Die Freundin

Erschienen: August 2019

Bibliographische Angaben

Aus dem Englischen von Sabine Schilasky
Originaltitel: Now You See Her

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Carola Krauße-Reim
Durchgehend spannend, flüssig zu lesen und nur scheinbar zu durchschauen

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Okt 2019

Während Charlotte auf Alice aufpasst, die Tochter ihrer Freundin Harriet, geschieht das Unfassbare. Ein Moment der Unaufmerksamkeit - und das Kind ist verschwunden. Charlotte ist genauso verzweifelt wie Harriet, die sich weigert mit ihr zu sprechen. Trotzdem befinden sich beide zwei Wochen nach dem Verschwinden in getrennten Verhören bei der Polizei. Was ist geschehen und warum haben beide Angst, was die andere aussagen könnte? Die Geschichte birgt mehr Geheimnisse, als es den Anschein hat. Und auch Brian, Harriets Ehemann und Alice Vater, scheint nicht der zu sein, für den ihn alle halten.

Ein gekonnt aufgebauter Plot garantiert Spannung

Perks hat die Geschichte sehr gekonnt konstruiert. Am Anfang, quasi als Prolog, steht nicht das Verschwinden von Alice, sondern ein Verhör, dass zwei Wochen danach geführt wird. Es packt den Leser, denn es wird angedeutet, dass Charlotte mehr über das Verschwinden des Kindes weiß, als sie bereit ist zuzugeben.

Anschließend wird zuerst Charlottes und dann Harriets Geschichte erzählt, wobei beide die Geschichte aus ihrer Perspektive wiedergeben. Es gibt aber auch Kapitel, in denen ein Erzähler Handlungen außerhalb des Wissens der erzählenden Protagonistin schildert. Dabei erfährt man den Stand der Dinge, wie er in der Gegenwart ist, und der wirft oft so manche Frage auf. Erst die zahlreichen eingestreuten Rückblicke erhellen das Geschehen und erklären aus der Vergangenheit heraus den gegenwärtigen Zustand.

Das macht die Geschichte von Anfang an spannend und zu einem richtigen Thriller. Denn bei jedem Eintauchen in die Vergangenheit wird ein neues Puzzleteil offenbart, das dem Leser eine Erklärung liefert, aber gleichzeitig neue Fragen aufwirft. Diese ständigen Wendungen lassen in keiner Sekunde Langeweile aufkommen. Das fulminante Finale ist ein wirklich würdiger Höhepunkt, doch den eigentlichen Schlusspunkt setzt die Zeit danach, die noch einmal auf eindringliche Weise verdeutlicht, dass für beide Frauen die Ereignisse rund um Alice Entführung Auswirkungen auf ihr jetziges Leben, aber auch auf ihre Zukunft haben.

Eine scheinbar bekannte Geschichte

Schnell wird klar, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Dabei präsentiert die Autorin ihre Protagonisten auf anschauliche Weise. Schnell werden Empfindungen beim Leser geweckt, die von Mitleid bis Wut reichen, aber auch Verwunderung und Ratlosigkeit sein können. Auch der Gedanke, dass man derartige Psychothriller schon mehrmals gelesen hat kommt durchaus auf. Doch, lassen Sie sich nicht täuschen - diese Geschichte ist anders.

Perks führt den Leser immer wieder auf falsche Fährten. Es gibt zwar auch hier den besitzergreifenden Ehemann, die dazu gehörige scheinbar willenlose Ehefrau und die Umwelt, die dieses Eheleben nicht erkennt, doch es kommt alles anders als gedacht. Das unterscheidet diese Geschichte von anderen dieser Art. Immer wieder muss der Leser seine Annahmen ändern. Erst am Schluss kann er die ganze Geschichte überblicken.

Ich fand es sehr erfreulich, dass Charlottes Gefühlswelt einen großen Raum einnehmen durfte. Sie ist alleinerziehende Mutter von drei kleinen Kindern, die  zwar keine finanziellen Schwierigkeiten hat, aber die Probleme von Schlafentzug, ständig schreienden Säuglingen und trotzigen Kleinkindern durchaus kennt. Die Entführung von Alice lässt sie in ein tiefes Loch fallen. Die Reaktion ihrer Umwelt darauf macht alles nur noch schlimmer.

Ich habe mich mehrmals gefragt, wie ich wohl auf eine Frau reagieren würde, die ein ihr anvertrautes Kind verliert. Perks schildert sehr anschaulich, dass die Entführung eines Kindes nicht nur lebenslange Auswirkungen auf das Leben der Eltern hat, sondern auf alle Beteiligten. Die erzählte Geschichte, die zahlreichen Wendungen und die gut geschilderten Einblicke in die Gefühlswelt der Figuren machen diesen Thriller zu einem wahren Psycho-Thriller.

Fazit:

„Die Freundin“ gehört für mich zu den Highlights des Jahres. Der Psycho-Thriller ist durchgehend spannend, flüssig zu lesen und nur scheinbar zu durchschauen. Neben der eigentlichen Handlung lässt er noch genügend Raum für die Gefühlswelt der Protagonisten, die den Leser zur Reflektion anregt. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

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