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Thomas Gisbertz
Spannende Fortsetzung der „The Fourth-Monkey-Reihe“

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Aug 2019

Seit Monaten herrschen in Chicago Minustemperaturen, als die Leiche der jungen Ella Reynolds eingefroren im See gefunden wird. Sie wurde vor drei Wochen vermisst gemeldet – der See ist aber bereits seit Monaten zugefroren. Die Medien beschuldigen den berüchtigten Four Monkey Killer Anson Bishop, aber Detective Sam Porter will nicht glauben, dass er damit etwas zu tun hat. Er kennt den Serienkiller gut, denn er hat ihn geschnappt und laufen lassen - und er hat noch eine Rechnung mit ihm offen. Porter hat sich auf ein gefährliches Spiel eingelassen, währenddessen verschwindet ein Mädchen nach dem anderen.

Kehrt Anson Bishop zurück?

Detective Sam Porter und sein Team von der Chicago Metropolitan Police bekommen es erneut mit einem Serienkiller zu tun, der Mädchen entführt. Anders als der berüchtigte Four Monkey Killer (4MK), der vor wenigen Monaten sein Unwesen trieb, verstümmelt der Entführer seine Opfer aber nicht, um den Angehörigen nach und nach ein Ohr, die Zunge und die Augen zu schicken, bevor er die Geiseln tötet. Stattdessen müssen die Ermittler diesmal erstaunt feststellen, dass alle Opfer in Salzwasser ertrunken sind, obwohl das nächste Meer hunderte von Kilometern entfernt ist.

Aber damit nicht genug: Sämtliche Mädchen wurden zuvor mehrfach wiederbelebt. Warum rettet der Killer seinen Opfern das Leben, um sie später doch zu töten? Während die Medien sich darauf einschießen, dass der 4MK wieder zuschlägt, zweifelt Porter daran, da die Vorgehensweise eine andere ist. Damals mussten Mädchen und jungen Frauen sterben, weil ein Angehöriger Schuld auf sich geladen hatte. Die jungen Leben wurden lediglich ausgelöscht, um das Verbrechen eines anderen zu sühnen.

Diesmal tötet der Killer aber auch die Väter der ersten beiden Opfer. Warum sollte Bishop seinen Modus Operandi plötzlich ändern? Erneut stellt sich für die Ermittler die Frage, wie die einzelnen Fälle zusammengehören bzw. was die Opfer miteinander verbindet. Es bleibt ihnen nicht viel Zeit, denn das dritte Mädchen ist  bereits spurlos verschwunden.

Neuer Stern am Horrorhimmel

Jonathan Dylan Barker, geboren 1971 in Lombard, Illinois, ist ein amerikanischer Bestsellerautor, der sich unter anderem mit Spannungsthrillern, oft in Verbindung mit Horrorelementen, dunklen Verbrechen, Mystischem, Science Fiction und Übernatürlichem, einen Namen gemacht hat. Barker ist in seinem Schreiben stark von Stephen King, Dean Koontz, John Saul und Neil Gaiman beeinflusst.

Nachdem 2017 mit „Geboren um zu töten“ der erste Band um Sam Porter und den 4MK Anson Bishop erschienen ist, setzt Barker seine Trilogie nun mit „Das Mädchen im Eis“ fort. Der dritte Band „The sixth wicked child“ (Originaltitel) erschien in den USA Ende August. Eine Verfilmung der Reihe ist bereits in Planung.

Das Grauen ist nicht aufzuhalten

Eines wird schnell deutlich: Der Autor ist kein literarischer Schöngeist, und seinen Figuren fehlt es sicherlich an charakterlicher Tiefe. Aber hier geht es nicht um den Literaturnobelpreis, sondern um einen Spannungsthriller mit hohem Erzähltempo. Barker versteht es dabei sehr klug, immer wieder Einblicke in die Psyche des Four Monkey Killers Anson Bishop zu geben. In seiner Brutalität, Gefühlslosigkeit und Grausamkeit erinnert der 4MK stark an Thomas Harris‘ Figur des Hannibal Lector, auch wenn er nicht an dessen menschenverachtenden Zynismus heranreicht.

Die Triebfeder des 4MK ist – so seltsam dies anmuten mag – Gerechtigkeit. Allerdings bleiben dabei auch immer wieder Unschuldige auf der Strecke. Barker versteht es sehr geschickt, den Leser immer wieder auf eine falsche Spur zu führen und für Überraschungen zu sorgen. Freude an diesem Thriller werden vor allem die Leser haben, die extreme Spannung, menschliche Abgründe, brutale Verbrechen und grausame Rückblenden lieben.

Auszüge aus dem Tagebuch des Serienkillers, das Sam Porter in seinem Besitz hat,  geben immer wieder erschütternde Einblicke in den Werdegang und die Gedankenwelt des Psychopathen. Damit erklären sie ansatzweise dessen Denkweise, obwohl man nie weiß, ob das Geschriebene der Realität entspricht oder Bishops Fantasie entspringt. Unter anderem aus diesem Spiel zwischen Wirklichkeit und Fantasie zieht der Roman seine Spannung.

Ermittlungen an verschiedenen Fronten

Interessant am zweiten Band ist, dass Barker den Killer von verschiedenen Gruppen jagen lässt. Detective Sam Porter, dessen besessene Suche nach dem 4MK einer Obsession gleicht, wird von Dienst suspendiert und ermittelt auf eigene Faust. Parallel dazu machen sich seine Kollegen vor Ort in Chicago auf diese Suche nach dem aktuellen Serienkiller. Zugleich durchleuchtet FBI Special Agent Steward Diener erneut die alten Fälle um Anson Bishop. Dabei geht es ihm auch um ein mögliches Fehlverhalten Porters im Rahmen der damaligen Ermittlungen. Mehr und mehr spüren aber alle Beteiligten, dass sie nur gemeinsam die Täter fassen können.

