Deine Seele so schwarz

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • München: Knaur, 2017, Seiten: 400, Originalsprache

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Stephanie Manig
Faszinierende Mischung aus Kammerspiel und Krimi

Buch-Rezension von Stephanie Manig Okt 2017

Ein kleines Schwarzwalddorf wird von einem tosenden Unwetter heimgesucht. Technisches Hilfswerk und Feuerwehr evakuieren alle Bewohner des Ortes. Nur die verwitwete Edith Felber bleibt allein zurück in ihrem Häuschen. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Sie wird diese Nacht nicht überleben.

Das hat allerdings nichts mit dem Unwetter zu tun, das entwurzelte Bäume, abgerutschte Berghänge und überflutete Häuser zurücklässt. Es ist ein Mensch, der der alten Dame nach dem Leben trachtet - einer, der noch eine Rechnung mit ihr offen hat...

Der vierte Fall für Kommissar Moritz Ehrlinspiel

Petra Busch, ihres Zeichens hochgelobte und mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnete Krimiautorin, legt mit "Deine Seele so schwarz" den inzwischen vierten Fall für Kommissar Ehrlinspiel vor. Vorab sei gesagt, dass man die vorherigen drei Bände nicht zwingend gelesen haben muss, um sich in "Deine Seele so schwarz" zurechtzufinden.

Zwei Faktoren haben mich bei diesem Buch besonders beeindruckt. Die Atmosphäre: Die Autorin schafft ab der ersten Seite eine Atmosphäre, die den Leser gefangen nimmt. Das Unwetter in der Mordnacht sorgt für Gänsehaut. Auch sämtliche Orte des Geschehens beschreibt Petra Busch so real, dass man sich tatsächlich dort wähnt. Mit Schwarzwald-Kitsch-Romantik hat "Deine Seele so schwarz" nichts gemein, doch die Liebe der Autorin zur Natur ist zwischen den Zeilen deutlich zu lesen.

Die Tiefe der Charaktere und der Geschichte: Beim Lesen stellte ich mir vor, dass über Petra Buschs Schreibtisch ein gigantisches Storyboard hängen muss, denn sowohl die Geschichte als auch die handelnden Personen sind von einer Tiefe, die man als Autor wahrscheinlich nicht mehr überblicken kann, indem man sich ausschließlich auf ein paar Karteikarten verlässt.

Die Charaktere sind voller Leben. Das persönliche Schicksal, das sie alle nicht zu knapp heimgesucht hat, macht sie zu interessanten und vielschichtigen Darstellern. Petra Busch konzentriert sich aber nicht allein auf den Kriminalfall - sie bringt Dramatik ins Spiel, indem sie ihre Figuren mit den zahlreichen Geistern der Vergangenheit konfrontiert.

Dunkle Geheimnisse, die Stück für Stück enthüllt werden

Apropos Vergangenheit: Die Autorin blickt gemeinsam mit dem Leser in größeren Abständen zurück in die Zeit vor dem Mord an Edith Felber. Zum Teil reichen diese Erinnerungen bis in das Jahr 1989 hinein. So setzt sich das Puzzle dieses Kriminalromans Stück für Stück zusammen, bis am Schluss die zeitlichen Abstände immer kürzer werden und der Leser die (überaus schockierende!) Geschichte in ihrer Gesamtheit zu fassen bekommt.

Erschreckende Geheimnisse, deren Schleier nach und nach gelüftet werden, säumen diese Story. Einige wenige Stellen erschienen mir persönlich ein wenig zu konstruiert. Doch der Plot an sich und der durchweg spannungsreiche Stil von Petra Busch, diese Geschichte zu erzählen, haben mich damit versöhnen können.

Dieser Krimi entfaltet nämlich schon zu Anfang eine Sogwirkung, die es nahezu verbietet, eine Lesepause einzulegen.

Dazu trägt der angenehme Schreibstil der Autorin nicht unwesentlich bei, den man als abwechslungsreich, prägnant und dennoch äußerst bildlich bezeichnen darf. "Deine Seele so schwarz" ist eine faszinierende Mischung aus Kammerspiel und Krimi, von der sich so mancher "Tatort"-Drehbuchautor eine Scheibe abschneiden kann.

Deine Seele so schwarz

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Letzte Kommentare:
22.01.2018 23:28:28
Erdhaftig schmökert

So unheimlich gut geschrieben, so wunderbar die Wortwahl und so verwickelt-spannend konstruiert. Busch führt ihre Leser öfter in die Irre und lädt immer wieder zum Miträtseln ein. Irgendwie muss der Fall ja zu knacken sein. Selbst, wenn man versehentlich die letzte Seite aufschlägt und ein Element vorab mitbekommt, muss man keine Angst haben: Man hat nicht zuviel erhascht! Die Geschichte dröselt sich zwar langsam ab dem letzten Drittel auf, lose Fäden werden miteinander verbunden, aber die Spannung bleibt bis zuletzt. Ein richtig guter Krimi. Das Hilfsverb „machen“ kommt gefühlt überhaupt nicht vor, die Autorin führt ihren Lesern die an Verben reiche, deutsche Sprache vor. So entstehen zahlreiche Szenen vor dem inneren Auge, man fühlt mit den Protagonisten mit, wundert sich und rätselt weiter.Vielschichtig behandelt die Geschichte mehrere Fälle, ineinander verschachtelt. Ich fragte mich des Öfteren, welch fantasievolles Hirn so einen grandiosen Krimi sich ausdenken mochte. Ein Hoch auf die Autorin für diesen Lesegenuss!

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