Die Tyrannei des Schmetterlings

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Der Hörverlag, 2018, Seiten: 20, Übersetzt: Frank Schätzing

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Luther Opoku, Sheriff der verschlafenen Goldgräberregion Sierra inmitten Kaliforniens Bergwelt, hat mit Kleindelikten, illegalem Drogenanbau und chronischer Personalknappheit zu kämpfen. Dreihundert Meilen westlich davon wetteifern im Silicon Valley IT-Visionäre um die Erschaffung des ersten ultraintelligenten Computers mit dem Ziel, die großen Probleme der Menschheit zu lösen. Als in Sierras Wäldern eine Biologin unter rätselhaften Umständen ums Leben kommt, muss Luther erkennen, dass sein Naturidyll längst Testgelände eigenwilliger Experimente geworden ist. Die Ermittlungen nehmen zusehends surreale Züge an. Bald schon beginnt er an seinem Verstand zu zweifeln. Tote werden lebendig, die Zeit gerät aus den Fugen - und das ist erst der Anfang einer Odyssee über die Grenzen des Vorstellbaren hinaus.

Die Tyrannei des Schmetterlings

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Letzte Kommentare:
06.03.2021 14:21:00
Gallonver

Ich habe mich mit „Der Schwarm“ schon schwergetan, und dem entsprechend hart gerungen, ob ich „Die Tyrannei des Schmetterlings“ versuchen soll. Letztlich den Ausschlag gab die Hoffnung, so wie beim „Schwarm“ über Meeresbiologie, hier was über KI lernen zu können.
Der Einstieg war wie erwartet…unendlich langatmig. Vielleicht wäre es mal eine Idee, wenn der Autor sich mit dem anderen deutschen Autor, dessen Geheimnis sich mir nicht erschließt, zusammentut, die Chancen sind meiner Meinung nach gut, dass etwas Brauchbares herauskäme. Hier Dutzende von Seiten, dort gilt das tagesaktuelle Moto des Facebook Accounts – wenn dasteht, ein Mann liebt seine Ehefrau, dann gilt das, universell bis…, na ja, bis sich das Tagesmotto halt ändert. Wobei es echt interessant wäre zu sehen ob man dann mal zu sowas käme wie „…okay, einer der Grundzüge unseres Protagonist ist, er hatte auch nach der Scheidung ein inniges Verhältnis zu seiner Geschiedenen…die auch noch tot ist – das Ganze nicht länger als vier Seiten – äh, ja, kein Problem, ein Absatz…ne, nicht er selber, seine beste Freundin fährt an einem Holzkreuz an ihrem Unfallort vorbei, davor brennt ´ne Kerze, ja , denkt sie, hat er nach den letzten starken Regenfällen alles fein wieder aufgebaut…und so bleiben dann noch dreieinhalb Seiten für die Szene mit dem honigfarbenem Supermodell, in deren mandelförmigen, dunklen Augen auch ein 90jähriger blinder Eunuch rettungslos versinken würde und die unser Protagonist dennoch von der Bettkante gestoßen hat…“ Wäre echt toll, knackig auf den Punkt und man hätte einen unverrückbaren Bezugspunkt, gegen den man alles weitere Handeln des Protagonisten laufen lassen könnte…und womöglich könnte man sogar einen Bezug eben jenem aufbauen.
Aber haben wir nicht, nur das in die Länge gezogene Gewohnte, immerhin jedoch einen, EINEN Protagonisten. Ich glaube das war das Schwerste für mich beim Schwarm, diese in beliebiger Anzahl auftretenden Personen, die ebenso rasch dem ein oder anderen Unheil zum Opfer fielen, da eine Bindung aufzubauen, insofern als man Nägel kauend dessen Schicksal verfolgt, war nahezu unmöglich.
Gut kommen wir zur Geschichte. Es ist eine Variation von „Die Geister, die ich rief…“. Das muss nicht schlecht sein hält man sich vor Augen, eine der erfolgreichsten Buchreihen der jüngsten Vergangenheit hat als Grundlage „Junge kämpft gegen einen bösen Zauberer und besiegt ihn schließlich“, also auch nicht eben das Innovative Thema. Wie immer kommt es darauf an, was man daraus macht. Und hier beginnt das Problem. Der Anfang ist besser als beim „Schwarm“, wenn auch ähnlich in die Länge gezogen, weil eben der eine Protagonist aufgebaut wird. Leider stellt man sehr schnell fest, im Grunde hat sich jedoch so gut wie nichts geändert. Der Hauptdarsteller dient lediglich als loser Aufhänger um all das an Weisheiten bzw. Wissen auf die Buchseiten zu bringen, dass dem Autor vorschwebt. Was fehlt ist die Begeisterung für die Geschichte des Protagonisten, ein Feuerwerk an Ideen, was ihm alles zustoßen kann, wie oft er dem Tod von der Schippe springen muss, bis er endlich die Jungfrau heim auf seine Burg führen kann…
All das findet nicht statt. Man merkt schnell, im Grunde ist es wie beim „Schwarm“. Die Art der Einführung des Protagonisten soll diesen vielleicht auch dem geneigten Leser näherbringen, der Hauptgrund ist allerdings die Klammer zu bilden, damit der Autor das erzählen kann, was er will, wie er es will. Der Unterhaltungswert als Geschichte hält sich dabei leider sehr in Grenzen. Und wird gekrönt im negativen Sinne durch den Umstand, der einzige, ganz kleine „Cliff-Hanger“, wird so ungefähr 50 Seiten vor dem Ende quasi in einem Nebensatz beendet. Na ja, genau genommen auch nur noch die letzte Bestätigung, die 650 Seiten vorher hätte man sich auch sparen können.
Kommen wir zum Schluss noch zu dem, weshalb ich das Buch begonnen und durchgehalten habe, um etwas über KI zu lernen. Womit für mich die zweite Enttäuschung einher geht. Denn hier haben wir leider – nichts. Na ja, im Prinzip schon, nur halt nichts neues. Was allerdings auch an meinem Alter liegen könnte, ich bin nicht viel jünger als der Autor. Ich erspar mir mal die vom ihm mit so viel Hingabe immer verwendeten Vergleiche und Hinweise. Zurück bleibt der Eindruck, und insofern hat sich das Buch dann doch gelohnt zu lesen, mit dem Begriff KI verhält es sich nicht unähnlich jenem des „Schnellen Umschaltspiels“ im modernen Fußball-Sprech. Hier ist dafür das altmodische „Konterspiel“ abgelöst worden, KI klingt halt schlicht hipper als „Automatisierte Prozesse“. Womit wir dann bei dem angelangt wären, was der Autor und seine Brüder und Schwestern im Geiste am besten können: alter Wein in neue Schläuche und das Ganze mit ganz viel Markeeeting in die Welt geblasen. Eigentlich nichts anderes als Schade, weil verschenkte Zeit und Chancen…

