Sicher ist nur der Tod

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • New York: Random House, 2001, Titel: 'Death Benefits', Seiten: 383, Originalsprache
  • München: Kabel, 2002, Seiten: 402, Übersetzt: Elke Link
  • München; Zürich: Piper, 2003, Seiten: 402

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Peter Kümmel

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jul 2003

Das Negativste vorneweg, und das ist die Kritik am Verlag. Den Originaltitel "Death Benefits" in "Sicher ist nur der Tod" abzuändern, ist nicht sehr glücklich, aber noch zu akzeptieren. Doch der Verfasser des Klappentextes gehört geschlagen, denn wie so oft wird wieder mal zu viel verraten. Ein Detail, was erst auf den letzten 100 Seiten offensichtlich wird, gehört einfach nicht in einen Klappentext. Das ist mehr als ärgerlich. Kann man sich mit den Klappentexten nicht ein wenig mehr Mühe geben?

Doch nun von dem, was draußen steht, zu dem, was drinnen steht. Das Thema Versicherungsbetrug offeriert schon mal wohltuende Abwechslung zum gewohnten Mord-Einerlei, doch sei verraten, ohne Mord geht es auch hier nicht ab. Thomas Perry hat mit den so gegensätzlichen Typen Max Stillman und John Walker ein Protagonistenteam geschaffen, das dem Leser einiges an Spaß bereitet. Auf der einen Seite der forsche und immer coole Ermittler Max Stillman, der selbstbewusst seinen Weg voraus geht, ohne einen Blick zurück zu seinem Partner, und der immer schon im vorhinein weiß, wie dieser reagieren wird. Auf der anderen Seite eben dieser John Walker, Statistiker bei einer Versicherungsgesellschaft und eines dieser kleinen Rädchen, die notwendig sind, damit die Versicherung existieren kann, aber dessen Anwesenheit man so gut wie gar nicht bemerkt. Ein Typ, etwas weltfremd, der nicht selber agiert, sondern nur reagiert und der, ehe er begreift, wie ihm geschieht, von seinem ruhigen Schreibtisch weg plötzlich immer wieder mitten drin in lebensbedrohlichen Situationen steckt. Natürlich weiß der Leser, sobald er diese Kombination durchschaut hat, dass sich John Walker im Verlauf der Handlung rasend schnell entwickeln wird, seine Naivität nach und nach verlieren wird und bis zum Ende hin selber die Initiative übernehmen wird. Er weiß auch, dass Stillman ebenso unmerklich von seinem hohen Ross herunter kommen und von seiner Überlegenheit etwas verlieren wird. Und natürlich weiß der Leser ebenso gut, dass sich die beiden nach anfänglichen Streitereien immer besser verstehen werden und am Ende Freunde sind. Zugegeben, überaus originell ist die Zusammensetzung nicht gerade, ein ähnliches Duo verkörperten bereits Humphrey Bogart und Katherine Hepburn im Film "African Queen", aber immer wieder unterhaltsam und sehr wirkungsvoll.

12 Millionen Dollar sind es, die die Versicherungsangestellte Ellen Snyder an Alan Werfel, den Sohn des Verstorbenen, ausgezahlt hat, selbst für das renommierte Versicherungsunternehmen Mc Claren's nicht gerade ein Pappenstiel. Soweit schien alles in Ordnung. Eine Woche später jedoch meldet ein weiterer Alan Werfel Ansprüche an den 12 Millionen Dollar an, wie sich herausstellt, diesmal der echte Alan Werfel. Ellen Snyder aber ist zu diesem Zeitpunkt unauffindbar.

Max Stillman, ehemaliger Polizist und jetziger Versicherungsdetektiv wird damit beauftragt, das Geld wieder zu beschaffen. Einige Tage treibt er sich in der Agentur herum als geheimnisvoller rätselhafter Eindringling, die Angestellten fühlen sich überwacht. Dann schließlich schnappt er sich den Statistiker John Walker und diesem - total überrumpelt - bleibt kaum etwas anderes übrig als brav zu folgen. So nach und nach stellt sich heraus, dass John Walker absolut nicht wahllos herausgegriffen wurde. Walker machte seine Ausbildung zusammen mit der verschwundenen Ellen Snyder und hatte danach einige Zeit ein Verhältnis mit ihr. Über die Trennung ist er noch nicht so richtig hinweggekommen. Stillman weiß Bescheid, aber Walker weiß nicht, dass Stillman das weiß.

Über die von Ellen Snyder eingesetzte Kreditkarte nimmt das Duo die Verfolgung auf. Obwohl nichts auf eine unfreiwillige Flucht hindeutet, ist Walker von der Unschuld seiner ehemaligen Freundin absolut überzeugt. Und schon bald merkt Walker, dass er sich da auf eine lebensgefährliche Sache eingelassen hat, denn sie müssen sich gegen bewaffnete Schlägertrupps zur Wehr setzen.

Thomas Perry hat mit "Death Benefits" einen Krimi mit abenteuerlichem Tempo mit viel Humor geschaffen. Die spritzigen Dialoge machen das Buch zu einem wirklichen Lesevergnügen. Im Stile eines Spurensuchers zieht Stillman die abenteuerlichsten Schlüsse - natürlich fast immer die richtigen - und so beginnt eine rasante Jagd quer durch die USA, von Kalifornien über Chicago, hinein in einen Hurrikan in Florida und schließlich ins ländliche New Hampshire, wo es zu einem furiosen, schon fast überzogenen Showdown kommt.

Obwohl das Buch nicht in der Ich-Form erzählt ist, begleitet der Leser John Walker auf allen Wegen und kann so richtig mitfiebern. Der Plot ist wesentlich raffinierter angelegt als es auf den ersten Blick scheinen mag. Die Handlung wird zwar zum Ende hin immer realitätsfremder, doch tut dies der Spannung und köstlicher Unterhaltung keinen Abbruch.

Perry hat mit den beiden Protagonisten zwei Charaktere geschaffen, die man bis zum Schluß hin in allen Einzelheiten kennt. Dahingegen verblassen sämtliche anderen Charaktere. Überaus gelungen ist auch die Darstellung der so unterschiedlichen Handlungsorte mit dem Hurrikan in Florida und als krasser Gegensatz die schon recht merkwürdige Atmosphäre in New Hampshire. Natürlich darf auch bei all der Spannung und Action eine Liebesgeschichte nicht fehlen.

So kann man abschließend sagen, der Krimi ist spannend, humorvoll und temporeich, bleibt dabei sogar einigermaßen logisch, hat also alles, was für gute Unterhaltung notwendig ist.

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