Die gute Tochter

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Köln: Lübbe Audio, 2017, Seiten: 8, Übersetzt: Nina Petri

Couch-Wertung:

80°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

2 x 91°-100°
5 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
1 x 41°-50°
2 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:73.090909090909
V:10
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":1,"32":0,"33":0,"34":0,"35":1,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":1,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":1,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":2,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":1,"89":1,"90":1,"91":1,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Andreas Kurth
Ein Gerechtigkeitsfanatiker und seine ungleichen Töchter

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2017

Diesen Tag werden Samantha und Charlotte Quinn niemals vergessen. Vater Rusty, ein Rechtsanwalt für Dealer, Mörder und Vergewaltiger, ist nicht gerade beliebt. Er will wegen einer vermuteten Bedrohung ein Polizeifahrzeug nach Hause schicken, aber vorher dringen zwei Maskierte in das Haus der Familie ein. Mutter Gamma Quinn greift nach der Waffe eines der Männer und wird kaltblütig erschossen. Die Mörder führen Samantha und Charlotte in den Wald. Sam wird vermeintlich getötet, Charlie kann fliehen.

28 Jahre später. Charlie und Sam - die doch überlebt hat - sind auch Anwältinnen geworden. Charlie arbeitet in der Kanzlei von Rusty, Sam in New York. Charlie wird durch unglückliche Umstände Zeugin eines Amoklaufs in einer Schule. Ein typischer Fall für Rusty Quinn, doch Charlie und Sam werden tiefer in die Sache verwickelt, als ihnen lieb ist. Denn auf Rusty wird ein Anschlag verübt, und die beiden kümmern sich notgedrungen um ihren Vater - und um den Fall. Doch dann werden sie mit voller Wucht von ihrer Vergangenheit eingeholt und überrollt.

Schuldgefühle, ohnmächtige Wut und eigenes Leid spielen eine große Rolle

Karin Slaughter hat in ihrem neuen Thriller "Die gute Tochter" neben einem spannenden Plot eine interessante Personal-Konstellation kreiert. Der Plot wird dominiert von den Ereignissen vor 28 Jahren und dem aktuellen Geschehen. Zu dem Mord an Gamma Quinn und den Ereignissen rund um ihre Töchter gibt es - dramaturgisch höchst geschickt eingebaut - immer mal wieder ergänzende Informationen, die ihrerseits das Geschehen in der Gegenwart beeinflussen oder gar verändern. 

Das Verhältnis der beiden Schwestern zueinander und zu ihrem dominanten Vater prägt die gesamte Geschichte, ummantelt gewissermaßen die Handlung rund um den Amoklauf in der Schule. 

Im Grunde wollten sie sich nicht wiedersehen, aber die Messerattacke auf ihren Vater schafft völlig neue Fakten. Vieles ist seit den dramatischen Ereignissen damals unausgesprochen geblieben und drängt jetzt an die Oberfläche. Dabei spielen tiefe Schuldgefühle, ohnmächtige Wut und eigenes Leid eine große Rolle.

Rusty Quinn ist eine Art Robin Hood der Verbrecher

Rusty Quinn ist ein Anwalt, wie man ihn aus vielen Filmen und Büchern kennt. Paragraphen-sicher, rhetorisch versiert, in vielen Kämpfen vor dem Richtertisch erprobt und siegreich geblieben. Und er ist eine Art Robin Hood der Verbrecher. Er übernimmt aussichtslose Fälle, verteidigt Dealer, Vergewaltiger und andere unangenehme Zeitgenossen. Und das macht er, weil es eben jemand machen muss. Rusty ist ein Art Gerechtigkeitsfanatiker, der jede Vorverurteilung seiner zuweilen mehr als merkwürdigen Mandanten ablehnt. 

Den Mord an seiner Frau und die schrecklichen Erlebnisse seiner Töchter hat Rusty verdrängt, jedenfalls ist nichts anderes zu erkennen. Erst spät erfährt der Leser von den wahren Geschehnissen an jenem schicksalsträchtigen Abend - und besser informiert war Rusty anscheinend auch nicht. Insgesamt eine knorrige, liebenswerte und leicht tragische Figur.

