The Girl Before

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • München: Der Hörverlag, 2017, Seiten: 1, Übersetzt: Petra Schmidt-Schaller, Anneke Kim Sarnau & Bibiana Beglau

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Andreas Kurth
 Minimalismus, Macht und Eifersucht - eine tödliche Mischung

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2017

Emma hat Probleme bei der Wohnungssuche in London, sie und ihr Freund Simon finden einfach nicht das Richtige. Bis sie der Makler in die Folgate Street 1 bringt. Ein minimalistisch gestaltetes Haus - mit maximalen Regeln und einem unglaublichen Fragebogen für potenzielle Mieter. Jahre später führt eine Maklerin die junge Jane durch das gleiche Haus. Sie sucht nach einem Schicksalschlag dringend eine Bleibe, und ist von dem Haus, seinen Regeln und dem charismatischen Besitzer ebenso fasziniert wie Emma damals.

Eigentümer des ungewöhnlichen Gebäudes ist der exzentrische Architekt Edward Monkford. Beide Frauen beginnen eine Liebesbeziehung zu Monkford - unter ähnlichen Voraussetzungen, mit nahezu identischem Verlauf. Emma kommt in Folgate Street 1 ums Leben - und Jane beginnt Jahre später, die weiteren ungewöhnlichen Todesfälle in Monkfords Umfeld zu recherchieren. Dabei kommt sie einem Mörder gefährlich nahe - und bringt sich selbst in Lebensgefahr.

Merkwürdige Gebäude in Thrillern sind derzeit irgendwie in Mode

"The Girl Befor" hat neben den menschlichen Hauptpersonen einen ungewöhnlichen Protagonisten. Es ist ein minimalistisches, modernistisches Gebäude - mit elektronischem Superhirn und Persönlichkeitsbeurteilung. Merkwürdige Gebäude in Thrillern sind derzeit irgendwie in Mode, man denke nur an "Scherbenhaus" von Susanne Kliem - von mir gerade erst auf der Krimi-Couch besprochen. Auch in "The Girl before" handelt es sich um ein Haus, in dem es um totale Kontrolle geht, wobei das Gebäude Folgate Street 1 noch extremer gestaltet ist als "Safe Haven" bei Kliem.

Bei JP Delaney geht es allerdings noch stärker um die Folgen von absoluter Kontrolle, aber auch um sonstige menschliche Abgründe und perfide Machtausübung.

mmm mmm mmmm mmmm

Eine Wohnung in einer europäischen Hauptstadt zu finden, ist immer ein Abenteuer. Wie weit würden Menschen gehen, um so ein minimalistisches Domizil wie Folgate 1 bewohnen zu dürfen? Wo der Haus-Computer die Duschtemperatur steuert, wenn er den Bewohner erkennt. wir gehen, um bezahlbaren Wohnraum zu beziehen? Wo Empfehlungen zur Ernährung und zu den Schlaf-Gewohnheiten gegeben werden. Emma und Jane akzeptieren unverschämte Fragen und geradezu unglaubliche Regeln, um in London eine Bleibe zu finden. Sie lassen sich auf einen Vertrag ein, der ihr Privatleben massiv einschränkt - stellenweise sogar abschafft. Beide haben Schicksalsschläge zu verarbeiten. Und Edward Monkford ist offenbar ein routinierter Verführer. Beim ständigen Wechsel zwischen damals und heute erfährt der Leser schnell, das beiden Frauen in dem Haus und mit dem Architekten ähnliche Dinge passieren. Nur das Ende ihrer Geschichten unterscheidet sich dramatisch.

Eine einfache Geschichte um Macht, Unterdrückung und Manipulation

Ist "The girl before" tatsächlich ein Thriller? Nein, in meinen Augen hat dieses Buch die Kennzeichnung in keinem Fall verdient. Da hilft auch nicht die vom Verlag verbreitete Aussage des Kollegen Fitzek: "Ein Wirbelsturm von einem Thriller". Klar, man muss als Autor sein Geld verdienen, aber man sollte schon vertreten können, was man als Zitat auf anderer Autoren Bücher drucken lässt.

Ob man die Geschichte für glaubwürdig hält oder nicht, muss jeder wie immer für sich selbst beurteilen. Was mich wirklich stört, ist der Marketing-Hype um dieses Buch. Es wurde vom Verlag als "Weltereignis" angekündigt, Spitzentitel in 40 Ländern, New York Times Bestseller - und vieles mehr. Die zitierten Pressestimmen überschlagen sich vor Lob und Superlativen.