10.10.2020 14:11:23
Eule

Merkwürdig: mein Kommentar erscheint hier gar nicht.
Nun - dann in Kurzform: ich habe abgebrochen.

31.05.2020 14:52:43
KlausA

Ich habe mich bis zum Ende durchgekämpft (leider). Das war mit Sicherheit das letzte Buch, das ich mir von dem Autor vornehmen werde. Ein unendlich langgezogener (und langweiliger) Erzählstil. Dazu die abstrusendsten Beschreibungen, ohne Hand und Fuß. Schlichtweg katastrophal. Hier kann ich nur „Finger weg“ empfehlen- die Zeit ist zu schade. Aufzuführen, was alles nicht passt, würde ungefähr den Umfang des Buches haben. Schade, dass ich mir die Zeit genommen habe.

30.05.2020 15:24:18
Achtel

Habe ebenfalls nach einem Viertel aufgegeben. Eine undurchsichtliche Handlundg, ueberladene Sprache und uebereifrige Satzkonstruktionen machten das Lesen einfach zu muehsam. Weniger waere mehr gewesen.

18.03.2020 02:46:00
monnemonster

Ich möchte es kurz machen. Habe mich hier schwer durchbeißen müssen. Sehr langatmig, verwirrend und letztendlich langweilig. Also ich für meinen Teil möchte das Buch keinesfalls ein zweites Mal lesen.

