Was ihr nicht seht

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • London: Penguin, 2016, Titel: 'My sister's bones', Originalsprache
  • München: Goldmann, 2018, Seiten: 410, Übersetzt: Elke Link

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Carola Krauße-Reim
Eine Geschichte, die lange braucht um in Schwung zu kommen

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jun 2018

Kate - traumatisiert, tablettenabhängig und uneinsichtig

Eigentlich mag ich Charaktere, die sich nicht anpassen, gegen den Strom schwimmen und ihr eigenes Ding durchziehen. Doch mit Kate wurde ich nicht richtig warm, was auch an ihren nicht immer nachvollziehbaren Aktionen liegt. Es ist überaus verständlich, dass ein Einsatz im Syrischen Bürgerkrieg traumatisch sein kann, aber weniger verständlich ist, dass sie sich als erfahrene Reporterin nicht helfen lässt.

Sie muss doch wissen, was es bedeutet nicht abschalten zu können, ständig grausame Bilder im Kopf zu haben und dann auch noch Stimmen zu hören. Eine Posttraumatische Belastungsstörung ist kein Schnupfen, den man aussitzen kann. Doch genau das versucht Kate.

Keine Schwäche zeigen, alles mit Schlaftabletten und Alkohol betäuben - keine gute Lösung. Sie will sich einfach nicht helfen lassen, obwohl ihr die Möglichkeit gegeben wird. So wird aus der eigentlich taffen Frau ein kraftloses Wrack, dem keiner glaubt. Diese Entwicklung und die Hartnäckigkeit mit der Kate an ihrem alten Leben festhält machen sie eher unsympatisch, als dass man Mitleid empfindet. Schade, eine traumatisierte, aber einsichtigere Protagonistin hätte der Geschichte nicht geschadet.

Nach vielversprechendem Cover und Prolog kommt lange nichts

Das rotmarmorierte Cover mit den ausgestanzten Wörtern und der schwarzen Hinterlegung ist schon ein Hingucker. Der Prolog, kurz und knackig, ist mysteriös und macht definitiv Lust auf das Buch. Doch was dann kommt ist erst einmal viel lauwarme Luft. Zwar wird gleich mit dem ersten Kapitel klar, dass Kate nicht nur Probleme mit der Polizei, sondern auch mit sich selbst hat, doch die Geschichte dümpelt so vor sich hin und kommt nicht wirklich in Schwung. Schade, denn Konfliktpotential ist reichlich da.

Die schwere Kindheit der Schwestern Kate und Sally, die furchtbaren Erlebnisse in den Kriegsgebieten, die persönlichen Katastrophen und natürlich die Vorkommnisse in Nachbars Garten. Aber selbst diese packen den Leser nicht. Ja, da stimmt was nicht, aber es fehlt die fesselnde Spannung, die das Buch an den Händen und die Augen an den Seiten kleben lässt.

Erst im zweiten Teil der Geschichte, der aus Sicht Sallys geschrieben ist, kommt Spannung auf. Hier werden einige Handlungen aus dem ersten, aus Kates Sicht erzähltem Teil, plausibler. Der Leser taucht endlich mehr in die Geschichte ein. Und erst im dritte Teil mit dem Showdown ist es dann so weit, dass man das Buch nicht mehr weglegen will.

Ein Plot im Jetzt und Damals

Der Handlungsstrang im ersten Teil der Geschichte wechselt zwischen der Gegenwart und der kürzlich zurückliegenden Vergangenheit. Durch Orts- und Zeitangaben weiß man immer wo man sich befindet und trotzdem kann der ständige Switch etwas verwirrend sein. Was wohl als Mittel zum Spannungsaufbau dienen sollte, ist eher nervig. Zwar erhält der Leser viele Informationen rund um Kates Leben und erkennt die Dramatik einer Posttraumatischen Belastungsstörung, aber weniger Hin- und Her wäre hier mehr gewesen.

In zweiten Teil wird die Geschichte an einem Stück von Sally erzählt, ohne den aus Teil eins bekannten Wechsel der Zeiten. Zwar geht auch sie in Gedanken in die Vergangenheit zurück, aber diese Flashbacks integrieren sich besser in die Geschichte und nehmen ihr nicht den Lesefluss. Die fulminante Aufklärung schließt die Geschichte in sich ab, beendet sie aber noch nicht. Der Blick über die Lösung der ganzen Angelegenheit hinaus ist ein überaus passender Abschluss, der den Thriller gekonnt abrundet.

Das Durchhalten lohnt sich

Zwar kommt der Thriller erst ab Seite 257 wirklich in Schwung, aber das Durchhalten lohnt sich. Wer sich bis dahin nicht entmutigen lässt, wird mit einer Geschichte belohnt, die nicht nur spannend wird, sondern auch zum Nachdenken anregt. Themen, wie Gewalt in Familien und der Welt, Missbrauch, die häufige Ignoranz der Umwelt, das "Wegschauen" und vor allem die Posttraumatische Belastungsstörung wurden von Nuala Ellwood in diesen Thriller gepackt und den Lesern sprachlich ansprechend vermittelt. Wenn dann noch die anfänglich geschürte Spannung am Köcheln gehalten worden wäre, hätte es ein wirklicher Volltreffer werden können, so aber ist "Was ihr nicht seht" zuerst mehr eine psychologische Abhandlung, bevor daraus ein Psychothriller wird.

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