Alles, was du fürchtest

Erschienen: Dezember 2018

Bibliographische Angaben

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Fred Kinzel
Originaltitel: Her Every Fear
Originalverlag: William Morrow, New York 2017
Paperback, Klappenbroschur, 400 Seiten, 13,5 x 20,6 cm ISBN: 978-3-7341-0543-2

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Carola Krauße-Reim
Spannende Psychopaten-Geschichte

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Mär 2019

Nach Swansons hochgelobtem Erstlingswerk „Die Gerechte“ lag die Messlatte hoch. Jetzt ist mit „Alles, was du fürchtest“ sein zweites Buch erschienen. In nach wie vor flüssig und gut lesbarem Schreibstil wird hier eine Geschichte erzählt, in der es nicht in erster Linie auf die Jagd nach dem Mörder ankommt. Dieser ist schon zur Hälfte des Buches bekannt.

Nein, hier geht es um die unterschiedlichen Perspektiven für ein und die selbe Zeit. Das Handeln der beteiligten Personen wird nacheinander erzählt und damit eine komplexe Geschichte geschaffen, die durch die ständig steigenden Informationen immer mehr an Komplexität und Spannung gewinnt.

Protagonisten haben alle einen Knacks

In diesem Buch ist keiner ohne Macke! Jeder schleppt sein Päckchen, mal schwerer – mal leichter. Kate hat schon ganz schön zu buckeln. Psychopathen sind ihr nicht fremd - und Ängste jedweder Art erst recht nicht. Das nervt am Anfang schon ein wenig, ist es doch für den halbwegs normalen Leser schwer vorstellbar bei Allem und Jedem Gefahren für Leib und Seele zu sehen. Doch, man gewöhnt sich an ihre Sicht der Dinge und bewundert ihren Mut, sich den tiefsitzenden Ängsten zu stellen.

Schnell wird klar, dass auch ihr Cousin Corbin nicht ganz astrein ist. Doch, was dann kommt ist schon der Hammer. Und so geht es weiter: Der Nachbar, der nahezu zwanghaft die Frau von gegenüber durch das Fenster beobachtet; der Mörder, der mehr als nur eine Macke hat; seine Eltern, die von Gott gerettet wurden, es aber bei ihrem Sohn nicht schaffen. Hier läuft keiner rund und, dass macht jeden Einzelnen menschlich, wenn auch nicht immer im positiven Sinn.

Eine Nobelwohnung im winterlichen Boston

Peter Swanson hat nicht nur in Boston studiert, er scheint die Stadt wirklich zu mögen, spielt sie doch in seinen beiden Büchern eine Rolle. Doch gerade dann hätte ich ein wenig mehr Atmosphäre erwartet. Wer noch nie in Boston war, kann sich den Flair dieser Stadt und den vor allem im Winter nicht wirklich vorstellen. Zwar werden Wetter und Umgebung angerissen, doch wie Boston zu dieser Jahreszeit sein kann, vor allem, wenn man in einer der nobelsten Gegenden dieser Stadt wohnt, ist nicht greifbar.

Corbins riesige Wohnung ist gut beschrieben, aber das Leben vor der Tür bleibt im Schatten. Auch möglicher Snobismus und Arroganz der Schönen und Reichen Amerikas hätte mehr herausgestellt werden müssen, sind diese unschönen Charaktereigenschaften ja nicht ganz unbeteiligt am Geschehen.

Viel Spannung mit unterschiedlichen Fragen

Was die Spannung betrifft, steigt der Autor schon hoch ein. Gleich bei Kates Ankunft in ihrem neuen Zuhause wird klar, mit der Nachbarin stimmt was nicht. Man stellt  sich die Frage, wie Kate mit ihren Ängsten zu recht kommt, wenn sie von dem Mord in der Nachbarwohnung erfährt und, wie es ihr gehen, wie sie sich fühlen wird. Dann kommt die Frage nach dem Mörder, die Swanson in viel Spannung verpackt, bis man nach ungefähr der Hälfte der Lektüre auch diesen kennt.

Schließlich wendet sich das Interesse der Frage nach dem Ergreifen des Mörders zu. Wieder gibt es einige Wendungen und schlussendlich gipfelt die Spannung in den unterschiedlichen Perspektiven, in denen das selbe Geschehen aus der Sicht unterschiedlich Beteiligter erzählt wird. Immer wieder wechselt die Richtung der Spannung, aber sie ist immer da – vom traumatischen Anfang bis zum etwas kitschigen Schluss.

Fazit:

„Alles, was du fürchtest“ ist ein durchaus lesenswertes, gut geschriebenes Buch. Swanson lässt die Welt zwar wie der Tummelplatz für Psychopathen aussehen, aber, die Bösen werden ja zur Strecke gebracht. Dabei ist nicht jede Handlung logisch und manches auch unwahrscheinlich, aber alles ist spannend. Die sich anbahnende Liebesgeschichte kann man als kleine Dreingabe sehen oder aber, wie ich, als etwas übertrieben und nervig. Aber, auch meine Sichtweise schadet dem Buch nicht, und ich bin schon gespannt auf den nächsten Swanson - ob Boston dann wohl auch wieder eine Rolle spielen wird?

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