09.01.2020 16:44:17
Martin

Mir haben "Der Schwarm" und "Tod und Teufel" sehr gut gefallen. Gegenüber diesen ist der Schmetterling "langatmig"

06.01.2020 19:42:19
Lesefreund

Eigentlich sollte das Buch heißen: "Die Tyrannei des Frank Schätzing." Nachdem Schätzing-typischen Beginn mit einem Horrorszenario wird ein zunehmend unübersichtliches, unglaubwürdiges und trotz der gewaltigen Wortakrobatik letzlich langweiligen Epos gesponnen, wo man kaum noch den Überblick gehalten kann. Es gibt kaum Entwicklungen bei den Figuren, die letzlich alle blaß und flach wirken. Auch nervt, dass der Autor immer wieder sehr präsentativ zeigt, was er alles weiß und wo er sich alles eingelesen hat - aber das wirkt nicht gut recherchiert, sondern eher selbstgefällig.

08.11.2019 11:10:43
Fallada

Ich finde das Buch gut, spannend, detailliert, informativ, wortgewandt, surreal, abstrakt, fantasievoll, wendungsreich, bildgewaltig. Man hat den Eindruck bei einigen Kritiken, dass es schwierig ist, sich einer ausschweifenden Beschreibung hinzugeben, die bei einem Thomas Mann ganz normal wären.

Fazit: Spannung und Fantasie gepaart mit Wortakrobatik und bildgewaltigen ausschweifend beschriebenen Darstellungen und Handlungen sind in der heutigen deutschsprachigen Literatur selten. Ich würde es ein zweites Mal lesen.

12.04.2019 01:04:01
Neuerbe33

Auch ich möchte das Buch gleich noch mal lesen.
Denn es ist spannend, informativ, beeindruckend phantasiereich und philosophisch.
Die Thematik der KI wird für mich gut verständlich und ausführlich in eine packende Geschichte gepackt. Da ich vor allem abends lese, musste ich mich oft zwingen nicht weiter zu lesen, um wenigstens noch ein bisschen des notwendigen Schlafes zu bekommen.
Auch wenn einige der von Frank Schätzing "gemalten" Landschaftsbilder etwas zu ausführlich geraten sind, bleibt mir die bildreiche Sprache in guter Erinnerung; manchmal hatte ich Lust, besonders schöne Sätze einfach aufzuschreiben.

01.01.2019 17:21:43
Ronny47

So schlecht wie die Mehrheit finde ich das Buch nicht. Die "Entwicklung" des Computers ARES ist sehr gut beschrieben; vielleicht hätte sich der Autor darauf beschränken sollen. Die Parallel-Universen sind aber völlig an den Haaren herbeigezogen: dass es hunderte Milliarden Lichtjahre entfernt unzählige mit unserer identische Erden gibt und Menschen und Material dorthin "übertreten" können (was nicht erklärt wird!!), ist schlicht Nonsens. Weniger ist eben doch oft mehr...

19.09.2018 18:08:39
LACK OF LIES

- Wissenschafts- und SciFi Thriller der Extraklasse; weitreichend, komplex aber leider auch äußerst abstrakt -

Frank Schätzing, seines Zeichens Deutschlands wohl investigativster Thriller- und SciFi Autor, hat sich nach dem Welterfolg "Breaking News" aus dem Jahre 2014 dieses Mal wieder der Wissenschaft und dem SciFi zugewandt. Kaum ein Schriftsteller schafft es, eine derart bildhafte und empathische Sprache zu entwerfen und diese in eine schillernd metaphorische, wie literarisch reizvolle Sprache einzubetten, um der potentiellen Leserschaft mit Leichtigkeit ein Kopfkino der Sonderklasse zu bescheren. Schnell ist man drin in der weitreichenden und komplexen Story, die im ersten, aber nicht für den Rest des Storyboards repräsentativen Kapitel "Feinde", von Söldnern im Süden Afrikas handelt. Sie wollen einen Warlord infiltrieren. Sprengstoff zünden, Brunnen vergiften und Desinformationen steuern. Doch was die jungen Männer und ihren Anführer Agok während ihres lautlosen Angriffs erwartet, hätten sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht auszumalen getraut. Dieses erste Kapitel dient jedoch lediglich als einleitender Appetizer und hat mir der eigentlichen Story wenig zu tun.