Dabei ist das Buch für mich überhaupt kein Thriller. Es ist eine einfache Geschichte um Macht und Unterdrückung, um Manipulation und um die verzweifelte Suche nach Liebe. Die zwei "Liebesgeschichten" über Emma und Edward sowie über Jane und Edward schaukeln sich langsam hoch, nehmen dabei viel zu viel Platz ein, und die Geschichte lebt nur von der Neugier des Lesers, wie es wohl mit den beiden jeweils weitergehen mag. Sicher, es geht auch um Mord, aber die Lösung für die kriminalistischen Fragen wird eher "en passant" präsentiert. Das Buch unterhält, keine Frage, aber unter einem Thriller verstehe ich nun wirklich etwas ganz anderes.

The Girl Before

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Letzte Kommentare:
12.09.2019 18:28:54
Esad

Das ist kein Thriller! Es ist auch kein Psychothriller! Es ist eher eine melodramatische Seifenoper auf dessen Cover "Thriller" geschrieben steht. Der Grund erschließt sich mir nicht!

Es ist eine ziemlich langatmige Geschichte über Beziehungen. Und Schwangerschaften. Das Buch hat 398 Seiten und das erste Mal, dass etwas wie Spannung aufkommt, ist auf Seite 337. Und zwar nur dort. Und ab dann geht es wieder um Beziehungen, Schwangerschaft... Die Enthüllung des Täters ist ein Witz!

Die ganze Story dreht sich um ein kahles Designerhaus und zwei Bewohnerinnen. Eine, die darin gestorben ist, und eine, die nachher eingezogen ist. Und um ihre Beziehungen zu Männern. Da gibt es weder interessante Charaktere, höchstens platte Klischeefiguren, noch will sich zumindest der Ansatz einer wie auch immer gearteten Spannung aufbauen. Mit diesen platten Klischeefiguren kann man auch aus einem anderen Grund nicht mitfiebern: es kommt einfach keine lebensbedrohende Situation auf. Keiner bedroht das Leben der Soap Opera Figuren. Außer kurz auf Seite 337. Nach zwei Sätzen ist aber auch das abgehackt.

Wenn man bei Themen wie Schwangerschaften, Ultraschalluntersuchungen, (un)glückliche Beziehungen und HighTech-Häusern sowie dem Genre Seifenoper eine Gänsehaut bekommt, dann ist dieses Buch ein Muss! Will man allerdings einen Thriller lesen, dann kommt man sich nach diesem Buch - milde (sehr, sehr milde) ausgedrückt - ordentlich veräppelt vor.

23.10.2017 09:13:27
MissNorge

Meine Meinung
Ein spannender und raffiniert gestrickter Psycho-Thriller, der ohne viel Blut vergießen auskommt und wo ich als Leserin selbst wieder ausgiebig hinter´s Licht geführt wurde.
Die beiden Bewohnerinnen des Hauses, Emma und Jane sind eigentlich die Hauptpersonen in diesem Buch, die Kapitel wechseln sich dadurch immer ab und es kommt keine Langeweile auf.
Die Geschichte im "Heute" von Jane setzt oft genau dort an, wo sie auch im "Damals" von Emma endete bzw. begann. Hier ergänzt sich alles, oder es wiederholt sich kurz, so das man weiß, das beiden Frauen genau das gleiche passiert. Das garantiert einen ungewöhnlichen Aufbau dieser Story. Beide Frauen vereinen verschiedene Schicksalsschläge, doch jede hat ihre eigene Art damit umzugehen und fertig zu werden.
Dieses Haus kann alles, weiß alles und lässt einem die Gänsehaut über den Rücken laufen, also es könnte noch so toll sein, mich würde da keiner rein bekommen. Alleine schon die fast 200 Klauseln die zu beachten sind, wenn man als Mieter einzieht und das ist ja noch nicht einmal alles, aber mehr möchte ich nicht verraten.
Der Autor (oder die Autorin) gab mir, nach fast der Hälfte des Buches, das Gefühl das ich wüsste wer was warum getan hat, nur um es dann ganz am Ende wieder über den Haufen zu werfen.
Ich möchte auch nicht zu viel schreiben, da ich finde, das Buch muss man einfach gelesen haben, wenn man Fan von Psycho-Thrillern ist.
Mir hat es spannende und tolle Lesestunden beschert, der lockere und flüssig zu lesende Schreibstil hat sein übriges dazu getan.
Unbedingt lesen und sich im Haus "gefangen und überwacht" fühlen.

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