Die letzten Meter bis zum Friedhof

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Helsinki: Like, 2016, Titel: 'Mies joka kuoli', Seiten: 300, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2018, Seiten: 384, Übersetzt: Niina & Jan Costin Wagner

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Yannic Niehr
Wenn der Tod auf leisen, aber schmackhaften Sohlen kommt

Buch-Rezension von Yannic Niehr Jul 2019

Jaakko Kaunismaa hat einen denkbar schlechten Tag, da erzählt ihm der Arzt, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Nicht etwa wegen einer tödlichen Krankheit, sondern aufgrund einer Vergiftung. Diese geht schleichend voran, aber wird unumstößlich mit dem Exitus enden.

Als Inhaber eines kleinen Pilzvertriebs kommt Jaakkoo schnell auf den Trichter, dass ihn jemand vorsätzlich vergiftet hat. Doch dabei bleibt es nicht: er erwischt auch noch seine Frau (und Co-Leiterin der Firma, als ehemalige Küchenchefin zuständig für Qualitätskontrolle) Taina – unbemerkt – in flagranti beim Liebesspiel mit Petri (ebenfalls in der Firma beschäftigt als Leiter für Vertrieb und Logistik und deutlich jünger und attraktiver als Jaakko).

„Der Tod ist das Einzige, was wirklich bleibt. Bedauerlicherweise auch das Einzige, worauf man sich wirklich verlassen kann.“

Für Jaakkoo ist klar: die beiden haben gemeinsame Sache gemacht, ihm irgendwie giftige Pilze untergejubelt und somit ermordet. Doch steckt vielleicht noch mehr dahinter? Inwiefern sind die japanischen Großkunden der beliebten Sorte Matsutake-Pilze („Kieferduftritterlinge“), die Jaakko und Belegschaft nahe ihres beschaulichen Städtchens Hamina im Wald sammeln, in die Sache involviert?

Und wie hängt alles mit der plötzlich auftauchenden Konkurrenz durch die „Pilz GmbH Hamina“ und deren, gelinde gesagt, speziellen Führungsteam zusammen? Urplötzlich findet sich Jaakko in seltsame Begebenheiten und undurchsichtige Komplotte verstrickt, alles mit dem Ziel, die Firma zu retten. Doch hat man das eigene Ableben erst einmal direkt vor Augen, fällt alles andere auf einmal viel leichter, als gedacht…

„Vielleicht kann ein Mensch leben, obwohl er stirbt.“

Das Buch entführt den Leser in die finnische Idylle, und gerade mit der Beschreibung dieser – und seines farbenfrohen, kleinen Figurenensembles – kann der kleine, aber feine Krimi punkten. Spannung bleibt dabei eher auf der Strecke, allerdings wird man mit einem charmanten, leisen Humor und vielen treffenden Sprüchen über das Leben und das Sterben belohnt.

Die Art „langsamer Ermordung“, die hier zentral stattfindet, eröffnet ganz neue Blickwinkel und regt zum Nachdenken darüber an, wie man seine Zeit auf Erden verbringt. Auch Jaakkoo agiert plötzlich wie ein veränderter Mensch, als wäre ihm eine Last von den Schultern gefallen und ein Schleier vor seinen Augen habe sich gelichtet.

Sogar die Liebe scheint am Ende wieder im Bereich des Möglichen. Der Schreibstil ist locker-leicht und flott, der Inhalt originell. Der Roman endet zwar etwas abrupt, ist davon abgesehen aber gute Unterhaltung für zwischendurch.

Als klassischen Krimi kann man „Die letzten Meter bis zum Friedhof“ jedoch nur bedingt bezeichnen. Zwar wartet das Ende noch mit einem Twist auf, aber typische Merkmale des Genres, wie die Suche nach einem Mörder usw., stehen bei dieser Geschichte nur bedingt im Vordergrund. Vielmehr ist es eine morbide Abhandlung über das Leben an sich – und den ganzen Rest.

Fazit:

Feine Sommerlektüre für solche, die ihre Krimis trocken wie Rotwein, schwarz wie Kaffee und mit einer Extraportion Schmunzeln mögen.

Die letzten Meter bis zum Friedhof

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