NSA - Nationales Sicherheits-Amt

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Köln: Lübbe Audio, 2018, Seiten: 10, Übersetzt: Laura Maire

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Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im NSA, dem Nationalen Sicherheits- Amt und entwickelt dort Programme, mit deren Hilfe alle Bürger überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, widersetzt Helene sich. Dabei muss sie nicht nur gegen das Regime kämpfen, sondern auch gegen ihren Vorgesetzten Lettke, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet.

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Letzte Kommentare:
06.08.2020 13:45:11
Ben Vart

Das NSA ist keine Erfindung der USA. Der Computer wurde in seinen Anfängen mit Dampf betrieben. Nicht Konrad Zuse baute ein Gerät, das heute als erster funktionstüchtige Computer bezeichnet wird, sondern ein Engländer namens Charles Babbage (1791 bis 1871) brachte ihn zur Serienreife. Als in Deutschland noch der Kaiser herrschte, entstanden nicht nur die modernen Computer, sondern auch das NSA, das Nationale Sicherheitsamt, mit Sitz in Weimar. Zumindest in der Vorstellungswelt von Andreas Eschbach.

Er wirft mit seinem neuen, 800 Seiten starken Roman einen Blick in eine künftige Vergangenheit. Klingt verwirrend? Ist es aber nicht.

Tatsächlich entwickelte Charles Babbage die sogenannte „Analytical Engine“, die als Vorläufer des Computers, also auch Zuses Erfindung, gilt. Der spielt bei Eschbach allerdings noch keine Rolle, denn sein Plot ist zeitlich vor Zuse angelegt.

Computer, Mobiltelefone, eMails, SMS – das alles gibt es bei Eschbach schon seit den 30er Jahren. Mit dem Beginn des Naziterrors in Deutschland gewinnt das NSA, das alles und jeden überwacht, zunehmend an Bedeutung. Vor allem als – und hier nimmt Eschbach eine Entwicklung voraus, die in der Jetztzeit ernsthaft diskutiert wird – das Bargeld abgeschafft wird. Mit Einführung der bargeldlosen Kartenzahlung ist der NSA nichts mehr geheim. Jeder Zahlungsvorgang eines jeden Individuums wird registriert. Ärzte, Anwälte, deren Aufgabe in Vertraulichkeit gegenüber Patienten und Klienten beruht, müssen ihre Daten qua Gesetz in einer „Datensilo“ genannten Cloud speichern, auf die die NSA selbstverständlich Zugriff hat.

Nun gibt es Menschen, die werden sagen: „Na und?!“ In Eschbachs Szenario hat das fatale Folgen. Denn der Zugriff auf alle Arten von Daten und deren gegenseitiger Abgleich führt zur Aufspürung von – versteckten Juden.

Jeder Mensch muss essen. Über die Kontrolle der Lebensmittel-Einkäufe und den Abgleich mit den verbrauchten Kalorien ist leicht feststellbar, in welchen Haushalten mehr Nahrungsmittel verbraucht werden, als die gemeldeten Personen durchschnittlich benötigen. Dort besteht der dringende Verdacht, dass Menschen versteckt werden. Jüdische Mitbürger zum Beispiel. Oder Deserteure. Grund genug für Polizei und SS, sofort einzufallen und alles auf den Kopf zustellen. In Zusammenhang mit dem Abgleich der ebenfalls gespeicherten Grundrisse der Häuser und Wohnungen sind vom NSA sehr schnell und einfach auch verborgene Räumlichkeiten, die als Versteck dienen, aufzuspüren.

Und das bringt nun Helene in eine verzweifelte Situation. Sie ist beim NSA Programmiererin – in Eschbachs Sprache eine „Programmstrickerin“. Programmieren ist eine rein weibliche Aufgabe. Männer haben in dieser Zeit – wir befinden uns im Jahr 1942, der Weltkrieg tobt an allen Fronten – anderes zu tun. Sie überwachen den eMail-Verkehr, genannt Elektro-Post. Und es gibt das als „Weltnetz“ bezeichnete Internet.

Männer überwachen das „Deutsche Forum“ nach verräterischen Beiträgen, sie hacken vor allem das „Amerikanische Forum“ und manipulieren deren Mitglieder durch gefälschte, deutschfreundliche Beiträge. Desinformation nennt man das im Geheimdienst. Und die Fake-News-Debatte ist uns in unserer Zeit auch nicht neu.

Helene, Typ einfaches deutsches Mädchen nach Gretchen-Vorbild, das vieles so hinnimmt, weil es so ist, unpolitisch, wenig denkend, fängt erst an, über die Folgen ihres Handelns nachzudenken, als mit Hilfe eines ihrer Programme der Widerstandskreis der „Weißen Rose“ zerschlagen und deren Mitglieder festgenommen werden. Und als die Gefahr besteht, dass ihre große Liebe Artur gefasst wird. Artur ist nämlich von der Wehrmacht desertiert, und sie, Helene, hat ihn auf dem Bauernhof ihrer Freundin versteckt.