Der zweite Teil und eigentliche Erzählstrang handelt vom ghanaisch-amerikanischen Undersherriff Luther Opoku und seinem Deputy Ruth Underwood, die die Leiche einer jungen Frau an einem Steilhang in der Sierra Nevada in Kalifornien untersuchen. Herauszufinden ob es ein Unfall war, der die junge Frau vierzig Meter weiter unten in die Äste eines Baumes trieb oder ob sie vielleicht sogar herunter gestoßen wurde, bleibt Aufgabe der beiden schlecht ausgerüsteten Staatsbediensteten und ihrer Kollegen. Die Tote war Mitarbeiterin des Silicon Valey Big Players Nordvisk Incorporated. Einer Firma, die sich mit künstlicher Intelligenz, sowie maschinellem Lernen befasst und eine Außenstation in Flugplatzgröße in Sierras' weitläufigem Hinterland betreibt. Kurz vor ihrem Sturz in den Tod hatte sie einen Unfall mit einem schwer gepanzerten Firmenfahrzeug, dass unweit des Tatorts aufgefunden wird. Als ein USB IDKey im Wagen der Toten gefunden wird, gerät der Stein allmählich ins Rollen. Auf dem IDKey befinden sich nämlich Informationen, die einige Mitarbeiter von Nordvisk Incorporated in arge Erklärungsnöte bringen dürften. Nachdem sich Undersherriff Opoku mit CEO Hugo van Dyke auf der Außenstation von Nordvisk Incorporated zu einem Gespräch trifft und sich bei dieser Gelegenheit Mitarbeiter und Gelände zeigen lässt, geschehen plötzlich merkwürdige, kaum zu begreifende Dinge. Das Geheimnis, das der Hightech-Konzern tief im Berg seiner Forschungsanlage verbirgt ist so ungeheuerlich, dass es jegliche Vorstellungskraft übertrifft. Nichts ist, wie es scheint, was Luther Opoku allmählich an seinem ansonsten doch stets so scharfen Verstand zweifeln lässt. Aber so sehr Luther die Fakten auch hin und her wendet, er kommt auf keinen Nenner was hier vor seinen eigenen Augen eigentlich gespielt wird. Ihm wird sprichwörtlich der Boden unter den Füßen weggerissen. Die Realität, seine Erinnerung, alles ist plötzlich anders. Was ist nur mit ihm geschehen und was muss noch alles mit ihm geschehen, da er sich selbst bald nicht mehr zu kennen glaubt? Auch der Leser wird immer wieder in die Irre geführt. Nichts ist wirklich. Nichts ist wie es scheint. Aber alles scheint möglich und doch unmöglich zugleich. Dieses Verwirrspiel, das auch den Leser ratlos zurück lässt, hat der Autor in der ersten Hälfte hervorragend inszeniert und derart mit Spannung aufgeblasen, dass es wahrlich schwer fällt, dass Buch bis hierhin auch nur eine Sekunde aus der Hand zu legen. Ich muss aber auch zugeben, dass sich die ganzen Überlegungen, die aus der neuen Lebenssituation Luthers entstehen, schon arg grotesk ausnehmen. Man versetze sich nur einmal in seine Situation. Das muss wahrlich die Hölle sein.