Trotz der fast 700 Seiten kommt auf keiner Seite Langeweile auf. Barker reißt den Leser mit in die Handlung und lässt ihn bis zum Schuss nicht mehr los. Man kann sich dem Sog der Erzählung nicht entziehen – auch wenn der Thriller sprachlich eher einfach ist.

Enttäuschendes Ende

Bei allem Lob für diesen insgesamt überdurchschnittlichen Thriller, muss aber zugleich negative Kritik geübt werden. Neben der schwachen Figurenzeichnung hat der Leser – wie im übrigen auch die Ermittler - keinerlei Möglichkeit, selber durch kluges Kombinieren auf die Spur des Täters zu kommen. Anson Bishop treibt mit allen ein perfides Spiel und entscheidet selber, wie viele Informationen die Ermittler und damit die Leser erhalten. Deren Aufgabe besteht „lediglich“ darin, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Dieses Vorgehen an sich kann durchaus spannend sein, wenn man nicht den Eindruck gewinnen würde, dass Barker sich zu oft die Welt so macht, wie er sie gerade haben möchte. Dies trübt den positiven Leseeindruck doch etwas.

Des Weiteren wirkt der zweite Killer, der in diesem Band eine zentrale Rolle spielt, in seinem Handeln und Vorgehen wenig überzeugend. Seine Beweggründe, die Mädchen auf diese spezielle Art zu misshandeln und letztendlich dabei zu töten, bleiben bis zum Schluss im Dunkeln. Zwar wird am Ende deutlich, wie die einzelnen Fälle zusammenhängen, dennoch erklären sich hiermit nicht der enorme Aufwand, der betrieben wird, und besonders die Art der Verbrechen. Man spürt, dass der Autor nach dem ersten Band der Trilogie eine etwas neue Richtung geben wollte, was hier nur bedingt gelungen ist.

Fazit:

J.D. Barker legt mit „Das Mädchen im Eis“ trotz aller Einwände eine fulminante Fortsetzung der Reihe um Detective Sam Porter vor.  Die spannungsgeladene Trilogie besitzt sicherlich das Zeug zum Klassiker. Auch wenn der zweite Band nicht ganz an die inhaltliche Stärke des ersten Teils heranreicht und kleinere Schwächen hat, so sind diese bei der Wucht und dem Tempo der Erzählung, die einen regelrecht mitreißen, mehr als zu verschmerzen. Barker hält problemlos den Spannungsbogen bis zum Schluss. Ein düsterer, in die menschlichen Abgründe blickender Spannungsthriller, den man nicht verpassen sollte.

The Fourth Monkey - Das Mädchen im Eis

The Fourth Monkey - Das Mädchen im Eis

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Letzte Kommentare:
08.06.2019 18:16:53
leseratte1310

Detective Sam Porter hat mit ein paar Dämonen zu kämpfen. Zum einen hat er den Tod seiner Frau, die bei einem Raubüberfall erschossen wurde, noch nicht verwunden, zum anderen ist ihm der Four Monkey Killer Anson Bishop entkommen, weil es Sam wichtiger war, das letzte Opfer, die fünfzehnjährige Emory Connors, zu retten. Obwohl seither Monate vergangen sind, ist es der Polizei noch nicht gelungen, Bishop aufzuspüren.
Nun ist Ella Reynolds eingefroren im See gefunden worden. Sie wurde drei Wochen zuvor als vermisst gemeldet. Die Medien sind überzeugt, dass der 4MK wieder zugeschlagen hat, aber Sam Porter will das nicht glauben. Doch es gibt weitere Opfer. Als er dem FBI auf die Füße tritt, wird er vom Dienst suspendiert. Aber davon lässt sich Sam nicht aufhalten und macht sich mit Bishops Tagebuch zu einem Alleingang auf. Dabei braucht er die Hilfe der Anwältin Sarah Werner.
Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen und äußerst fesselnd. Wir lernen die Geschichte aus wechselnden Perspektiven kennen. In diesem Thriller geht es auch blutig zu, aber es sind eher die psychologischen Grausamkeiten, welche diesen Thriller so nervenaufreibend machen. Ganz besonders habe ich mit den Mädchen gelitten, die in die Hände eines Mannes mit der schwarzen Strickmütze geraten sind. Ihre Verzweiflung und Angst gehen einem sehr nahe.
Nicht nur Sam Porter ist auf der Jagd nach Bishop, auch seine Kollegen Nash, Clair und Kloz ermitteln weiter. Aber auch Poole vom FBI ist im Gegensatz zu seinem Kollegen überzeugt, dass Porter ein brillanter Ermittler ist und nimmt Gedankengänge von Porter auf.
Der Täter ist ein sehr cleverer Typ, auch wenn man die verdrehten Ansichten eines Psychopathen nicht nachvollziehen kann. Doch er ist organisiert und den Ermittlern immer einen Schritt voraus.
Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit über hochgehalten. Immer wieder gibt es Hinweise, die sich dann aber als falsch herausstellen. Dadurch wird man als Leser ständig in die Irre geführt. Doch man möchte wissen, wie alles zusammenhängt und kann daher gar nicht aufhören zu lesen.
Das Ende ist dann wirklich spektakulär.
Ein wirklich toller Thriller – sehr spannend!