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Thomas Gisbertz
Solider Verschwörungsroman

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Jan 2019

Die junge Studentin Rebecca Stahlbaum muss den tragischen Verlust ihrer Eltern verkraften, die bei einem Autounfall ums Leben kamen. Als sie den Tresor ihres Vaters öffnet, macht sie eine seltsame Entdeckung: Neben dem Stammbuch findet sie einen wertvollen Schmuckstein, einen eingefassten Rubin an einer Kette. Während die junge Frau noch rätselt, was es mit dem mysteriösen Amulett auf sich hat, wird sie ein zweites Mal überrascht, denn sie erbt ein mehr als beachtliches Vermögen. Woher hatten ihre Eltern bloß das Geld? Um mehr über das Amulett in Erfahrung zu bringen, postet sie mit ihrer Freundin Kim ein Foto bei Facebook - mit ungeahnten Folgen.

Dem Geheimnis auf der Spur

Ein Unbekannter meldet sich, der beide Frauen darauf drängt, den Post samt Kommentaren unverzüglich zu löschen. Er droht vor möglichen Gefahren - und soll damit recht behalten. Kurz darauf wird Kims Laptop gehackt, das Testament der Eltern verschwindet spurlos und in die Wohnungen der jungen Frauen wird eingebrochen. Als dann auch noch ein Anschlag auf eine nahestehende Person verübt wird, steht für Rebecca und Kim fest, dass auch ihr Leben in Gefahr ist.

Beide fliehen und versuchen gleichzeitig, dem Geheimnis um das Amulett auf die Spur zu kommen. Unterstützung finden sie in Dr. Jakob Megerlein, der als Dozent für Geschichte und Altertumswissenschaft an der Universität Lübeck arbeitet. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt: Geheimbünde von der Antike bis zur Renaissance.

Mehr und mehr wird deutlich, dass das mysteriöse Schmuckstück in Verbindung mit „Apeiron“ steht, einem Geheimbund, der angeblich nach dem Tod Alexanders des Großen gegründet wurde. Alles nur Mythos oder doch Wahrheit? Und was haben Rebeccas Eltern ihr verheimlicht?

Autorin und Verlagschefin

Petra Mattfeldt ist eine Vielschreiberin und gleichzeitig in unterschiedlichen Genres zu Hause. So verfasste sie neben zahlreichen Krimis (veröffentlicht u.a. im Knaur-Verlag) unter den Pseudonymen Caren Benedikt und Ellin Carsta historische Romane. 2014 erschien mit „Sekundentod“ ihr Krimidebüt. Seit 2017 leitet Mattfeldt darüber hinaus gemeinsam mit Burkhard P. Bierschenck den Bookspot-Verlag in Planegg.

Guter Ansatz, schwächere Umsetzung

Mattfeldt hat sich mit ihrem aktuellen Roman etwas zu viel aufgebürdet. Die Idee, dass ein Geheimbund wie „Apeiron“ weltweiten Einfluss hat sowie Regierungen und deren Handeln beeinflusst bzw. steuert, ist nicht neu. Das alles klingt sehr nach Freimaurern und Logen, wie sie zum Beispiel auch Dan Brown (u.a. „Illuminati“), Fred Vargas („Das barmherzige Fallbeil“) oder ganz aktuell James Hazel („The Mayfly“) in ihren Thrillern thematisch behandeln.
Dabei ist das Konzept, einen Roman vor dem Hintergrund einer mysteriösen und geheimen Gesellschaft zu schreiben, durchaus spannend. Die Vorstellung, dass es düstere Verschwörungen gibt, die von unbekannten Mächten gesteuert werden, fasziniert den Leser immer wieder aufs Neue.
Während es anderen Autoren wie Brown und Vargas in ihren Werken aber noch gelingt, inhaltliche Schwächen mit hohem erzählerischen Tempo, guter Figurendarstellung und einer gelungenen Mischung aus historischen Fakten und Fiktion auszugleichen, offenbart „Apeiron“ besonders hier Schwächen. Wenn historische Bezüge zur NS-Zeit oder aktuelle Anknüpfungspunkte hergestellt werden, indem Hitler und Merkel in Verbindung mit dem Geheimbund gebracht werden, wirkt dies einerseits platt, andererseits unfreiwillig komisch.

Einseitige Erzählperspektive

Der Leser erfährt leider nicht, wer nun genau hinter der Gruppe der „Bösen“ steckt. Auch wird auf deren Motive nur indirekt eingegangen. Ein Perspektivwechsel hätte dem Roman hier mehr als gut getan. So wird die gesamte Handlung aus der Sicht Rebeccas geschildert, was schnell auch etwas langweilig wird. Das ständige Füllen von „Informationslücken“ durch andere Personen ist erzähltechnisch zu einfach konstruiert. Dadurch verliert die Handlung immer wieder an Spannung und gleichzeitig wirkt alles etwas langatmig.

Schwächer gezeichnete Figuren

Auch die Protagonisten wirken zum Teil wirklichkeitsfremd. Dass es Rebecca, eine junge Studentin, und Kim, die im Rahmen ihres Volontariats für eine Zeitung arbeitet, mit skrupellosen Verbrechern aufnehmen, denen es um nichts weniger als die Weltherrschaft geht, wirkt unglaubhaft. In dieses realitätsferne Bild passt dann auch, dass Rebecca sich ihren Verfolgern gegenüber nicht nur naiv, sondern vollkommen überheblich und überzogen verhält, wenn sie diese zum Beispiel wiederholt provoziert. Auch wenn sie im Verlauf der Handlung Unterstützung erhält, die sie vor den „Bösen“ beschützt, wirkt diese Konstellation unrealistisch.

Zwar haben wir es hier mit einem Roman zu tun, in dem im Rahmen der Fiktion alles möglich ist, dennoch passt dieses plötzlich selbstbewusste Verhalten nicht zu zwei jungen Frauen, die sich zu Beginn der Handlung noch angesichts der für sie gefährlichen Situation verständlicher Weise verängstigt zeigen. Immer wieder schaffen sie es, Profikillern bzw. den „Bösen“ zu entkommen, während sie zugleich einfache Fehler begehen, auf die sie erst von anderen hingewiesen werden müssen.

Wirklich überzeugen kann lediglich die Figur des Historikers Megerlein, der ganz in seiner Arbeit aufgeht und trotz schon fast paranoider Züge als einziger weitestgehend den Ernst der Bedrohung erkennt und dementsprechend handelt. Allerdings erscheint es auch hier nicht realistisch, dass eine Verbrecherorganisation, die Banken ebenso kontrolliert wie Netzanbieter und Regierungsmitarbeiter, eine gefühlte Ewigkeit benötigt, um dem Dozenten auf die Spur zu kommen.

Fazit:

Zwar wird am Ende des Romans wenigstens die Identität zweier Personen aus dem Kreis der Verbrecher offengelegt (womit Mattfeldt durchaus zu überraschen weiß), aber auch hier stellt sich die Frage, warum diese zu diesem Zeitpunkt einerseits nicht längst geflohen sind und andererseits nicht gewarnt wurden. „Apeiron“ ist ein phasenweise spannender und auch durchaus unterhaltsamer Roman, der leicht lesbar ist, dem es aber etwas an erzählerischer Klasse und interessanten Figuren mangelt. Leider macht Petra Mattfeldt zu wenig aus ihrer guten Grundidee. Liebhaber von Verschwörungsromanen und Fans von Geheimbünden werden aber vermutlich dennoch auf ihre Kosten kommen.

Apeiron - Der geheime Bund

Apeiron - Der geheime Bund

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