Die Party

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Heyne, 2018, Seiten: 416, Originalsprache

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Es ist der 31. Oktober Halloween: Mehrere Jugendfreunde freuen sich auf ein Wiedersehen nach vielen Jahren. Brandon hat sie alle in einen Glasbungalow geladen, der sich auf einem Felsplateau hoch über dunklen Wäldern erhebt. Auf dieser Party will Brandon die Zeit der achtziger Jahre aufleben lassen  was damit beginnt, dass alle ihre Handys abgeben müssen. Doch als die Freunde begrüßt werden, überschlagen sich die Ereignisse. Aus einem vermeintlichen Schockeffekt wird tödlicher Ernst: Ein Kronleuchter löst sich von der Decke und begräbt den Gastgeber unter sich. Ein tragischer Unfall. Oder? In diesem Moment wird der Gesellschaft klar: Unter ihnen ist ein Killer. Die Party beginnt & ihre letzte Party!

Die Party

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Letzte Kommentare:
11.01.2019 15:51:13
SaintGermain

1986 lud Brandon seine Freunde zu einer Halloweenparty ein, danach ging jeder seinen eigenen Weg. In der Gegenwart lädt nun der ehemalige Gastgeber wieder 10 seiner Freunde zu einer Halloweenparty der 80er-Jahre ein. Doch kurz nach der Begrüßung ist der Gastgeber tot und alle anderen in Lebensgefahr - denn nur eine Person darf überleben.

Das Cover des Buches ist zwar eher dezent, aber trotzdem ein echter Eye-Catcher, der sofort mein Gefallen fand.

Der Schreibstil des Autors ist exzellent, Protagonisten und Orte werden ausgezeichnet dargestellt.

Insgesamt erinnert die Handlung (v.a. der Beginn des Buches) sehr an das Buch "Und dann gabs keines mehr/10 kleine Negerlein" von Agatha Christie, mit einige Elementen aus der "Saw"-Reihe versetzt. Doch das Buch ist viel mehr als ein Abklatsch des Christie-Klassikers, denn trotz ähnlicher Grundthematik entwickelt sich eine spannende und kurzweilige Top-Story.

Das Buch ist in 2 Teile aufgeteilt. Der erste Teil beginnt schon sehr actionreich, der 2. Teil beginnt dann etwas ruhiger, gibt aber interessante Rückblicke auf 1986.

Erschreckend an dem Buch ist natürlich, dass alles sehr realistisch ist, denn auch in der heutigen Zeit (oder gerade in dieser) ist so eine Story durchaus möglich.

Einige Stellen kamen mir trotzdem etwas unlogisch vor: Natürlich sind zu einer Halloweenparty alle verkleidet, aber warum legt keiner (oder kaum einer) seine Verkleidung bzw. zumindest die Maske ab? Natürlich ist dies auch an manchen Stellen wichtig für das Buch, deshalb aber noch lange nicht ganz logisch.

Außerdem verfällt der Autor in manchen Kapiteln von der Vergangenheitsform in die Gegenwart - und das in den Gegenwartskapiteln! Dies war für mich absolut nicht nachvollziehbar.

Für diese beiden Negativkriterien ziehe ich einen halben Stern ab.

Ich werde in Zukunft sicher noch was von dem Autor lesen und könnte mir eine Verfilmung des Buches sehr gut vorstellen.

Fazit: Spannender Katz-und-Maus-Thriller, der kaum Zeit zum Atmen lässt. 4,5 von 5 Sternen

25.11.2018 11:57:27
Briggs

Jonas Winner ist überragend darin, ein Szenario zu entwickeln, in dem immer wieder die Spannung kurz sinkt und dann der nächste Knall den Leser zusammenschrecken lässt.
Bei seiner Party treffen sich ehemalige Collegekameraden – sie haben sich seit einer Halloweenparty vor 30 Jahren nicht mehr so zusammengefunden.
Der Gastgeber stirbt eindrucksvoll und eröffnet seinen Gästen posthum, dass sie alle bis auf einen das Wochenende nicht überleben werden. Schon dieser erste Tod - obwohl angekündigt - überrascht. Und erst einmal geht es rätselhaft weiter und gar nicht gruselig. Aber man weiß ja, dass das kommt, der Leser weiß ja mehr als die Akteure...