Geschickt hält der, am 28. Mai 1957 in Köln geborene Autor Frank Schätzing die Spannung hoch, indem er den Leser immer wieder mit Andeutungen und Fakten anfüttert. Alles bleibt diffus. Der Plot des intelligenten, 736 Seiten starken SciFi Thrillers lässt durchaus Parallelen zu H.G. Wells erkennen, ist aber schon arg bizarr und abstrakt ausgestaltet und wirkt dadurch gerade in der zweiten Hälfte oftmals arg verwirrend. Es geht unter anderem um Quantenmechanik von deren grundlegenden Strukturen man schon mal etwas gehört haben sollte, die man aber fast noch zur Allgemeinbildung zählen kann. "Die Tyrannei des Schmetterlings" nötigt seinen Lesern somit zwar keine tiefergehenden Kenntnisse in mikrophysikalischen Bereichen ab, dennoch wird es immer schwieriger Schätzings' Gedankengängen zu folgen, je tiefer man in den Roman einsteigt. Auch ist die Story, wie man es vom Autor her gewohnt ist, stets fein ausgeschmückt, im Gegenzug aber auch rasant, spannend und actionreich verfasst. Die Charakterisierung seiner Protagonisten, die Beschreibungen des jeweiligen Lokalkolorits, sowie die jeweiligen Konversationen sind Schätzing-like lebendig gehalten. Es ist aber auch nichts neues, dass Schätzings' Personal immer recht umfangreich gestaltet ist; von daher wäre eine tiefergehende, differenziertere Charakterzeichnung natürlich sinnstiftend gewesen.

Der Erzählung von Herrn Schätzing kann man, aufgrund ihrer teils surrealen Überlegungen nicht immer gleich auf Anhieb folgen. Dem ein oder anderen mögen diese Überlegungen vielleicht etwas zu verworren vorkommen, dem wissenschaftlich und vor allem an künstlicher Intelligenz, neuronale Netze, Quantenmechanik, Quantenphysik, Genetik, Epigenetik, Astrophysik, Computertechnik, Robotik Zeitmaschinen, Parallelwelten, Zeitinterferenzen etc. interessierten Leser kann es aber interessante, vielleicht gar neue Denkanstöße versetzen. Es ist schon faszinierend, was der Mensch und seine Computertechnik alles zu erschaffen im Stande ist, aber diese Technologien bergen immer ein gewisses Risiko und können in den falschen Händen natürlich auch missbräuchlich eingesetzt werden. Wird uns unsere Technologie in Zukunft nun also das Leben erleichtern oder den wahren Horror auf Erden bescheren?

„Die Tyrannei des Schmetterlings“ ist ein intelligentes, aber zum Teil auch nicht immer ganz leicht zu verstehendes Buch. Ich für meinen Teil mag ja diese Sparten der Wissenschaft. Von daher kann ich die vielen negativen Meinungen zu "Die Tyrannei des Schmetterlings" nicht so ganz nachvollziehen. Mit Sicherheit geht vielen Lesern aber auch die Empathie ab, mit denen Schätzing auf einmalige Weise seine Protagonisten in "Der Schwarm" gezeichnet hat. Das ist ihm seit diesem großen Wurf leider weder mit "Limit", noch mit "Breaking News" und leider auch nicht mit „Die Tyrannei des Schmetterlings“ gelungen. Aber ich muss schon zugeben, dass das gesamte Thema im letzten Drittel des SciFi Thrillers leider zu sehr ins Theoretische abrutscht und dadurch schon etwas langatmig und trocken wird. Für die potentielle Leserschaft wird es schwerer und schwerer, sich in Schätzings Gedankenwelt zurechtzufinden. Von Seite zu Seite wird es immer schwieriger in die wirren Beschreibungen des Lokalkolorits, der Begebenheiten, sowie der Handelnden abzutauchen, was den Lesefluss an mancher Stelle doch arg ins Stocken bringt. Es fällt einem unheimlich schwer, das Geschriebene in geistige Bilder zu fassen. Schätzing verlangt seinen Lesern in der zweiten Hälfte des Romans schon eine ganze Menge ab. Das hat die brillante erste Hälfte der Story in der Form eigentlich nicht verdient. Aber die Idee ist und bleibt schier genial und eröffnet dem Erzähler eine ganze Menge Möglichkeiten. Schade nur, dass die Umsetzung so manches Mal an ihren eigenen erzählerischen Kunstgriffen scheitert.

www.frank-schaetzing.com

Meine Wertung: 83/100

Link zur Buchseite des Verlags:
https://www.kiwi-verlag.de/buch/die-tyrannei-des-schmetterlings/978-3-462-05084-4/

Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-05084-4
736 Seiten, gebunden mit SU
Erscheinungsdatum: 24.04.2018

Preis
Deutschland: 26,00 €
Österreich: 26,80 €

More Hard Stuff @ www.lackoflies.com

09.09.2018 20:43:16
Toddie

Ich habe nach etwa einem Viertel aufgegeben, obwohl Schätzing Themen aufgreift, die ich maßlos spannend finde.

