Hochland

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • München: Penguin, 2018, Titel: 'Hochland', Seiten: 304, Übersetzt: Tina Flecken
  • Reykjavík: Mal og menning, 2011, Titel: 'Hálendið ', Seiten: 253, Originalsprache
  • München: DVA, 2016, Seiten: 302, Übersetzt: Tina Flecken

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Andreas Kurth
Wenn Yuppies aus Reykjavik durch den Nebel touren

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2017

Vier junge Erwachsene brechen zu einer Abenteuer-Tour durch das unwirtliche isländische Hochland auf. Sie erleben ein paar schöne Tage, und fahren mit ihrem Geländewagen immer weiter hinauf in die Berge. Als es dann auf einer Sand-Ebene neblig wird, verliert die Gruppe völlig die Orientierung. Anstatt anzuhalten und eine Wetterbesserung abzuwarten, fährt die Gruppe weiter, in der Hoffnung, zurück auf die Schotterpiste zu finden. Doch dann prallt ihr Fahrzeug völlig unerwartet gegen eine Hausecke - und ein wahrer Alptraum beginnt.

Die vier Reisenden werden von einem skurrilen Ehepaar in dessen Haus aufgenommen. Dort machen sie nach und nach merkwürdige und beunruhigende Entdeckungen. Und ihre Versuche, zu Fuß eine Straße oder einen befestigten Weg zu erreichen, führen mehrfach in die Irre. Ein Horror-Trip der ganz besonderen Art.

Der Vergleich mit Stephen King ist eindeutig zu hoch gegriffen

Im Klappentext dieses Buchs wird Steinar Bragi als kommendes nordisches Thriller-Talent bezeichnet. Hochland sei von der Kritik gefeiert und mit den Horrorgeschichten von Stephen King verglichen worden. Nach der Lektüre muss man angesichts dieser Aussagen erstmal tief durchatmen. Schon über die Begriffe Horror und Thriller im Zusammenhang mit Hochland ließe sich trefflich diskutieren. Und der Vergleich mit Stephen King? An anderer Stelle habe ich schon geschrieben, dass ich solche Vergleiche generell für problematisch halte. Manchmal mögen sie zur Einordnung neuer Autoren hilfreich sein. Aber diesen Newcomer mit einem der amerikanischen Altmeister zu vergleichen, hilft Bragi auch nicht wirklich weiter.

Dafür bietet er dann doch zu viel Hausmannskost. Wobei viele Menschen Hausmannskost durchaus schätzen.

Zunächst muss man sich in dieser ungewöhnlichen Geschichte aber zurecht finden. Ohne Prolog ist der Leser mit den vier jungen Leuten im Auto auf dem kargen isländischen Hochland unterwegs. Handlung, Protagonisten und Erzählstil lernt der Leser dann relativ schnell kennen - ohne allerdings zu wissen, wohin diese Geschichte führen wird.

Alle vier Protagonisten können sich gegenseitig nicht leiden

Die Geschichte ist an sich flüssig geschrieben und lässt sich dadurch leicht lesen. Das Buch hat recht kurze Kapitel, deren Überschriften im Laufe der Lektüre verständlich werden - überflüssig sind sie dennoch. Inhaltlich muss man allerdings einige Probleme bewältigen. Da sind zunächst die Protagonisten. Irgendwie oberflächlich, gegenüber ihren so genannten Freunden ziemlich gleichgültig und teilweise auch unnahbar. Mit der Zeit kommt heraus, dass sie sich alle gegenseitig im Grunde nicht leiden können.

Das könnte einer der Gründe sein, warum sie es nicht wirklich fertig bringen, zusammen nach einem Weg zurück in die Zivilisation zu suchen - und das mit aller Kraft. Vielmehr räsonieren sie über ihre - teilweise gemeinsame - Vergangenheit. Sie kiffen, trinken Alkohol, schnüffeln in dem Haus herum. Und wandern durch die Gegend - wobei sie ihre skurrilen oder auch erschreckenden Entdeckungen meistens für sich behalten.