Jedes Kapitel wird aus einer anderen Perspektive erzählt. Das bringt einem die Personen näher und lässt die Grenzen verschwimmen: Wer ist ist gut, wer nicht, wie war die Vergangenheit?
Erinnerungen kommen hoch, Verdächtigungen bahnen sich Platz, viele Menschen sterben.

Kurz vor Schluss löst Winner das Rätsel nach dem Mörder auf, aber das Buch endet noch nicht. Und das ist schade: Das Ende ist nett ausgedacht, aber in Wirklichkeit nicht möglich und ist damit der gravierende Schwachpunkt des Buchs.

Unbedingte Lesempfehlung also für jeden, der gern ein tolles Spiel aus Spannung und Entspannung liest, der brutale Szenen liebt, aber nicht für jemanden, der das Ende eines Buchs als Krönung haben möchte.

08.11.2018 14:52:52
leseratte1310

Brandon lädt nach dreißig Jahren zu Halloween zehn frühere Freunde zu sich ein. Er hat einen Glasbungalow, der auf einem Felsplateau umgeben von Wald liegt. Dort soll die Party steigen. Schon das ist etwas gruselig, aber der Gastgeber ist auch sonst ziemlich merkwürdig, denn die Gäste müssen ihre Handys abgeben. Spätestens das wäre für mich der Zeitpunkt gewesen, schnellstens die Flucht zu ergreifen. Doch die Zehn lassen sich auf diese Bedingungen ein und schon geht der Schrecken für sie los, denn Brandon wird von einem herunterstürzenden Kronleuchter erschlagen.
Es ist von Anfang an spannend. Brandon ist ein wenig wunderlich. Er will ein Revival der damaligen Party, von der er ziemlich plötzlich verschwand. Doch was ist damals passiert? Brandon konnte man nicht mehr fragen, denn der hat sich unfreiwillig verabschiedet. Doch es ist von Anfang an klar, dass sich unter den Freunden ein Mörder befindet, der die Darbietung von Brandon für seine Zwecke genutzt hat. Es geht dann weiter wie bei den „Zehn kleine N….“, einer nach dem anderen wird getötet. Aber was ist das Motiv? Lange bleibt das unklar. Es ist natürlich auch nicht möglich, sich nach Brandons Tod von dieser Party zu verabschieden, denn natürlich kommt man von diesem gruseligen Ort nicht so ohne Weiteres weg.
Über die Freunde und ihre Beziehungen untereinander erfährt man so nach und nach aus unterschiedlichen Perspektiven mehr. Wichtig sind dafür die Rückblicke, wodurch man die Personen besser kennenlernte. Ein wenig mehr Tiefe hätte ihnen nicht geschadet. Und doch…
Es bleibt undurchschaubar und spannend.
Es ist ein mörderisches Spiel, das hier inszeniert wurde. Das Ende war zwar unvorhersehbar, aber auch nicht ganz überzeugend. Schade!

31.10.2018 19:22:58
Krimisofa.com

Jonas Winner habe ich seit einiger Zeit auf meinem to-read-Zettel. Mit „Die Zelle“, in dem ein Junge im Keller des Hauses seiner Eltern eine sonderbare Entdeckung macht, hat mich Winner überzeugt. Danach kam „Murder Park“, das auf einer fiktiven Insel in den USA spielt, auf der ein Serienmörder-Vergnügungspark entstehen soll. Vom Konzept ist „Die Party“ „Murder Park“ recht ähnlich - nur doch etwas anders.

