Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • Paris: Grasset, 1998, Titel: 'Notre Dame sous la terre', Seiten: 312, Originalsprache
  • München: Knaur, 2001, Seiten: 334, Übersetzt: Ingeborg Ebel
  • München: Knaur, 2007
  • Augsburg: Weltbild, 2003, Seiten: 334
  • München: Knaur, 2004, Seiten: 333

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Wolfgang Weninger
Hier gibt es nur Schwarz und Weiß und im Endeffekt wirkt die Lösung an den Haaren herbei gezogen

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Sep 2003

Wir befinden uns im Jahr 1095 nach Christi Geburt. Zu Ehren Gottes wird das Richtfest der neuen Kathedrale zelebriert. Doch das Fest endet in einem Fiasko. Die Kathedrale birst und begräbt Arbeiter, Klerus und Gäste in ihren Trümmern.

Ritter Hildebert weiß als Antwort auf dieses Unglück nur eine Lösung. Er begibt sich ins Heilige Land, um dort als Kreuzritter der katholischen Kirche zu ihrem Recht zu verhelfen. Vier Jahre später kehrt er unerkannt zurück. In den Armen seines Bruder Elvio, in der Krypta der Abteikirche Mont Saint Michel, haucht er sein Leben aus. Verraten von König und Vaterland vergräbt er in der Krypta den siebenarmigen Leuchter des Moses. Die weltlichen Schätze überlässt er dem Kloster, aber die heiligen Reliquien sollen für immer im Schoß der Abteil vergraben bleiben.

Elvio, der über diesen Vorfall kein Wort verlauten lassen darf, schafft ein Gemälde, dass die Tatsachen und seine Emotionen widerspiegelt.

Neunhundert Jahre später tobt im Vatikan der Kampf um die Nachfolge von Papst Klemens XV, mit dem es zusehends bergab geht. Kardinal Spinelli gerät auf Umwegen an das Bild das Elvio gemalt hat. Sein französischer Freund Itzhak Witzberg, ein hervorragender Kunstexperte, bekommt das Bild, um dafür eine Expertise zu erstellen. Doch dieses Bild ist auch für den Monsignore Angelico und den Mafioso Alfonsi von unendlicher Bedeutung und ihre Schergen stellen dem Bild nach. Witzberg stirbt bei deren Eingreifen, aber seine Lieblingsstudentin Judith hat das Bild in ihrem Besitz und erkennt, dass es ein Geheimnis birgt, das die Papstwahl und ihr Leben tödlich beeinflussen kann.

Arnaud Delalande hat mit seinem Erstlingswerk tief in den historischen Kleruskisten gekramt. Wer den Mont Saint-Michel in der Bretagne kennt, der weiß, was dieser Bau für eine Ausstrahlung hat und welche Sagen sich um diesen Berg und seine Kirche ranken. Und genau hier setzt mein erster Kritikpunkt an. Delalande hat in ein spannendes Thema rund um die Machenschaften im Vatikan, so viele Traumsequenzen und Legenden eingepackt, dass daraus weder Krimi noch Fantasymärchen geworden ist.

Bis etwa zur Hälfte der 334 Seiten ist Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel ein packender Krimi mit historischem Ursprung. Mit fortschreitender Handlung scheinen dem Autor jedoch die Ideen ausgegangen zu sein, denn er flüchtet in überkonstruierte Heiligengeschichten, bei denen u. A. sogar der Heilige Martin mit Blitz und Donner die Feinde der Abtei vernichtet. Die Auseinandersetzungen zwischen den Monsignori gipfeln in harmlosen Streitgesprächen über die Zukunft der Kirche und plumpen Annäherungsversuchen an die Mafia.

Gleichzeitig wird die Krimiaction vollständig vernachlässigt und die smarte Kunststudentin hat nichts Besseres zu tun, als sich in die Überlegung zu flüchten, ob sie den Schleier nehmen soll, oder nicht.

Der Leser kann im ersten Teil interessiert den Ausführungen rund um das geheimnisvolle Bild folgen, das im weiteren Verlauf eher stümperhaft aus der Handlung ausgegliedert wird. So vernichtet Delalande selbst sein Ansinnen, einen historischen Kunstkrimi zu schaffen. Genau so, wie offenbar seine mangelnden Kenntnisse vatikanischer Organisationsstrukturen in einem sehr zweidimensionalen Bild des Klerus enden. Hier gibt es nur Schwarz und Weiß und im Endeffekt wirkt die Lösung an den Haaren herbei gezogen.

Es ist bedauerlich, dass aus der grundsoliden und spannenden Ausgangsituation nur ein mittelmäßiger Fantasyroman geworden ist, der zwar sprachlich bestens zu lesen ist, aber im Abschluss nicht befriedigen kann.

Das Vermächtnis von Mont Saint-Michel

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Letzte Kommentare:
28.01.2012 12:56:29
M.Reinsch

Nach 1,5 Tagen habe ich dieses sehr unterhaltsame buch beendet. Delalande ist ein interessanter Spagat zwischen Historie und Krimi gelungen. Der Aufhänger der Geschichte (Das Bild) wird zur Brücke beider Geschichten (Historie/Krimi). Besonders interessant ist eigendlich die Zerissenheit der Kirche im Umgnag mit der "Heutigen Zeit", die sich in der Aufstellung von Spinellie klar zeigt (Viel Zuviel ist nicht mehr Zeitgemäß und wird weiter praktiziert weil eine Änderung viel zuviel an den Grundfesten der Kirche nagen würde). Der historische Teil ist gut ermittelt und klar umgesetzt, der Krimi eher von der Stange. Was dieses Buch auszeichnet ist der Schreibstil, der einen recht schnell in seinen Bann zieht und einfach nur Spaß am lesen bringt.
Für mich , war es gute Unterhaltung, daher 85° Micha

02.01.2010 11:35:35
guido

ich sehe das ähnlich wie mein vorschreiber. die bewertungen könnten definitiv höher sein. ich unterhalte mich derzeit prächtig mit dem erstling von a. delalande und bin fasziniert von der sogkraft des romans.
es mag sein, dass ihm einiges zu holzschnittartig und klischeehaft geraten ist, aber das macht sein großes erzählerisches talent locker wett !

12.03.2007 16:43:07
Tom Weise

Hallo,
Also meiner Meinung nach hat dieses Buch eine bessere Bewertung verdient, da der Aufbau einfach genial ist und der Inhalt könnte bei der ganzen Verdrehung der Kirche auch real sein. Manches hätte man zwar kürzen oder streichen können, z. B. das "Wahlprogramm von Spinelli auf S.238-239, aber durch die vielen Symbole und deren Deutungsweisen kommt man viel ins überlegen.