Der oft nüchterne, trockene Stil von Andreas Eschbach verursacht eine Gänsehaut, wenn man sich die Geschichte in Erinnerung ruft. Was die Nazis mit diesen Menschen, die nicht in ihr Klischee eines Ariers passten, die politische Gegner waren, die einfach nur politisch kritisierten, die eine gehässige Bemerkung über Hitler oder einen der anderen Parteibonzen machten, anstellten. Die Vermengung tatsächlicher Geschichte umrankt von Geschichten macht dieses Buch so spannend. Auch wenn es durchaus Längen hat, beispielsweise wenn Eschbach Helene in aller Ausführlichkeit und detailliert erklären lässt, wie eine Datenbankabfrage und die Kombination mit verschiedenen Parametern funktioniert. Hier wäre Einsparpotenzial gewesen. Aber Eschbach ist nun mal detailversessen.

31.05.2019 10:33:57
Eckhard.E.Weber

Einer der besten Romane von A.Eschbach. Was wäre wenn ? Die Möglichkeiten der Überwachung im 3.Reich mit Hilfe der "heutigen" Technik - eine unglaubliche Vorstellung ?
All dass ist heute möglich und wird dank Google und Co auch bereits genutzt.

06.01.2019 10:12:34
Uli

Eigentlich ist der Roman kein Krimi, trotzdem danke der Krimicouch für die Vorstellung des Buches. Ich habe den Roman spontanen kurz vor Weihnachten gekauft und es nicht bereut. Herr Eschbach zählt zu den Wenigen deutschen Spannungsautoren mit Niveau und dieses Werk ist echt Klasse. Die Grundüberlegung ist einfach: Wären die Computer schon im 19 Jahrhundert erfunden worden hätten die Faschisten bereits die heutige Digitaltechnik zur Verfügung gehabt. Eine spannende These, die der Autor mit vielen Überraschungen durchspielen lässt. Getragen wird das Buch von zwei Figuren, typischen Menschen jener Zeit, die allerdings etwas prototypisch gezeichnet sind. Da ist die junge Programmierrrin Helene Bodenkamp, die im titelgebenden NSA arbeitet. Aus einer kaiserlichen Zivilbehörde entstanden, wird das Amt zu einem unheilvollen Vollstrecker der totalen Überwachung des Volkes. Bodenkamp ist die sympatisch e Person, die ihre Arbeit dazu nutzt, den Mann zu retten den sie liebt aber ansonsten ist auch sie eine Mitläuferin. Eugen Lettge dagegen ist ein krankhafter Egomane, der seine Arbeit beim NSA dazu nutzt, Frauen sexuell zu erpressen, ein widerlicher Typ. Beiden wird ihr illegales Handeln zum Verhängnis weil nichts mehr geheim bleibt. In diesem Dritten Reich gibt es kein Bargeld mehr, man zahlt mit Handy oder GeldKarte und so entwickelt das NSA ein Programm, mit dem anhand der gekauften Lebensmittel versteckte Juden gefunden werden können weil die Helfer ja mehr kaufen als sie selbst brauchen. Schon in der ersten Szene wird das Versteck von Anne Frank so entdeckt, das Tagebuch vernichtet
In einer anderen Szene fliegen die Geschwister Scholl schon nach dem ersten Flugblatt auf und kommen mit 3 Jahren Gefängnis davon. Nach der ersten Erleichterungen wird einem klar: In der totalen Überwachung hätten die keine Chance gehabt aber das Wissen, dass es auch anständige Menschen gab,auch diesen Trost gäbe es nicht. Das Ende des Romans ist gruselig und hoffnungslos, vielleicht auch übertrieben, aber ich denke der Autor will uns drastisch klarmachen, welche Gefahren von einer skrupellosen Diktatur heute ausgehen kann. Man sieht es ja in China, wo ein Regimewechsel angesichts der Überwachung kaum noch realistisch ist. Ich kann den Roman wirklich nur dringend empfehlen.

