Sizilianische Rache

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Berlin: audio media, 2016, Seiten: 5, Übersetzt: Martin Umbach, Bemerkung: gekürzte Ausgabe
  • München: Goldmann, 2018, Seiten: 288

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Andreas Kurth
Blutige Kämpfe in der Todeskammer

Buch-Rezension von Andreas Kurth Apr 2017

Der sizilianische Journalist Luca Santangelo bekommt einen telefonischen Hilferuf seines Sohnes Diego. Der war mit seiner Freundin Giulia zu nächtlicher Stunde auf der kleinen Museumsinsel Mozia. Die beiden haben sich kurz aus den Augen verloren, und Diego hat die Leiche seines Kommilitonen Giacomo Leoni gefunden. In der gleichen Nacht wird der "Jüngling von Mozia", eine phönizische Statue, gestohlen und abtransportiert. Diego steht plötzlich unter Mordverdacht, zumal ihn Giulia auch noch mit ihrer Aussage belastet. Luca will - mit Hilfe seines Freundes Silvio - den wahren Täter finden. Die beiden ermitteln fieberhaft, und offenbar hat Silvio eine heiße Spur - doch dann kommt er bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben. Luca und seiner Freundin Ada wird endgültig deutlich, dass Diego der Mord angehängt werden soll. Dafür geht der Täter weiter über Leichen, und beim Wettlauf gegen die Zeit - Diego soll inhaftiert werden - müssen Luca und Ada viel Spürsinn aufbringen, um hinter die dunklen Geheimnisse zu kommen.

Suche nach dem Mörder gestaltet sich ebenso schwierig wie aufregend

Mit Sizilianische Rache hat Ann Baiano ihren zweiten Roman um den sizilianischen Journalisten Luca Santangelo vorgelegt, der bei ihr die Rolle des Ermittlers übernimmt. Er ist auf der Insel als Korrespondent einer italienischen Nachrichtenagentur tätig - und zuweilen ermittelt er in Kriminalfällen. Jetzt gewissermaßen in eigenem Interesse, denn er will seinen Sohn unbedingt aus den drohenden Schwierigkeiten heraushalten.

Luca Santangelo ist - wie viele Journalisten, ich weiss genau, wovon ich rede - ein liebenswerter Chaot. Berufsbedingt neigt er zu schnellem Handeln, seine Freundin Ada muss seine Impulsivität zuweilen bremsen. Überhaupt ist seine clevere Lebensgefährtin für den geschiedenen Journalisten vielfach wichtig. Er ist zudem froh, wenn ihn seine rechthaberische und charakterlich schwierige Ex-Frau nicht belästigt. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich nämlich ebenso schwierig wie aufregend. Luca muss sich mehrfach bremsen, oder von Ada gebremst werden, weil die Provinz-Polizei ziemlich unkooperativ und wenig kompetent ist. Aber bei aller Impulsivität ist Luca überaus gründlich und einfallsreich bei seinen Recherchen. Und die ebenso coole wie überlegt handelnde Ada ist die ideale Ergänzung zu ihm.

Faszinierende Rückblicke in die Zeit des traditionellen Thunfisch-Fangs

Ann Baiano hat vier Jahre auf Sizilien gelebt und in Palermo gearbeitet. Man spürt ihre Sympathie für Land und Leute beim Lesen. Die Einblicke in sizilianische Traditionen baut sie geschickt in den zweiten Handlungsstrang ein, der in Rückblicken zwischen 1914 und 1985 spielt. Dabei geht es nicht nur um die sommerliche Atmosphäre und die schöne Landschaft, sondern auch um geschäftliche Beziehungen und familiäre Bindungen, die auch in der Gegenwart noch große Bedeutung haben.

Die faszinierenden Rückblenden auf den Thunfisch-Fang in der alten Zeit fesseln nicht nur, sondern zeigen auch, was früher an der Westküste der großen Insel eine der wichtigsten Einkommensarten war. Das reichhaltige Personal-Tableau muss der Leser bei der Lektüre in Ruhe sortieren, aber dann werden die Zusammenhänge mit der Gegenwart schnell deutlich. Vor allem die Abschnitte um den rätselhaften weibliche Rais, den Führer der alten Fischer-Gilde, haben mir außerordentlich gut gefallen.

Eine ebenso spannende wie unterhaltsame Mischung

Ann Baiano ist eine gute Geschichten-Erzählerin, die im Plauderton über Gegenwart und Vergangenheit schreibt, ohne dass die zunehmende Spannung darunter leidet. Sie schildert hier Facetten der Geschichte Siziliens, die mir bislang völlig unbekannt waren. Die Autorin hat offensichtlich gründlich und gut recherchiert, und gibt ihr Wissen unaufdringlich weiter. Neben der Tradition des Thunfisch-Fangs, von den Einheimischen Mattanza genannt, geht es auch noch um alte phönizische Götter und einige Sagen, die immer noch überaus populär sind.

Die Mischung aus fesselnder Vergangenheit und spannender Gegenwart ist unterhaltsam und lehrreich zugleich. Neben Ada und Luca hat Baiano auch die Nebenfiguren gut ausgearbeitet, und ihre teilweise komplizierten Charakter-Eigenschaften eingehend und in meinen Augen authentisch beschrieben. "Sizilianische Rache" ist ein lesenswerter Kriminalroman, der gut unterhält und spannende Einblicke in die Lebensweise in einem Landstrich vermittelt, der vielen Lesern unbekannt sein dürfte.

Sizilianische Rache

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Letzte Kommentare:
11.04.2017 17:22:24
venatrix

In ihrem zweiten Krimi rund um Journalisten Luca Santangelo lässt die Autorin Luca höchst persönlich betroffen sein: 
sein Sohn Diego wird des Mordes an Giacomo Leoni, eines Studienkollegen verdächtigt. Hauptbelastungszeugin ist ausgerechnet seine Freundin Giulia. Und blöderweise verschwindet auf der Insel Mozia, dem Tatort, eine antike Statue. Hängen diese beiden Verbrechen zusammen?
Luca setzt natürlich alle Hebel in Bewegung um seinen Sohn aus der verfahrenen Situation zu retten, doch sticht er mit seinen Bemühungen in ein Wespennest von Korruption und alten Mythen.

Wird es dem Journalisten gelingen, seinen Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren?

Erzählstil:

Die Autorin schafft es, ihre Leser durch komplexe Handlungsstränge zu fesseln.

Der Krimi besticht durch mehrere in verschiedenen Jahrzehnten angesiedelte Handlungen. Immer wieder in die Schicksale unterschiedlicher Menschen verstrickt, ist dabei das alte sizilianische Adelsgeschlecht der Albamonte, dem auch Giacomo angehört hat.
Und was hat es mit der Legende rund um den phönikischen Fluch, der den erstgeborenen Sohn jeder Generation tötet auf sich?

Der Niedergang der Mattanza, dem archaischen Thunfischfang, hat ebenso seinen Platz in der Geschichte, wie die Biographien mehrere Frauen, die als Männer verkleidet ihren Lebensunterhalt verdienen müssen.

Fazit:

Wer einen Krimi mit interessanten historischen Details, bei dem auch die Spannung nicht zu kurz kommt, lesen möchte, ist hiermit gut bedient.