Inspektor Ali im Trinity College

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

  • Paris: Denoël, 1996, Titel: 'L´Inspecteur Ali á Trinity College', Seiten: 142, Originalsprache
  • Zürich: Unionsverlag, 1998, Seiten: 154, Übersetzt: Regina Keil
  • Zürich: Unionsverlag, 2002, Seiten: 118

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Thomas Kürten
I'm just a gigolo

Buch-Rezension von Thomas Kürten Jun 2003

Irgendein Schlafzimmer, ein Mann, eine Frau, ein Telefon, kurz vor dem Aufwachen. Sein Chef ruft an, sie hat jedoch den leichteren Schlaf und nimmt den Hörer von der Gabel. Es ist dringend, also weckt sie ihn. Aber kaum haben beiden den Halbschlaf überwunden, überkommt sie die Lust. Hemmungsloser Sex. Erst eine Viertelstunde später nimmt der Mann den Hörer ans Ohr. Sein Chef hat alles mit angehört.

Der Mann, von dem die Rede ist, ist Inspektor Ali, Held aus bislang drei Romanen des Marokkaners Driss Chraibi. Und was ist das für ein Mann. Einer der interessantesten Kriminalcharaktere, der mir in den letzten Jahren über den Weg gelaufen ist. Inspektor Ali versteht es, Beruf und die angenehmen Seiten des Lebens zu vereinen. Er ist ein Frauenheld. Wo immer er einer attraktiven Frau über den Weg läuft, kann er nicht anders, als sie mit Komplimenten überschütten. Er ist ein Romantiker und Poet. Wie gerne würde er seine Arbeit bei der Polizei aufgeben und Gedichte schreiben. Bis dahin muss er sich in Geduld über und einstweilen seine Gegenüber damit verblüffen, Gedichte alter Meister zu rezitieren. Er ist ein Faulpelz. Anstatt rund um die Uhr zu arbeiten, kann er sich viel lieber mit seiner Frau vergnügen. Er ist ein Bauernrüpel. Sein Verhalten ist provozierend und ungesittet. Ihm rutscht allzu gerne mal das ein oder andere unflätige Wort über die Lippen. Und letztlich ist er ein gnadenloses Schlitzohr, das Hintergründe erkennt und all seine zuvor beschriebenen Eigenarten einzusetzen weiß, um die wahren Täter zu überführen.

Seinen Auftrag im altehrwürdigen Trinity College in England verdankt er dem plötzlichen Ableben der marokkanischen Prinzessin Yasmina. Ihr Leibwächter wird des Mordes verdächtigt, aber er scheint ein wasserdichtes Alibi zu haben. Ali reist nach London, aber bevor er von London ins Trinity College aufbricht, verbringt er in einem Luxushotel fünf angenehme Tage mit seiner jungen Gattin. Dann führt er auf aggressivste Art Gespräche mit der Polizei vor Ort, die bereits sehnsüchtigst auf ihn wartet und lockt schließlich die Verdächtigen mit unorthodoxen Methoden aus der Reserve.

Ali tut alles, um unterschätzt zu werden. Zu arrogant und überheblich sind die Menschen des europäischen Kulturkreises einem nordafrikanischen Bauerntölpel gegenüber, der sich partout nicht mit Tischsitten und Anstandsregeln anfreunden will. Wie soll so einer den Mord an der Prinzessin klären. Dabei vermutet keiner, dass Ali eigentlich schon ganz im klaren über den wahren Täter ist und dass er auch schon weiß, wie er ihn überführen wird. Und wie er ihn aus der verweichlichten und viel zu demokratischen Rechtsprechung des europäischen Kulturkreises heraus schleust.

Mit gerade einmal 110 Seiten ist "Inspektor Ali im Trinity College" ein sehr kurzes Romänchen, das einem aber einen kurzweiligen sonnigen Sommernachmittag bereiten kann. Locker in einem Schwung zu lesen. Über Ali kann man immer wieder den Kopf schütteln, eine schillernd faszinierende Figur. In seiner Logik einem Sherlock Holmes mindestens ebenbürtig und in der Auflösung dieses Falles vielleicht sogar eine Spur genialer. Ein herrlich kurzweiliger Krimi, der zudem Unterschiede in Kultur und Justiz mit mahnender Geste aufzeigt.

Inspektor Ali im Trinity College

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Letzte Kommentare:
05.06.2013 02:32:02
gunmama

Das ist das dümmste Buch, das ich je gelesen habe. Stand der Autor unter Drogen, um so einen hirnverbrannten Schwachsinn zu schreiben? Absolut unlogisch - was man von einem Krimi eigentlich erwarten dürfte - überflüssig, grottenschlecht. Noch bevor der Inspektor überhaupt Näheres von dem Mord weiß, hat er sich schon mit umfangreichem Wissen und Material versehen, er lässt absurde und unmögliche Maßnahmen ergreifen, völlig unrealistisch und unglaubwürdig. Das ist kein "Krimi", sondern die Ausgeburt einer irren Fantasie und das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wurde.

