Der Belarus-Deal

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Seattle: Amazon Publishing - Edition M, 2017, Seiten: 252, Originalsprache

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Carola Krauße-Reim
Konstruierte Handlung mit mäßiger Spannung

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jan 2018

Tom Harberg, 22 Jahre alt, hält sich für unwiderstehlich und cool, bekommt aber nicht viel auf die Reihe. Seinen Traum vom erfolgreichen investigativen Journalisten hat er aufgegeben, immatrikuliert ist er nur noch wegen der Krankenversicherung. Über Wasser hält er sich mit einem schlecht bezahlten Job im Fitnessstudio - und ab und zu kleineren Artikeln im Lokalblatt. Bis ihn ein ehemaliger Klassenkamerad auf die Spur eines Organhändlerrings in Weißrussland bringt. 

Naiv, laienhaft und ohne Plan nimmt er als potentieller Organempfänger Kontakt auf, begibt sich nach Minsk und denkt, er könnte kurz ein paar Informationen sammeln und dann schnellstens wieder nach Hannover zurückkehren. Doch das geht gehörig schief. Er gerät in die Fänge der Organhändler, die ihn aber keineswegs als Empfänger, sondern als Spender mit seltener Blutgruppe behandeln. Mit mehr Glück als Verstand entkommt Tom, doch jetzt ist er auf der Flucht vor skrupellosen Mördern, die ihn dringend wieder haben wollen, nicht nur, weil er zu viel weiß, sondern auch, weil sie immer noch hinter seinen Organen her sind, auf die ein namhafter hochrangiger Politiker wartet.

Brisantes Thema in schlechter Geschichte

Für Peter Hereld, der bislang hauptsächlich historische Romane veröffentlichte, ist "Der Belarus-Deal" der zweite Thriller. Das Thema des illegalen Organhandels ist hoch brisant und aktuell, aber eben auch schwer kriminell, schließlich handelt es sich nicht um Ladendiebstahl, sondern um Menschenleben. Und genau aus diesem Grund fehlt es der gesamten Geschichte an Glaubwürdigkeit. Wer würde denn schwerwiegende und gefährliche Informationen aus dem Darknet einem blutigen Anfänger im Journalismus geben? Wenn der Informant will, dass die Recherche und die damit verbundene Gefahr bewältigt wird und zu einem Ergebnis, sprich zu einem Artikel in einer überregionalen, möglichst weltweit bekannten und renommierten Zeitung führt, würde man dann nicht genau so eine Redaktion kontaktieren?

Spezieller Auftrag für ein unerfahrenes Großmaul

Doch was macht der Informant in diesem Thriller? Er geht zu einem Klassenkameraden, den er Jahre nicht gesehen hat, der in der Schule schon ein absolutes Großmaul war, bis jetzt nur belanglose Artikeln im Lokalblättchen vorweisen kann, ansonsten so gar nichts vom Metier versteht und seinen Rechner genauso gut beherrscht, wie die plumpe Anmache von Frauen. Dieses Unternehmen kann doch nur scheitern.

Um aus dieser Nummer wieder raus zu kommen, lässt Peter Hereld seinen Protagonisten einen Glücksfall nach dem anderen erleben. Tom, der Aushilfsfitnesscouch, mutiert zum Ethan Hunt, damit er seine eigene Mission Impossible überlebt - und sogar zu James Bond, mit dessen adaptierten Schießkünsten er seine sprichwörtliche Haut rettet. Naja, es ist ein Thriller und kein Tatsachenbericht. Nach langer Anlaufphase schafft es Hereld mit der Übergabe der brisanten Informationen, etwas Spannung aufzubauen, die für den Fortgang der Geschichte den versprochenen Thrill bringt.

Aber durch ausgedehnte Diskurse zum Darknet und zur Unsicherheit von elektronischen Geräten (Big Brother is watching you) verliert die Geschichte wieder an Fahrt. Die folgenden Handlungsabläufe sind teilweise so absurd, dass sie eher humorvoll langweilig sind, und Spannung höchstens punktuell aufblitzt, aber nie wieder so richtig zu greifen ist. Auch der völlig unglaubwürdige Schluss kann dieses Manko nicht verbessern.

Wenig Lesefluss mit zu viel "Jugendsprech"

Ein absolutes Minus ist Herolds abgehackter Schreibstil, der einen Lesefluss fast unmöglich macht. Mit meist kurzen Stakkato-haften Sätzen, die oft auch noch grammatikalisch unvollständig sind, rattert er die Geschichte runter, die dadurch enorm an Anspruch, Schwung und angenehmer Lesbarkeit verliert. Es ist nachvollziehbar, dass der Autor damit versucht, dem Leser die Ausdrucksweise und Gedankenwelt eines 22-jährigen näher zu bringen, aber der Versuch den "Sprech" von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nachzuahmen, wirkt aufgesetzt, verkrampft und wenig authentisch.

Und ich hoffe inständig, dass ein junger angehender Journalist fähig sein wird in ganzen Sätzen zu denken und einer elaborierteren Sprache mächtig ist als "Fuck, was ist das denn? `n beschissener Supermarkt für Organe". Ansonsten sehe ich schwarz für Sprache und Journalismus. Mit diesem zwanghaft coolen Stil hat Herold der Geschichte viel an Glaubwürdigkeit und Spannung genommen. Schade für das ansonsten fesselnde Thema Organhandel.

"Kann mal einer dieses Gedudel ausstellen?"

Alles in allem ist "Der Belarus-Deal" eine Enttäuschung. Wer eine schnelle, spannende und fesselnde Story erwartet, eben "Thrill", muss sich mit Gedudel auf halber Lautstärke zufrieden geben. Die Bewertung mit 50 Grad ist nur durch die aus unausgegorenen Situationen entstehende Komik gerechtfertigt.

Der Belarus-Deal

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Letzte Kommentare:
07.02.2018 13:47:14
Salzperle

Was würdest du tun, um die Story deines Lebens zu schreiben? Der junge Möchtegern-Journalist Tom erhält von einem Schulfreund eine Internetadresse im Darknet und stößt hier auf einen skrupellosen Organhändler. Organe werden gehandelt - fast wie im Supermarkt - auch Herzen von Lebendspendern. Gruselig und beängstigend! Super spannend, was Tom so alles widerfährt. Konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Von mir eindeutig die Bestbewertung. Für Thrillerfans ein Muss!
Auch der Trailer zum Buch ist absolut sehenswert!