In „Die Party“ sucht man lange nach einem Protagonisten, dem Charakter, der im Mittelpunkt steht - und findet ihn doch nicht. Lange dachte ich: „Wird wohl wie in ‚Glorreiche Ketzereien‘ sein, irgendwann wird er sich schon herauskristallisieren“ - nope. Und irgendwie dann doch, denn vor allem Brandon drückt der Geschichte durchaus seinen Stempel auf. Er lässt es zu Beginn gleich ordentlich krachen und begrüßt seine Gäste mit einem herzhaften Suizid. Kurze Zeit später will eine der Charaktere dann herausgefunden haben, dass Brandon an so etwas wie Rinderwahn bzw. Creutzfeldt-Jakob gelitten haben soll und ohnehin schon etwas gaga im Hirn war - egal, getrauert wird später. Wenn man dafür Zeit hat. Denn länger als vierundzwanzig Stunden soll der tödliche Spaß ohnehin nicht dauern. Danach hat man es hinter sich - tot oder lebendig.

Misstrauen wird hier jedenfalls groß geschrieben. Und irgendwann stößt man unweigerlich auf folgendes Zitat: „Was wissen wir denn über Kim? Über Donna, Nick?“ - ja, das habe ich mich allerdings auch die ganze Zeit über gefragt. Viel ist es jedenfalls nicht, was wir erfahren. Denn die Charaktere sind alle dermaßen blass, dass man genau so gut sagen könnte, dass Kim Donna ist und Nick Kim ist. Winner gibt einigen Charakteren zwar den Hauch einer Geschichte - Nick ist zum Beispiel Autor, Donna hat schwarze Eltern, ist aber selber weiß und Henry wurde früher gemobbt -, aber kein klares Profil. Ich habe zum Beispiel keine Ahnung, wer Kim ist oder was sie macht; das selbe bei Terry. So wirken die Charaktere einfach nur generisch.

Das Konzept ist ebenfalls alles andere als innovativ, denn so etwas hatten wir bereits bei Agatha Christie, David Morrell, Leonora Christina Skov, und wie gesagt, bei Winners „Murder Park" Und so ist „Die Party“ leider just another Abzählreim. So sehr ich solche Bücher auch mag, aber zwei mal innerhalb eines Jahres, noch dazu vom selben Autor, brauche ich so etwas eigentlich nicht. Auch wenn sich Winner in der zweiten Hälfte einige Kniffe und Twists ausgedacht hat, die mir durchaus gefallen haben, bleibt es am Ende ein Abzählreim. Apropos Ende, welches jener Teil von Winners Bücher sind, die immer eine besondere Überraschung bereithalten und die mich schon öfter zum grübeln gebracht haben: da ist diesmal leider gar nichts zum grübeln dabei.

Obwohl das Buch am 31. Oktober 2018 - also gewissermaßen in der Zukunft - spielt, atmet das Buch die 1980er, jene Zeit, in der sämtliche Charaktere junge Erwachsene waren - genau wie Winner sind sie heute der 50 näher als der 40, was ihr Alter betrifft. Das hat dann doch etwas, denn normalerweise tritt in solchen Horror-Geschichten (das „Thriller“ am Cover kann man getrost streichen) doch eher die jüngere Generation an. Doch hier haben wir Menschen, die mitten im Leben stehen - was ihr Verhalten und ihr Denken angeht, unterscheiden sie sich aber nicht von den Jungen.

Dennoch: Das war "Die Party" im Vergleich zu seinen Vorgängern eher ein Satz mit X. Schade.

Tl;dr: "Die Party" von Jonas Winner spielt zwar 2018, atmet aber durchgehend die 1980er. Sonst hat der neueste Thriller - der eigentlich mehr Horror ist - von Winner aber nicht allzu viel zu bieten. Blasse Charaktere, ein Schema, das uns schon öfter begegnet ist und eine Geschichte, die trotz aller Kniffe und Twists nicht allzu viel hergibt. Am enttäuschendsten ist aber das Ende, das normalerweise Winners Paradedisziplin ist - das ist diesmal einfach nur schwach. Schade.

