Shoot out

Erschienen: Mai 2018

Bibliographische Angaben

  • Toronto: ECW, 2015, Titel: 'The deadbeat club', Seiten: 303, Originalsprache
  • Berlin: Suhrkamp, 2018, Seiten: 341, Übersetzt: Susanna Mende

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Sabine Bongenberg
Stell’ dir vor es ist Bandenkrieg und keinen interessiert’s

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Feb 2019

Wieder mal ist es Zeit, über den Begriff „Thriller“ zu sinnieren. Die gute, alte Tante Wikipedia führt dazu aus, dass das Erzeugen eines „Thrills, einer Spannung, die nicht nur in kurzen Phasen, sondern während des gesamten Handlungsverlaufs präsent ist“ ein charakteristisches Merkmal sei.

Da der Roman „Shootout“ laut Titelaufdruck unter die Sparte Thriller fällt, sollte Wikipedia aber noch anfügen, dass verschiedene weitere Eigenschaften auftreten können. So zum Beispiel, dass sich zwei Banden um einen Drogen-Absatzgebiet – wenn man es denn so nennen will - bekriegen, die so lieblos eingeführt wurden, dass es vollkommen uninteressant ist, wer in dem ganzen Hickhack gerade mal die Nase vorn hat. Wikipedia vergaß auch zu erwähnen, dass ein Thriller auch dazu beitragen kann, den Schlaf zu fördern, fielen einem doch spätestens nach Lektüre eines der – erfreulicherweise - kurz gehaltenen Kapitel unweigerlich die Augen zu. Insgesamt stellt sich also die Frage, was denn Kalteis’ Roman tatsächlich mit einem Thriller zu tun hat.

Der wichtigste Protagonist hat eher wenig zu sagen

Aber wenn denn schon möglicherweise die Frage des Thrillers mangels „Thrill“ zu verneinen wäre, so könnte doch immerhin noch ein halbwegs spannender Roman vorgelegt werden. Diese Frage wäre auch dann zu bejahen, wenn sich ein „halbwegs spannender Roman“ dadurch auszeichnen würde, dass sein Held – der Hanf-Farmer und Dealer Grey Stevens - der als einziger halbwegs sympathisch dargestellt wird, und tatsächlich eine zarte Liebesgeschichte aufbaut, immer nur mal am Rande und gelegentlich erwähnt wird. Theoretisch stellt sich die Frage, warum dieser Held dann tatsächlich der Held ist, denn auch die Hauptrolle zeichnet sich ja eigentlich dadurch aus, dass der entsprechende Schauspieler am meisten zu sagen hat  - aber sei es drum. Immerhin zeichnet sich der Held durch eine aberwitzige Flucht in einer irrsinnigen Verkleidung mit seiner Lieblings-Hanf-Pflanze im Blumentopf aus, die aber auch kaum dazu geeignet ist, einen ganzen Roman zu tragen - auch wenn der Autor die eigenartige Aufmachung mehrfach anspricht, damit der Leser dieser tollen Gag um Gottes Willen nicht versäumt.

Nicht nachvollziehbar ist dann auch, welchen Zweck Kalteis mit dem permanenten und nervigen Aufzählen diverser Markennamen verfolgt. Hat er sich mit Product-Placement ein zweites Standbein geschaffen? Soll gezeigt werden, dass sich die kanadische Drogen-Society viel zu sehr an Marken orientiert - oder wird da einfach nur ohne Sinn und Verstand nach irgendeinem Literaturpreis geschielt? Eine spannende Lektüre wird auf diese Weise nicht geschaffen und mal ganz davon abgesehen, hatte Brad Easton Ellis diesen Kniff auch schon verwendet, behauptete aber immerhin nicht, einen Thriller verfasst zu haben.

“Seine Cargohosen aus denen Bart-Simpson-Boxershorts hervorlugten, hingen tief, und er trug Converse, die einem Zirkusclown gepasst hätten. Eine Blue-Jay-Kappe auf dem Boden wurde von einer Handvoll Kleingeld dort festgehalten… „Ich date grundsätzlich keine Arschlöcher“, sagte Dara, als er ein paar Levis nahm. Dann ging er zu einem Drehständer mit Sonnenbrillen und nahm eine Ray-Ban herunter. „Wie ist die?“ …Sie drehte den Ständer nahm ein paar Oakleys heraus und sah ihm dabei zu, wie er sie gegen die Ray-Ban austauschte!“

Fazit:

Eine diffuse Handlung mit mehreren Banden von schießwütigen Dealern und Kriminellen, die so unsympathisch und austauschbar beschrieben werden, dass es kaum bis zum Ende des Romans möglich ist, den einen vom anderen zu unterschieden. Eine halbwegs glaubhafte und schöne – aber nur gelegentlich beschriebene – Liebesgeschichte. Eine weitere Liebesgeschichte, bei der nicht nachvollziehbar ist, warum und wann überhaupt Gefühle entstehen. Und ein Haufen Leichen, die den Weg pflastern und irgendwo entsorgt werden, wo sie dann auch niemand vermisst. Möglicherweise führen diese Zutaten unter zusätzlicher Zugabe von den Rauchwaren, wie sie in „Shootout“ oft und gerne verwendet und präsentiert werden, zu einem spannenderen Ergebnis. Möglicherweise hätte ich hier noch einmal weiter in die Forschung einsteigen müssen und sollen. Andererseits – man kann den Leserservice auch zu weit treiben.
 

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