21.02.2010 02:49:46
Rurof

Unglaubwürdig, unlogisch, sexistisch, an den Haaren herbeigezogen, absurde Story, noch absurderer Schuss, läppische Witze, alle nur denkbaren Clichees und Vorureile. Hanebüchene sozialpolitische Belehrungsversuche, schulmeisterliche Besserwisserei. Ausserdem ist der Autor auch noch ausgesprochen faul: Ein dünnes Bändchen, gross gedruckt, mit viel Rand und Zwischenraum, um überhaupt als Buch gelten zu können. Das dümmste Buch, das ich je gelesen habe! Schade ums Papier!

20.12.2009 12:58:55
tassieteufel

Inspektor Ali aus Casablanca wird nach Cambridge geschickt, um dort den Mord an einer marokkanischen Prinzessin aufzuklären, dabei ist der Inspektor ziemlich unkonventionell, ein Liebhaber schöner Frauen, der Poesie und von Kreuzworträtseln und auch sein Äußeres entspricht nicht unbedingt der Norm. Den englischen Kollegen erscheint er wie ein dummer Kameltreiber, der keine Ahnung von Ermittlungsarbeit hat, dabei hat Inspketor Ali schon recht genaue
Vorstellungen davon, wer der Täter ist und wie er ihn überführen kann.
Inspektor Ali ist tatsächlich einer der ungewöhnlichsten Ermittler, von dem ich je gelesen habe, eine sehr interessante, vielschichtige Figur, der in England wie das Klischee eines Arabers auftritt, dabei aber seinen messerscharfen Verstand hinter der dümmlichen Fassade verbigt und damit die arroganten Engländer austrixt. Und auch der Romananfang, in dem der Polizeiprefekt erstmal eine Viertelstunde animalische Geräusche am Telefon ertragen muß, bevor er seinen Inspektor an die Strippe bekommt, hat mich ziemlich überrascht.
Auf nur 110 Seiten kann man sicher keine ausgefeilten Mordmotive erwarten und Inspektor Alis recht gewöhnungsbedürftige Ermittlungsmethoden, zeigen zwar dessen scharfen Verstand, der aus kleinen Details letztendlich die Wahrheit zusammensetzt, allerdings hat am als Leser keinerlei
Möglichkeiten, Alis Schlußfolgerungen nachzuvollziehen, es gibt keine Hinweise auf den Täter, so daß dieser recht austauschbar ist und am Ende hätte es auch ein anderer sein können ohne das mich das als Leser mehr verwundert hätte, als bei dem Täter, den Ali letztendlich aus dem Hut zauberte.

Fazit: unterhaltsam und mit einem sehr ungewöhnlichen Ermittler, als Manko hab ich aber empfunden, daß es keine Hinweise auf den Täter gab, der am Ende wie aus dem Nichts heraus aus dem Hut gezaubert wurde.

28.11.2008 23:58:35
Kinsey

Eine hocherotische Szene auf den ersten drei Seiten??? Bin ich hier im falschen Film, resp. Buch? – So begann meine Bekanntschaft mit Inspektor Ali aus Casablanca. Dieser wird nach Cambridge geschickt, um den Tod einer marokkanischen Prinzessin aufzuklären bzw. ihren unter dringendem Tatverdacht stehenden Leibwächter zu entlasten. Ein heikler Auftrag. Und Inspektor Ali macht es seinen Kollegen von den englischen Polizeibehörden wahrlich nicht leicht, mit ihm zusammenzuarbeiten. Wie ein bodenlos dummer Kamelbauer tritt er in jedes verfügbare Fettnäpfchen, insbesondere durch seine sexuellen Avancen gegenüber der ermittelnden Polizistin. Aber hinter seiner zur Schau getragenen Verschrobenheit verbirgt sich ein messerscharfer Verstand mit einem Blick für kleine Details, dem es gelingt, die Wahrheit aufzudecken. Seine Methoden mögen gewöhnungsbedürftig sein, und dem Leser wird wenig Gelegenheit zum Mitraten gegeben, aber es ist höchst vergnüglich, Inspektor Ali bei seinen Ermittlungen zu begleiten.
Sehr schade, daß kein weiterer Band mit diesem einzigartigen Polizisten auf deutsch erhältlich ist.

27.07.2003 18:33:23
reu

Ein kurzes, aber sehr unterhaltsames Buch mit einem kuriosen Inspektor Ali, der sein Herz auf der Zunge trägt, aber seinen scharfen Verstand hinter einer Clownmaske versteckt.
Driss Chraibi schreibt deftig, direkt, oft mit einer irritierenden, ansteckenden Sinnlichkeit. Allein seine satirischen Beschreibungen westlicher Lebensart und Intelligenz sind die Lektüre wert.

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