18.10.2018 21:42:08
Ari

Ari zu Jonas Winner: ,Die Party‘
Ein Thriller, der unter die Haut geht. Das Setting setzt gleich zu Beginn einen örtlich eng umrissenen Rahmen für ,Die Party‘: Ein Haus auf einem Berg umgeben von einem Fluss, ein Ort, den man nicht einfach wieder verlassen kann ohne die Hilfe von Aussen. Abgeschirmt sind die zu Halloween 2018 geladenen Partygäste zusätzlich durch freiwilligen Verzicht auf ihre Mobiltelefone. Der Spannungsbogen beginnt mit der ersten Seite und reisst nicht mehr ab, das Buch bringt einen in Versuchung, nichts anderes mehr zu tun, als sofort weiterzulesen. Man will wissen, wie diese Leute, die sich ja 30 Jahre nicht gesehen haben und jetzt ihr erstes Wiedersehen feiern wollen, aufeinander reagieren werden. Die Charaktere sind differenziert und intelligent gewählt, man verfolgt sie in ihrer Entwicklung, durch die Zeitspanne, die sie jeweils während der letzten 30 Jahre durchlaufen haben, sowie akzentuiert durch die jeweils gewählte Halloween Verkleidung. Schnell identifiziert man sich mit ihnen und mag sie oder findet sie gleich unsympathisch, allerdings wird es einem nicht leicht gemacht, im Verlauf der Handlung beim selbstgefassten Urteil zu bleiben.. Die Tötungsszenarien („nur einer wird hier überleben“) sind charakteristisch für den für Winner typischen sehr makabren Stil, dabei sind sie für mich im Unterschied zu früheren Thrillern des Autors ausgereifter: Die Spannung wird viel mehr durch den Handlungsverlauf selbst evoziert als durch actionmässige Shock-Effekte. Der Leser wird durch die verschiedenen Erzählperspektiven und Tempi dauernd hin- und hergerissen, mal glaubt man diesem und dann wieder sofort dem nächsten der Partygäste - Noch bis kurz vor Ende fragte ich mich beim Lesen, wie sich die verschiedenen Erzählstränge jemals zusammenfügen sollen. Erstaunlicherweise tun sie es und dies auf ziemlich plausible Art und Weise. Intelligent geschrieben und schlüssig durchdacht - ein Muss für Thrillerfans!

11.10.2018 12:55:56
dorli

Es ist der 31. Oktober 2018. Brandon Hill hat zehn ehemalige Schulkameraden zu einer Halloweenparty eingeladen, eine 1980er Revivalparty. Die Party wird zu einem Spektakel der besonderen Art – Brandons idyllisch auf einem Felsplateau hoch über den Wäldern gelegener Glasbungalow wird für die Gäste zu einer tödlichen Falle, nur einer von ihnen wird am Ende überleben, so ist es geplant…

Jonas Winner versteht es ganz ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren. Der Thriller wird fesselnd erzählt und entwickelt schnell einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven präsentiert, da man so einen guten Einblick in die Ansichten, Überlegungen und Reaktionen aller Akteure bekommt. Die häufigen Perspektivwechsel erfordern allerdings konzentriertes Lesen. Gerade am Anfang ist es nicht leicht, den Überblick über die Gäste zu behalten, da ist die Gästeliste am Ende des Buches eine gute Hilfe.

Da Gastgeber Brandon, tödlich getroffen von einem herabfallenden Kronleuchter, als erster die Bühne verlassen hat, wird allen anderen schnell klar, dass es in ihrem Kreis einen Verräter geben muss, der in die Pläne für die Gruselnacht eingeweiht ist. Das erhöht die Anspannung unter den Anwesenden enorm, und das Misstrauen wächst, während die mörderischen Spielchen ihren Lauf nehmen. Es gelingt Jonas Winner ganz hervorragend, dem Leser diesen wachsenden Argwohn zu vermitteln, der zwischen den immer weniger werdenden Teilnehmern herrscht. Geschickt lenkt der Autor den Blick des Lesers dabei in unterschiedliche Richtungen, so dass man prima über Drahtzieher und Hintergründe miträtseln und mitgrübeln kann.

„Die Party“ hat mir sehr gut gefallen. Besonders spannend war es, das Miteinander und Gegeneinander der Akteure zu beobachten. Neben Spannung und Nervenkitzel hat der Thriller auch eine große Portion 80er-Jahre-Feeling im Gepäck.