Intelligente, aber auch zickige Dialoge der zwei Schwestern

Die beiden Schwestern Charlotte und Samantha haben höchst unterschiedliche Wege eingeschlagen. Das hängt eher weniger mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen vor 28 Jahren zusammen. Vielmehr ist Charlie eben im Dunstkreis ihres Vaters geblieben und hat ihn in seiner Kanzlei unterstützt, Sam ist in New York eine erfolgreiche Wirtschaftsanwältin geworden. Beide bewegen sich in völlig unterschiedlichen Dunstkreisen. Umso dramatischer fällt ihr ungewolltes Wiedersehen aus. Mehr als erfrischend zu lesen sind ihre intelligenten, aber auch zickigen Dialoge. Lange Zeit belauern sich die beiden, bis sie schließlich die tatsächlichen Abläufe des Tages vor 28 Jahren enthüllen. Erschütternd, tragisch, folgenreich. Und in meinen Augen hervorragend von Karin Slaughter erzählt.

Endlich mal wieder ein Thriller, der diese Bezeichnung auch verdient

Die Autorin hat hier ein ausgezeichnetes Buch vorgelegt, dass mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Es geht hier um eine hochgradig traumatisierte Familie, aber auch um zwei Kriminalfälle. Denn auch die Ereignisse von vor 28 Jahren werden nicht nur aufgearbeitet, sondern auch aufgeklärt. Mehr kann ich aus dramaturgischen Gründen nicht verraten, aber das gehört zu den vielen Überraschungsmomenten in diesem spannenden Roman.

Es geht um große Gefühle, Verzweiflung, mangelnde Nähe, schwierige Offenheit und vieles mehr. Das Buch ist angenehm zu lesen, man fühlt sich stets gut unterhalten - Karin Slaughter hat schon oft bewiesen, dass sie Geschichten gut erzählen kann, dass gelingt ihr auch bei diesem Werk. Und daneben ist es ihr gelungen, mich mehrfach zu verblüffen mit ihren überraschenden Wendungen und neuen Entwicklungen. Ein Thriller, der diese Bezeichnung wahrlich verdient.

Die gute Tochter

Die gute Tochter

Deine Meinung zu »Die gute Tochter«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
17.07.2019 20:32:57
Sterti

Ich fand das Buch, sorry total langweilig. Es ging gut los doch die Familiengeschichte zog sich endlos durchs Buch. Nein es hat mir nicht gefallen, zum Glück kam es aus der Bücherei.

20.09.2018 21:46:37
Biggi M.

"Die gute Tochter" von Karin Slaughter:
ist ein Thriller, der nicht zu der "Grant-County oder Will - Trent - Serie" gehört, und ein in sich abgeschlossener Thriller ist. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und bin immer wieder erfreut, über den spannenden Schreibstil der Autorin. In diesem Buch geht die Schriftstellerin in die psychischen Probleme nach einem Trauma ein. Ein anderer "Slaughter", aber nicht weniger gut.

Inhalt:
Um sich an dem Anwalt Rusty zu rächen, dringen 2 Täter in dessen Wohnhaus ein. Die anwesende Ehefrau Gamma wird vor den zwei Töchtern Charlotte und Samantha erschossen. Beide Mädchen werden in den Wald geschleppt. Samantha wird in den Kopf geschossen und noch lebendig begraben, während Charlotte vermeintlich fliehen kann.
28 Jahre später: Die Anwältin Charlotte ist Zeugin eines Schusswechsels in der Schule, bei dem der Direktor und die Schülerin Lucy Alexander erschossen werden. Die 18-jährige Kelly Wilson ist die Täterin. Als Charlottes Vater Rusty niedergestochen wird, bittet Charlotte ihre Schwester Sam, ebenfalls Anwältin in New York, die Täterin vor Gericht zu vertreten. Sam kehrt in ihren Heimatort zurück und stellt sich gemeinsam mit ihrer Schwester der Vergangenheit und der Gegenwart. Dabei gibt es unerwartete Wendungen.