Steinar Bragi hätte aus seinem Plot deutlich mehr machen müssen

Die vier Reisenden sind allesamt unsympathisch, und es ist auch unklar, was sie beieinander hält. Und aus dem Ehepaar in dem Haus werden weder der Leser noch das Quartett so richtig schlau. Die Handlung ist immerhin so aufgebaut, dass man stets neugierig bleibt, wie es denn nun weitergeht, und was noch alles passiert. Bragi reiht so viele Episoden aneinander, löst das meiste aber nicht auf. Dem Leser ist viel Platz für eigene Phantasie gelassen - zu viel für meinen Geschmack. Dennoch ist das Buch durchaus unterhaltsam, man merkt beim Lesen, dass Steinar Bragi im Grunde ein guter Erzähler ist. Allerdings hätte er aus seinem Plot deutlich mehr machen müssen.

Das Finale ist dann nochmals zusätzlich kryptisch. Und am Ende bin ich irgendwie richtig unentschieden. Das Buch ist nicht langweilig, aber auch nicht das, was ich mir unter einem Horror-Thriller vorstelle.

Man wird schon irgendwie unterhalten, aber vermutlich muss man manches anders interpretieren, um wirklich gefesselt und fasziniert zu werden.

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Letzte Kommentare:
22.03.2019 19:02:02
Leseratte

Absoluter Mist! Ich hätte gerne mal Mit dem Autor gesprochen, was er sich dabei eigentlich gedacht hat!
Nicht lesen ! 200 Seiten Langeweile und dann 100 Seiten Spannung gemischt mit Unsinn, der dann noch nicht mal ansatzweise aufgelöst wird ...

21.11.2017 23:44:21
trhuk

Seit 50 Jahren lese ich regelmäßig Kriminalromane, dieses war bislang der schlechteste, ein schauderhaftes, sprachlich ärmliches Machwerk, in dem eine Pseudo-Spannung aufgebaut wird, von der man nahezu durchgängig ahnt, dass sie substanzlos ist. Vier Freunde, die sich im Grunde nicht mögen und bei denen man sich fragen muss, wie sie jemals auf den Gedanken eines gemeinsamen Inland-Trips gekommen sind, verirren sich irgendwo im unwirtlichen und unwirklichen Herzen Islands und finden nach einem Verkehrsunfall, dem ihr Wagen zum Opfer fällt, im Haus zweier merkwürdiger älterer Menschen (Mann und Frau? Bruder und Schwester?) vorübergehend Unterschlupf. In der Folge gelingt es ihnen - aus welchen Gründen auch immer - nicht von dort fortzukommen. Sowohl das Haus als auch dessen Umgebung (verlassenes Dorf mit Knochenbergen etc.) lassen ein Entrinnen offenbar nicht zu, das soll wohl kafkaeske Züge haben. Die Beschreibungen sind wahrscheinlich absichtlich so vage, dass man sich nie ein rechtes Bild machen kann, überall gibt es Tunnel, Abzweigungen, versteckte Räume, dazu Füchse ohne Ende, 'Halbtiere', Wesen usw. Immer gruseligere Dinge stoßen ihnen zu, von denen man schon ahnt, dass es für sie am Ende keine Erklärung geben wird. Dazu enthalten die sinnlos eingestreuten Lebensgeschichten der allesamt unsympathischen Protagonisten alles, was uns im Moment zu Island so einfällt (Finanzkrise etc.), haben aber keinerlei Bezug zum Geschehen. Den Vieren gelingt nicht ein sinnvolles Gespräch, nicht miteinander und auch nicht mit ihren 'Gastgebern'. Man kann nur hoffen, dass nicht auch noch jemand auf den Gedanken einer Verfilmung kommt. Leider scheint das Bewertungsfeld nicht offen zu sein, darum sei hier gesagt: 10° (und die auch nur wegen der eigentlich ganz passablen Grundidee der 4 Freunde in der Not).

27.08.2017 19:24:37
Lesemaus

Meine Güte, was für ein blödes Buch. Also mal ehrlich, was hat das mit einem Thriller zu tun. Es klang wirklich vielversprechend und ich war sowas von gespannt und dann.. nein ohne Worte. Es ging mir auf den Keks, dass in ausschweifenden bla bla der Lebenslauf der Protagonisten beschrieben wurden, die ganzen Probleme .. Schade ums Geld und ich habe noch nie 0 Grad vergeben, aber hier schon. Hat mir überhaupt nicht gefallen