Dein perfektes Leben

Erschienen: November 2018

Bibliographische Angaben

  • London: Black Swan, 2017, Titel: 'One little mistake', Seiten: 442, Originalsprache
  • München: Diana, 2018, Seiten: 480, Übersetzt: Gabriele Weber-Jaric

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Carola Krauße-Reim
Vorhersehbares Psychopathen-Geschichtchen

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Mär 2019

Welche Eltern kennen den Zustand der totalen Erschöpfung nicht. Der Nachwuchs verweigert den Nachtschlaf, und ist auch tagsüber öfters mal anderer Meinung, was beides mit vehementem Gebrüll kundgetan wird. Das ist bei Vicky nicht anders, die neben dem neun-monatigen Josh auch noch zwei kleine Töchter hat. Emma Curtis schafft es, dem Leser diese gestresste Mehrfachmutter nahe zu bringen. Auch Vickys Gefühl als eigenständiger Mensch auf der Strecke zu bleiben und nur noch auf die Mutter- und Ehefraurolle reduziert zu werden, ist einleuchtend und plausibel beschrieben. Doch damit hört es auch schon auf.

Farblose Protagonisten fordern viel Vorstellungskraft

Um richtig in eine Geschichte eintauchen zu können, bedarf es Personen, die der Leser sich zumindest gut vorstellen kann, wenn nicht sogar eine Identifikation mit ihnen möglich ist. Doch, wie sehen Vicky, Amber, Tom und all die anderen aus? Hier fehlen genügend Angaben, die aus diesen Namen Menschen machen.

Sie bleiben konturlose, schwer vorstellbare Gestalten, zu denen der Leser auch nur schlecht Zugang findet. Selbst Vicky war für mich situationsbedingt zwar greifbar, aber dennoch blieb sie aufgrund fehlender Beschreibung ein Schatten ohne genaues Bild.

Vorhersehbare Geschichte mit wenig Spannung

Die Geschichte hat ohne Frage Potenzial, doch sie ist zu durchschaubar und fußt auf völlig übertriebenen Voraussetzungen. Der manchmal übergangslose Wechsel der Erzählperspektiven, und ebenso die zwei Zeitebenen helfen da auch nicht weiter. Schnell wird klar, was die Vorkommnisse aus dem Jahr 1992 bedeuten und welche Rolle Katya im Jahr 2010 spielt.

Doch selbst mit dieser Kenntnis hätte man durchaus eine spannungsgeladene Geschichte kreieren können. Aber, diese Chance hat Emma Curtis verpasst. Ihre ganze Geschichte setzt auf die Folgen, die Vicky blühen, wenn heraus kommt, dass sie Josh gefährdet hat, weil sie ihn für kurze Zeit allein ließ. Vicky lässt sich erpressen, verstrickt sich in Lügen und begibt sich in ungewollte Abhängigkeiten, weil das Jugendamt ihr ansonsten sofort die Kinder wegnehmen würde, sie den Job als Lehrerin los wäre und ihren Ehemann bestimmt gleich mit – nicht gerade nachvollziehbare Konsequenzen, ist sie doch eigentlich eine aufopfernde und liebevolle Mutter. Ohne diese Ängste würde die Geschichte nicht funktionieren. Das befremdliche Verhalten der anderen Figuren schadet dann auch noch. Amber ist eine durchschaubare Psychopathin, die aber keiner als solche erkennt und bremst, Vickys Mutter ist in allen ihren Handlungen völlig wirklichkeitsfremd dargestellt und Ehemann Tom geht selbst fremd, nimmt seiner Frau ihren Seitensprung aber mehr als übel. Spannung kommt hier nicht auf, köchelt allenfalls auf Sparflamme.

Und so plätschert das Geschehen so vor sich hin und ist mal mehr, mal weniger vorhersehbar. Nur der Schluss lässt den Leser mal wach werden, doch auch er ist so unlogisch und überfrachtet, dass die Spannung schnell wieder in sich zusammen fällt.

Fazit:

„Dein perfektes Leben“ ist eine Enttäuschung. Umschlagtext und -gestaltung ebenso. Das überschwängliche Lob von Woman & Home auf dem Cover lässt auf einen spannenden Psychothriller hoffen - doch daraus wird nichts. Fehlende Logik und Glaubwürdigkeit nehmen dieser durchschaubaren Handlung jeden Pepp und reduzieren sie auf ein Psychopathen-Geschichtchen, das zwar unterhaltsam sein kann, aber mehr auch nicht.

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