Wie immer war ich von einem "Karin Slaughter" - Buch spannend unterhalten und kann dieses empfehlen. Von mir bekommt es die Note sehr gut.

27.07.2018 21:14:15
carlsoak

Ist mir rätselhaft, wie die Rezensenten zu dieser Bewertung kommen: 640 Seiten zähester Brei, ständige Wiederholungen der Gewissensbisse: hätte ich diesen Roman / der kein Thriller ist, da jegliche Tension von breitgetretenem Geplänkel vernichtet wird -im Deutschunterricht abgegeben.: was hätte drunter gestanden : 5, "Weniger wäre mehr gewesen"...Die ist gleichzeitig eine Hilfeschrei nach guter Ware: gibt s offensichtlich nicht mehr, warum auch: die Autoren wie die Musicians werden von Verlagen und Plattenfirmen genötigt, also mindestens alle 2 Jahre ein neues Pamphlet zu publizieren, indes sind alle Riffs schon gespielt.

21.07.2018 15:55:15
Jürgen Henkel

Sicherlich ein Buch das viele gut fänden wenn sie die anderen Bücher von K. Slaughter nicht kennen würden.
Das ist für mich kein Buch von Slaughter!
Ich wollte Spannung mit Blut und Schockmomenten wie ich es gewohnt war. Tiefenpsychologische Familienzusammenführung war nicht unbedingt gewollt.
Für mich "Voll enttäuschend!"
Ich befürchte, das nächste Buch wird wieder so :-(
Wo bleibt Will Trend und co?
Gebt mir meine K. Slaughter wieder!

18.07.2018 18:57:49
Tanja Schröder

ich bin ein Fan der Autorin aber dieses Buch ist das erste was ich zwar gelesen, aber dann enttäuscht weggelegt habe. Es blieb ein faler Geschmack zurück. Zu fahrig hin und her, auch in den einzelnen Szenen und das ist schade bei so einem dicken buch, von dem man sich einen tollen krimi verspricht, wie er sonst von der Autorin auch immer geboten wird.

11.06.2018 22:07:50
Manu

Die Geschichte ist tatsächlich fesselnd und interessant geschrieben.
Leider konnte ich das Buch nicht zu Ende lesen.
Die vielen, detaillierten, beinahe zeitlupenartigen Beschreibungen der Bluttaten bereiteten mir Ekel und Albträume.
Irgendwann war es mir dann zuviel davon zu lesen, wie weit und in welche Richtung das Blut spritzte. Wo Löcher im Körper klafften und die Fetzten verstreut waren.
Sicherlich gut recherchiert.
Als Lesende liebe ich es, die eigene Fantasie spielen zu lassen. Die vielen blutigen Details hätte das Buch nicht nötig gehabt.

19.02.2018 08:42:05
signorinetta

Es IST ein Thriller, zweifellos, aber es ist auch das Psychogramm einer höchst traumatisierten Familie mit brilliant beschriebenen Charakteren, einbezogen ist auch das Lebensumfeld der Familie.
Es ist auch ein Thriller , der nicht über die Stränge schlägt um des Thrills willen, es ist eine Geschichte, die genau so passiert sein kann.
Ich fand das Buch faszinierend.

25.10.2017 14:03:32
Oldman

Dies ist ein wirklich ungewöhnliches Buch dieser Autorin, in dem zwei Handlungsstränge Kriminalfälle miteinander verweben,die 28 Jahre auseinanderliegen. Klammer der Fälle, die recht drastisch beschrieben werden, sind die beiden Hauptfiguren, 2 Schwestern, die hier auch einiges zu ertragen haben. Deren Charaktere stehen im Zentrum, die Krimihandlungen sind die Klammern, und der Vater der beiden ist eine weitere prägende Figur. Das Buch ist beides, Thriller aber auch Familiendrama. Die letzten Seiten bieten dann Überraschungen, deren Logik kann man nur mit gutem Willen erkennen. Alles in allem ein spannendes Buch, kein großer Wurf aber lesenswert nicht nur für Fans von Mrs. Slaughter.