Aber die verwendete, völlig überfrachtete Sprache hat mich ohne Ende genervt. Beispiel:

"Luther könnte schwören, im Seufzen des Windes und vielstimmigen Flüstern des Laubs, in all den verschwörerischen kleinen Lauten, die zusammen Stille ergeben, Echos aus einer Zeit zu vernehmen, als Urgewalten den riesigen Granitblock namens Sierra Nevada auftürmten ..."

Und mit andauerndem Füllmaterial wie diesem wird der Handlung ständig jeder Drive genommen. Erzählkunst geht anders, auch wenn man nicht ausschließlich auf Pageturner aus ist.

Kurzum: mich hat das Buch genervt, schade um das Geld.

08.07.2018 21:02:44
Andreas Molau

Der Roman ist leider, wie schon von einigen geschrieben, ein wenig zäh. Schätzing gefällt sich zu sehr als Sprachkünstler und reiht Metapher an Metapher. Manche Bilder sind gewollt und schief („der Schweiß drängt ans Licht...“). Die eigentliche Handlung hätte rasant sein können, wenn ein Lektor brutal gestrichen hätte.

23.06.2018 09:22:30
Klaus

Erst gefreut, dann begeistert, dann enttäuscht. Absolut langatmig und totale Zeitverschwendung. Die Figuren sind nicht stimmig, der Autor verliert sich in der Beschreibung von kleinsten Kleinigkeiten. Ich habe mich geärgert, daß ich mich durch dieses Buch gequält habe. Und ganz ehrlich und ohne bösen Willen: Schätzing ist von sich selbst und seiner Erzählkunst so sehr begeistert, dass er jeglichen Sinn für die Realität verloren hat.

21.05.2018 18:09:19
Monika

Das war nun der letzte Schätzing den ich gekauft habe. Nach dem Schwarm - 5 Sterne - ging es mit Breaking News schon abwärts. Langatmige Landschafts- und Wetterbeschreibungen, Figuren bleiben schwach. Durch die Tyrannei der Schmetterlinge habe ich mich nur gequält - das Werk ist weit weg von gelungener Unterhaltungslektüre. Schade!

16.05.2018 15:40:00
Rieseerla

Ich habe das Buch als Geschenk erhalten. anders als alle Schätzing-Romane, die ich alle gelesen habe, komme ich damit nicht zurecht. Weder ist es für mich spannend, noch kann ich mit dieser Sprache, ein ins Deutsche "übersetztes" schnoddriges Amerikanisch mit mindestens 10 Adjektiven pro Satz etwas anfangen. Es fesselt mich nicht und ich frage mich, ob das ein Buch ist, das sein muß? Meiner Meinung nach nichts für Leser, die flüssig zu Lesen gewohnt sind. Daumen zwar nicht nach unten, aber auch nicht nach oben.

04.05.2018 00:02:42
HahNullMuehr

Gerade klappe ich den hinteren Deckel zu - und muss gleich noch mal vorne anfangen. Spannend, verwirrend und vollkommen überraschend führt uns Schätzing in der Tyrannei auf Wege, die uns von selbst nie eingefallen wären.

Als Viel-Leser bin ich einiges gewohnt, aber letzte Nacht, also nach dem vorletzten Kapitel, habe ich ziemlich schlecht geschlafen. Das soll bitte als Lob aufgefasst werden, das Szenario ist so packend und lebendig geschrieben, dass es einen dann auch im Schlaf nicht loslässt.

An die 100 °, wenn ich von zwei kleinen Patzern absehe ("DIE Koppel = eingezäunte Weide, aber DAS Koppel = trägt der Uniformierte um den Leib; ein 53-Zoll-Container? Arg niedlich (1,35 m), es ist wohl ein 53-Fuß-Container gemeint (16,15 m)).
Aber alles in allem: Atemberaubend!

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

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