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Annette Wolter
Ein scheinbar perfektes Leben

Buch-Rezension von Annette Wolter Feb 2019

Laura arbeitet ehrenamtlich in einer Telefonseelsorge. Dort ist sie angesehen und beliebt, weil sie oft Kuchen in die Arbeit mitbringt oder den anderen Mitarbeitern mit kleinen Gefälligkeiten zur Hand geht. Eine gute Seele. Etwas befremdlich erscheint es dann, dass Laura die Kuchen im Supermarkt kauft und die Handarbeiten in professionelle Hände gibt. Sie ist bis auf eine Katze, die sie hasst, alleine. Ihr Mann und ihre zwei Töchter kommen später. Denkt man. Laura kocht aber immer genug und friert es ein.

Zunächst ist das Buch wie ein Tagebuch von Laura aufgebaut, und der Leser erfährt, dass diese ein rühriger Mensch ist, der sein Leben unter Kontrolle hat. Perfekt. Alles im Griff.

Stille Wasser sind tief

Bei den Telefonkandidaten ist sie sehr daran interessiert, dass sie von den Hilfesuchenden die bekommt, denen es am schlechtesten geht. Da blüht sie dann richtig auf. Einer heißt Steven und möchte sich gerne umbringen. Laura rät ihm zu und geht dabei sehr subtil vor.

Seltsam erscheint dem Leser, dass Laura immer von ihren Ankern spricht und außer besagter Katze niemanden hat, denn ihre Familie ist nie da. Auch hat sie Flashbacks aus der Vergangenheit. 

Der junge Witwer Ryan

Jetzt kommt Ryan an die Reihe, sein Schicksal zu berichten. Als sich seine schwangere Frau Hand in Hand mit einem Fremden das Leben nimmt, bricht seine Welt zusammen. Was trieb sie in den Tod? Seine Nachforschungen führen ihn auf Lauras Spur, und er beginnt das perfide Spiel zu durchschauen. Ryan ahnt nicht, zu welch drastischen Mitteln sie greifen wird, um ihr Geheimnis zu bewahren. Zunächst scheint er die Oberhand zu haben, aber er unterschätzt Laura.

Interessanter Aufbau

Das Buch ist sehr interessant und vielschichtig aufgebaut. Zu Beginn des Buches lernt man Laura kennen, die in der Telefonseelsorge Anrufe entgegennimmt und davon besessen ist, den letzten Atemzug eines Selbstmörders zu hören. Daher gibt sie „Kandidaten“, die ihr vielversprechend erscheinen und es ernst meinen, einen kleinen Schubs in die richtige Richtung.

Dadurch, dass der erste Teil des Buches aus Lauras Sicht geschrieben ist, wird man von ihrer merkwürdigen Art total gefangen genommen. Man fragt nach den Hintergründen - und kann sie doch nicht fassen. Irgendwann erkennt  der Leser Lauras Motivation tatsächlich und das Buch entwickelt einen krassen Sog.

Der zweite Teil des Buches erzählt  von Ryan als einem traurigen Witwer. Seine Frau ist in den Tod gesprungen, und für ihn bricht eine Welt zusammen. Er versucht herauszufinden, warum seine Frau gestorben ist, denn eigentlich ging es ihr doch ganz gut? Oder etwa nicht?

Am Anfang hatte das Buch eine subtile psychologische Komponente, dann kommt „Revenge“ pur.

Vom trauernden Witwer zum Dirty Harry

Ryan will sich rächen, aber Laura macht es ihm nicht leicht. Das Geschehen entwickelt ein hohes Tempo, und ich persönlich fand es wahnsinnig gut konstruiert. Schicht um Schicht, wie bei einer Zwiebel, kommt alles ans Licht. Es gibt einige überraschende Wendungen und Twists. Wer Laura schon zu Beginn des Buches unsympathisch fand, wird nochmal „belohnt“. Auch Ryan kommt nicht gut rüber. Vom traurigen Witwer zum Berserker, der hart unter der Gürtellinie agiert, macht er eine – sagen wir – interessante Entwicklung durch.

Fazit:

Ein echter Pageturner, den ich in einem Rutsch durchgelesen habe.  Endlich mal wieder ein Thriller, der mir wahnsinnig gut gefallen hat! Ein Psychothriller braucht kein Ermittlerteam. Auch das ist mir positiv aufgefallen, denn ich bin den Ermittlerpaaren mit ihren Privatproblemen etwas überdrüssig. Hier sieht man, dass es auch anders geht. Chapeau Herr Marss! Wir warten auf Nachschub.

Die gute Seele

Die gute Seele

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