Kaltenbruch

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Droemer, 2018, Seiten: 363, Originalsprache

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Carola Krauße-Reim
Deutsche Nachkriegszeit in der rheinischen Provinz

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jul 2019

Im April 2019 folgte die Taschenbuchausgabe des im März letzten Jahres erschienen Hardcovers „Kaltenbruch“. Ort der Handlung ist das Örtchen gleichen Namens in der rheinischen Provinz. Es ist das Jahr 1954, der Krieg ist noch nicht lange vorbei. Und, obwohl es einen brutalen Mord aufzuklären gilt, wird dem Leben der Beteiligten während des 2. Weltkrieges viel Raum in dem Buch gegeben.

Sozialstudie statt Krimi

Michaela Küpper schildert sehr anschaulich das dörfliche Leben in der Nachkriegszeit. Wie überall in Deutschland müssen sich Flüchtlinge und Einheimische arrangieren. Mittlerweile gibt es schon Behelfsbehausungen für die vielen Vertriebenen, sodass sie nicht mehr auf Bauernhöfen und in Häusern zwangseinquartiert sind. Dennoch gibt es mehr als genug Spannungen und die Flüchtlinge sind weiterhin Menschen 2. Klasse.

Die Probleme, die sich hieraus ergeben werden ausgiebig dargestellt. Einzelne Schicksale beleuchtet die Autorin dann noch genauer, indem sie deren Erlebnisse während des Krieges schildert. Diese Traumata sind noch lange nicht überwunden und prägen nachhaltig das Leben im Jahr 1954. Bei all diesen Ausführungen gehen die Ermittlungen aber unter. Der Krimi wird zur Sozialstudie, in der so nebenbei noch Morde aufgeklärt werden mussen.

Jeder Dorfbewohner wird erwähnt

Der Einstieg in die Geschichte wird dem Leser nicht leicht gemacht. Gleich zu Beginn werden auf wenigen Seiten sämtliche Bewohner des Leitner-Hofes eingeführt, und, das sind nicht wenige. Wie die Verbindungen unter den einzelnen Personen sind, ist dabei nicht immer ganz klar. Wer dann das Buch nicht gleich weg legt, merkt, dass sich im Laufe des Geschehens die Lage klärt und es leichter wird, aus den Namen Individuen werden zu lassen.

Da ist es auch gut, dass die oftmals sehr kurzen Kapitel mit dem Namen der Haupthandelnden betitelt sind. Aber, trotzdem hat man das Gefühl, dass es einfach zu viele Personen in diesem Buch gibt und vom Metzger bis zum Fabrikeigentümer alle mal zu Wort kommen.

Ein Ermittlerteam als wandelndes Klischee

In Kaltenbruch gibt es nur den Dorfpolizisten Kröger. Für die Aufklärung des Gewaltverbrechens wird daher Kommissar Hoffmann samt Sekretärin in die Provinz beordert. Diese drei bilden das Ermittlerteam, dass so ziemlich jedem Klischee entspricht, das man sich nur ausdenken kann. Hier wird wirklich alles aufgefahren!

Der Kommissar ist ein Schnösel ersten Ranges, der den weltgewandten Städter gibt und dabei so lächerlich wirkt, dass er einfach nur noch peinlich und absolut unsympathisch ist. Polizist Kröger hingegen ist der Gutmütige, der vom Kommissar immer als Trottel hingestellt wird, welcher er aber mitnichten ist. Und, Fräulein Pfau, die Sekretärin, geht mit viel Gefühl an den Fall heran und kommt damit wesentlich weiter, als ihr Chef. Aber auch sie wird nicht für voll genommen, ist sie doch eine Frau – äh - ein Fräulein!

Das miefige Deutschland der 50er Jahre – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn gequalmt wird natürlich auch bis zum Lungenkrebs – ist so plakativ dargestellt, dass es dem Buch den ganzen Schwung nimmt. Dazu kommt, dass sehr schnell klar ist, wer die Täter sind und somit eigentlich nur die Empathie für die arme Marlene und die interessanten Schilderungen der Lebensumstände in Kaltenbruch den Leser bei der Stange halten.

Fazit:

Es ist gut, dass „Kaltenbruch“ auf dem Cover als Roman deklariert ist, obwohl ein Kommissar ran muss, denn ein Krimi im herkömmlichen Sinn ist es nicht. Die Ermittlungen treten in den Hintergrund und geben Kriegserlebnissen und dem Leben im Nachkriegsdeutschland viel Raum. Wer also daran interessiert ist und nicht auf einem atemraubenden Thriller aus ist, kann es einmal mit „Kaltenbruch“ versuchen. Alle anderen sollte es lassen, die Enttäuschung wäre vorprogrammiert.

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