14.11.2018 09:50:41
leseratte1310

Ich habe in letzter Zeit einiges über die deutsche Geschichte angefangen in der Weimarer Republik bis zum Kriegsende gelesen. Es ist ein furchtbarer Teil der deutschen Geschichte. Aber als wäre das nicht schon schlimm genug, setzt der Autor Andreas Eschbach noch eins drauf. Er führt uns mit diesem Buch vor, wie es gewesen sein könnte, wenn das damalige Regime die technischen Möglichkeiten des Internets und Mobilfunks gehabt hätte. Konnte man damals vielleicht noch davonkommen, indem man sich abduckte, wäre mit diesen Techniken nicht mehr möglich gewesen.
Helene Bodenkamp ist Programmiererin beim Nationalen Sicherheits-Amt und schafft damit die Voraussetzungen, die eine flächendeckende Überwachung möglich macht. Es dauert lange, bis Helene merkt, was wirklich läuft. Erst als ihr Geliebter desertiert und sie ihn schützen will, gerät sie mit in die Machenschaften ihres Vorgesetzten Eugen Lettke, der das alles auch für persönliche Zwecke benutzt.
Der Schreibstil von Eschbach ist gut und flüssig zu lesen. Es gibt eine ganze Reihe von speziellen Ausdrücken, die an die Zeit angepasst wurden, aber eindeutig sind.
Es ist eine spannende, aber auch sehr erschreckende Geschichte, die uns Eschbach in diesem gewichtigen Werk von 800 Seiten erzählt. Die Charaktere sind alle gut gezeichnet. Helene Bodenkamp wirkt etwas verschüchtert, obwohl sie höchst intelligent ist. Lettke dagegen ist ein widerlicher und rücksichtsloser Psychopath.
Hat man sich beim Erscheinen von George Orwells Roman „1984“ noch über eine solche Überwachung Sorgen gemacht, so hat die Wirklichkeit dieses Szenario schon vor vielen Jahren überholt. Wir sind bereits gläsern, auch wenn es von vielen ignoriert wird, denn die Sammelwut unserer Daten durch die großen Firmen wie Facebook, Google usw. wächst und wächst. Man mag sich gar nicht vorstellen, was dieses Werkzeug in falschen Händen anrichten kann.
Es ist ein Buch, in dem vieles nur schwer zu ertragen ist. Aber gerade, weil es so erschreckend ist, macht es nachdenklich und hallt nach.

03.10.2018 13:08:37
subechto

Wissen ist Macht

Um es gleich vorweg zu nehmen, das neue Werk von Andreas Eschbach ist der Hammer! Ein Horrorszenario, das Datenüberwachung durch den Staat thematisiert.
Weimar 1942: Es gibt bereits Komputer, das Weltnetz, Elektropost und tragbare Telephone. Und eine Stelle, die über alldem wacht: das Nationale Sicherheits-Amt (NSA).
Hier arbeitet Helene Bodenkamp als Programmstrickerin. Ihre Programme fragen Daten aus Tabellen ab, verknüpfen diese und erstellen Listen sogenannter Regimegegner. Auf diese Art und Weise werden auch Anne Frank und die Geschwister Scholl aufgespürt.
Während Helene Gewissensbisse bekommt, denn sie selbst versteckt ihre große Liebe, den fahnenflüchtigen Arthur, nutzt ihr Chef Eugen Lettke das System für seine ganz eigenen Zwecke…
Wie Andreas Eschbach zeigt, ist es möglich, auch völlig unblutige und dennoch spannende Thriller zu schreiben. Ich liebe „Was-wäre-wenn“-Geschichten. „Ein König für Deutschland“ ging auch schon in diese Richtung. Aber „NSA“ ist viel mehr als das. Ähnlich wie in George Orwells Roman „1984“. Ein Staat, der praktisch jeden ins Visier nehmen kann.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Helene ist mir sofort ans Herz gewachsen. Sie hat viel Empathie, ist aber auch ein bisschen naiv. Lettke dagegen mochte ich nicht. Er ist ein Kotzbrocken, ein Krimineller.
Der Autor hat in seinem visionären Roman ein erschreckendes Szenario geschaffen. Brandaktuell, bestens recherchiert und spannend erzählt. Denn die totale Überwachung ist doch längst Realität. Alles und jeder wird ausgespäht. Mit dem Internet ist unser Konsum-, Lese- und Wahlverhalten öffentlich geworden. Unser Denkverhalten auch.
Was wäre, wenn heute eine Regierung an die Macht käme, die diese technischen Möglichkeiten für ihre Zwecke missbraucht?

Fazit: Geniale Idee. Gelungener Mix aus Fakten und Fiktion. Spannend, erschreckend, real.

02.10.2018 11:38:39
Tja

Was könnte passieren, wenn ein totalitäres System die gängigen technischen Möglichkeiten zur Informationsverarbeitung intensiv entwickelt und einsetzt? Eschbach spielt dieses Szenario auf sehr eindringliche und konsequente Weise am Beispiel der Nazidiktatur durch. Vor dem Hintergrund der aktuellen Weltlage ist ihm damit ein hochpolitisches Buch gelungen, das mich sehr bewegt und erschüttert.
Der beste Eschbach! Unbedingt lesen oder hören!

30.09.2018 10:08:07
Free Speech

Spannend! Ich habe gerade mit dem Roman begonnen. Mir fehlt ein Nachwort oder eine historisch einordnende Einleitung, die darüber informiert, was historische Tatsache und was Fiktion ist.

Die Rechenmaschine von Babbage (und die elektronischen Geräte von Konrad Zuse) sind ja authentisch - welche der im Roman erwähnten Technologien und Behörden gab es zu welchem Zeitpunkt wirklich? Online-Nachschlagewerke lassen den Leser bei Spezialfragen schnell im Stich...

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