Melatenblond

Erschienen: November 2018

Bibliographische Angaben

  • Köln: Emons, 2018, Seiten: 304, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Kölner Kult-Ermittler kehrt zurück

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2019

Christoph Gottwald lässt seinen großen Helden Manni Thielen wieder auferstehen, was nicht nur in Köln für Aufsehen sorgen dürfte. Ein Vierteljahrhundert liegt sein letzter Einsatz zurück, der ihn zur Flucht veranlasste, nachdem er zwei Gangsterbosse, die angeblich für den vermeintlichen Tod seiner fünfjährigen Tochter Marie verantwortlich waren, erschossen hatte.

Der Emons Verlag darf sich über diese unverhoffte Wiederkehr nach so langer Zeit freuen, bewirbt er doch selbstbewusst seinen Autor als den „Erfinder des Regionalkrimis“, basierend auf dessen Debüt „Tödlicher Klüngel“ aus dem Jahr 1984, der seinerzeit als „Köln-Krimi“ beworben wurde und damit als erster Roman bewusst den Handlungsort hervorhob.

Mögen die Experten darüber streiten, denn es gab ja durchaus noch weitere Autoren, deren Romane in den 1980er Jahren spielten und einen starken lokalen Bezug hatten. Jedenfalls sei noch erwähnt, dass die Bezeichnung „Kölns Raymond Chandler“ von Bestsellerautor Frank Schätzing stammt und spätestens jetzt sollte die Neugier der Krimifans geweckt sein. Nicht wegen Schätzing, sondern wegen Chandler.

Nach dem Debüt folgten mit „Lebenslänglich Pizza“ (1986) und „Marie, Marie“ (1994) zwei weitere Romane mit Manni Thielen, woraufhin dann die besagte Pause folgte. Nun ist er also wieder zurück, der alte Haudegen, obwohl er vor zehn Jahren für tot erklärt wurde. In Polen, welches damals noch nicht der EU angehörte, so dass sein Leichnam damals nicht nach Deutschland überführt und untersucht werden konnte.

Tatsächlich geht es in „Melatenblond“ - ein herrlich kölscher Buchtitel, der in der Domstadt eine graue Haarfarbe meint und gleichzeitig auf den größten Kölner Friedhof anspielt - schwerpunktmäßig um die Schließung der biografischen Lücke im Leben des Protagonisten. So folgen eingangs längere Rückblenden in die letzten fünfundzwanzig Jahre des Karol Stanjek wie sich Manni inzwischen nennt. Was er in der Zwischenzeit (seit „Marie, Marie“) erlebt hat und was in den drei Romanen zuvor passierte, wird ebenso umfassend wie kurzweilig erzählt und soll hier nicht vorweggenommen werden.

Starke Parallelen zu harten, amerikanischen Detektivromanen

Zum Inhalt des neuen Romans soll ebenfalls nicht viel erzählt werden, da man dann die eine oder andere (kleinere) Pointe vorwegnehmen müsste. Nur so viel: Manni vermisst seine Familie und kehrt unter denkbar ungünstigen Umständen nach Köln zurück. Er wird dringend als Zeuge in einem Berliner Mordfall gesucht, kann sich aber verständlicherweise nicht bei der Polizei melden, da er ja im Falle des Auffliegens seiner falschen Identität als früherer Doppelmörder mit einer Verhaftung rechnen muss.

„Die richtige Scheiße ist ja eigentlich die, dass ich nichts unternehmen kann. Weil Mord nicht verjährt. Strecke ich den Kopf aus dem Sand, säbeln sie mir ihn sofort ab.“

„Aber solange Marie weg ist, können die doch erst mal scheißen auf deine Morde. Außerdem hast du damals den Job für sie gemacht. Du hast Köln vom dreckigsten Gelumpe befreit, das in der Stadt je rumgelaufen ist.“

„Das sieht die Staatsanwaltschaft mit Sicherheit nicht so romantisch.“

In Köln angekommen nimmt er Kontakt zu seinem Schwager Paolo auf, von dem er überraschend erfährt, dass seine Tochter in Köln lebt und ausgerechnet bei der Kripo im KK 2 arbeitet, wo es um organisierte Verbrechen und Bandenkriminalität geht. Welch‘ Irrsinn des Lebens, erschoss doch Manni damals einen Kölner und einen russischen Gangsterboss.

Dass es so leicht sein würde, die Adresse seiner Tochter herauszufinden, hätte Manni nicht gedacht, doch wie soll sich der totgeglaubte Vater zu erkennen geben? Lange Zeit über diese Frage nachzudenken hat Manni nicht, denn der nächste Schicksalsschlag steht ihm unmittelbar bevor. Carlotta wird entführt.

Fazit:

Christoph Gottwald erzählt die Geschichte aus häufig wechselnden Perspektiven, um so das Lesetempo zusätzlich hochzuhalten. Auch wenn man nicht jedes Detail von Mannis letzten Lebensjahren wirklich wissen muss, so ist die Geschichte sehr kurzweilig und geradlinig erzählt. Man möchte dranbleiben und der action- und humorreichen Geschichte weiterfolgen. Der Vergleich zu Chandler mag passen, im Roman ist vom „kölschen Jerry Cotton“ die Rede.

Der Plot ist ungewöhnlich, wenngleich der Spannungsbogen überschaubar bleibt, denn vieles erlebt man direkt mit, so dass man den Ermittlern voraus ist. Dennoch versteht man, warum „Manni Thielen“ nicht nur beim herausgebenden Emons Verlag hoch im Kurs steht. Lokalkolorit wird einmal mehr besonders groß geschrieben, und für Kölner Leser gibt es noch als Bonus einen kleinen Vergleich von „vor 25 Jahren und heute“ obendrein.

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