Opfermoor

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Wahlström & Widstrand, 2017, Titel: 'Offermossen', Seiten: 295, Originalsprache
  • München: Bertelsmann, 2018, Seiten: 336, Übersetzt: Lotta Rüegger & Holger Wolandt

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Carola Krauße-Reim
Spannende Geschichte über Menschenopfer in Vergangenheit und Gegenwart

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jan 2018

Das Moor als Protagonist

Das Buch lebt von der lebendigen suggestiven Erzählweise der Autorin. Susanne Jansson beschwört Bilder von düsteren unendlich weiten Wäldern herauf, in denen die Menschen nur Nebenrollen spielen und die Natur die Oberhand hat. Das Moor, oft in Nebel gehüllt und atmosphärisch undurchdringlich erwehrt sich der Menschen, die es einnehmen wollen, es bedrohen. Immer wieder wird es selbst wie ein Mensch mit eigenem Willen geschildert, der Angst vor der Bedrohung hat, aber gleichzeitig mit Drohgebärden und Furcht gegen seine Gegner vorgeht.

"Aus der Ferne wirkte die grasbewachsene Erde weich und schön gewellt, aber aus unmittelbarer Nähe stellte sich ein anderes Gefühl ein..Die Grasbüschel wanden sich unter ihren Füßen, als wollten sie entkommen, als wollten sie nicht betreten werden."

Das Moor ist neben den beiden Frauen Nathalie und Maya der dritte Protagonist in diesem Roman. Es kommuniziert durch Wetterumschwünge, Kälte, Nebel und plötzliche absolute Stille. Die Personifizierung wird noch durch die Titulierung als "Opfermoor" unterstrichen. Menschen versuchen seit Urzeiten das Moor durch Opfergaben sanftmütig zu stimmen und sich so vor seiner Rache zu schützen.

"Wenn ein Opfer erwünscht wird, erzürnt das Wetter. Wenn ein Opfer ausersehen ist, ist der Zorn besänftigt."

Zwei Frauen auf der Suche nach der Wahrheit

Nathalie und Maya spüren, dass der Angriff auf Johannes mit den Vorkommnissen der Vergangenheit zusammenhängt. Jede nähert sich diesem Problem auf ihre eigene Weise. Während die Künstlerin Maya in die Mythen rund um das Moor eintaucht, versucht sich die Biologin Nathalie der Gegenwart durch das Verstehen der Vergangenheit zu nähern. Auch hier schafft es Jansson beide Frauen so vielschichtig und charakteristisch typisch zu schildern, dass man sehr schnell einen Zugang zu den Figuren bekommt.

Ebenso werden alle anderen Charaktere als einzigartige Typen vorgestellt, die jeder auf ihre Weise so unverwechselbar sind, dass sie ohne Probleme vor dem Auge des Lesers zum Leben erweckt werden. Der schrullige Ex-Physiker, der jetzt Geisterjäger ist; der Inspektor, der seltsame Dinge aus Asien importiert; der etwas zurückgebliebene Gärtner und nicht zuletzt Johannes, der Student.

Reale Morde aus mythischen Anlass?

Schon mit der kurzen Episode vor dem eigentlichen Prolog baut Susanne Jansson Spannung auf, die sich nahezu ungebremst durch das ganze Buch zieht. Schnell ist der Leser der Frage erlegen, ob die Vorkommnisse irdische Ursachen haben oder ob doch Aberglauben und die Angst vor dem Moor eine Rolle spielen. Bis zum Schluss ist beides durchaus plausibel. Zwar wird ziemlich schnell klar, dass alles in einem Zusammenhang steht, Nathalies Vergangenheit und die aktuellen Erkenntnisse, doch das Moor hält immer neue Überraschungen bereit. Nur so viel sei verraten, des Rätsels Lösung ist anders als gedacht. Und, ist es wirklichdie Lösung?

Susanne Jansson landet mit ihrem Erstlingswerk wirklich einen Volltreffer. Sie verbindet Spannung, Mystik, Grusel und düsteres Setting so gut, dass der ideale Leser ein krimibegeisterter Schwedenliebhaber mit Hang zum Schaurig-Schönen ist. Aber auch alle anderen fängt sie mit ihrem fesselnden Schreibstil ein. Ein kleines Minus sind die teilweise sehr detaillierten Gespräche über Fotografie. Aber hier hat sich die Fotografin Susanne Jansson wohl selbst zum Vorbild für Maya genommen und in ihrer Begeisterung für dieses Metier die Dialoge etwas ausufern lassen.
Auch die zweiseitigen Lobeshymnen auf das Buch sind eher kontraproduktiv, könnten sie doch das Gefühl des Anbiederns beim Leser hinterlassen. Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt, findet in Opfermoor einen soliden und spannenden Krimi mit packendem Plot und wunderbaren Charakteren.

Opfermoor

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Letzte Kommentare:
05.05.2018 23:22:45
Timo

Dünnpfiff. Nicht nur ungewöhnlich langweilig, sondern auch noch reines Klischee. Nur was für Rosamunde-Pilcher-Fans. Die Figuren völlig unglaubwürdig, die Übersetzung eine Katastrophe, jedenfalls ist es mir nicht möglich zu glauben, dass die Autor in so schlecht auf Schwedisch geschrieben hat (z.B. auf (!) Seite 6-mal eigentlich).
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