es handelt sich weniger um einen Thriller (oder Krimi) wie es am Cover angepriesen wird, sondern um eine Mischung aus Psychogramm und Familientragödie. Die Charaktere wurden meiner Meinung nach sehr überspitzt bzw. übertrieben dargestellt, und trotzdem fehlte ihnen etwas die Tiefe.

Da ist zu einem Jens - der Vater von Liv - der vom liebenswürdigen, hübschen Tischler immer mehr zum Messi wird und damit nicht nur das Haus, sondern den ganzen Grund zumüllt und dies alles durch Diebstahl, wie er es schon von seinem Vater "gelernt" hat.

Zum anderen ist da Maria - die Mutter von Liv - die von einer hübschen, eher energischen Frau plötzlich zu einer fetten Person verkommt, die ihr Bett nicht mehr verlassen kann und auch nicht mehr sprechen kann.

Und schließlich eben dann Liv, die nicht nur die Diebstähle durchführt, sondern auch ihren toten Zwillingsbruder sieht und mit ihm redet und alles hinnimmt wie es kommt, obwohl sie eigentlich ganz anders wirkt - energisch und reif für ihr Alter.

Zusätzlich dann noch Jens Bruder und seine Eltern. Jens Mutter ist ebenso außergewöhnlich, denn zuerst ist sie falsch und gemein, sodass sie einen Sohn vom Hof vergrault und schließlich selbst den Hof verlassen muss und man ihr sogar die Tötung ihres Enkels glaubt. Allerdings war sie vorher eigentlich relativ nett und genauso kehrt sie auch später zurück. Sie will plötzlich allen - vor allem Liv - helfen, bis sie von Jens ermordet wird.

Auch insgesamt war der Schreibstil nicht meins. Immer wieder gibt es endlose Aufzählungen der gesammelten Dinge von Jens, die ohne Komma und mit sehr vielen "und" nicht nur irrelevant, sondern auch langweilig waren.

Insgesamt war das Buch für mich nicht wirklich ein Vergnügen zu lesen. Schade, denn aus dem Thema hätte man mehr herausholen können, indem man Spannung erzeugt hätte und so einen Thriller daraus hätte machen können.

Fazit: Psychogramm und Familientragödie ohne Spannung und daher definitiv kein Thriller oder Krimi. 2,5 von 5 Sternen.

07.07.2019 09:22:42
niggeldi

Ein ungewöhnlicher Thriller

Jens Haarder lässt alle Welt glauben, seine sechsjährige Tochter Liv sei bei einem Unfall gestorben. Dabei hat er nur unglaublich große Angst, sie zu verlieren, weshalb er zu dieser drastischen Methode greift. Von nun an muss sich Liv verstecken und in einem Container hausen, um ja nicht gefunden zu werden ...

Das Cover finde ich einfach toll! Die bernsteinfarbenen Buchstaben ziehen sofort den Blick auf sich und ich wurde dazu verführt, mir das Buch sofort zu sichern. Auch die hervorstehenden Holzklötze sind eine gute Umsetzung des Buches.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, ich hatte das Buch innerhalb weniger Stunden durchgelesen.
Livs Erzählungen zu Beginn sind fesselnd und beinhalten viele Andeutungen, die zum Weiterlesen animieren. Die Geschichte ist durch verschiedene Perspektiven sehr abwechslungsreich, mal erzählt Liv, mal wird die Vergangenheit ihres Vaters beleuchtet und auch die Mutter kommt in ihren Briefen zu Wort. Die Charaktere sind detailliert beschrieben und man fühlt wirklich mit jedem mit. Jens' äußerlicher und innerlicher Verfall ist authentisch dargestellt und es ist immer ein unterschwellig düsteres Gefühl vorhanden. Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht sagen, da es sonst zu viel verraten würde.

Ich finde, das Buch hat seine Auszeichnung mit dem skandinavischen Krimipreis mehr als verdient und gebe 5 Sterne.