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Erschienen: Januar 2017

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Bibliographische Angaben

  • -: Quiller & Brown, 2016, Titel: 'The truth itself', Originalsprache
  • Stuttgart: Tropen, 2017, Seiten: 400, Übersetzt: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

Couch-Wertung:

80°
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Andreas Kurth
Showdown auf einem kleinen Eiland in der Andaman-See

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jan 2017

CIA-Agentin Kate Swift hat ihrem Land in etlichen Konflikten treu gedient. Doch dann wurde ihr Ehemann von ihrem Chef heimtückisch ermordet. Sie wird daraufhin zu einer so genannten Whistleblowerin und macht den Vorgang einschließlich aller Beteiligten öffentlich. Für ihre Agenten-Karriere bedeutet das natürlich das Ende, und sie lebt fortan mit Tochter Suzie unter falschem Namen in einem kleinen Ort in Maine, direkt an der kanadischen Grenze. Ihre Tarnung fliegt auf, als es an der Schule ihrer Tochter zu einem Amoklauf kommt. Kate tötet die Angreifer - und flieht sofort mit Suzie nach Kanada, denn ihr ist klar, dass nun ihre wahre Identität aufgedeckt wird.

Über Europa fliehen die beiden nach Thailand - aber ihre Widersacher sind Mutter und Tochter bereits auf den Fersen. In einer verzweifelten Aktion fädelt Kate mit Hilfe eines früheren Kollegen ein Täuschungsmanöver nach einem Flugzeugabsturz im thailändischen Dschungel ein. Der Fall wird öffentlich, aber die Aktion verschafft den beiden nur eine kurze Atempause.

Protagonisten haben ziemlich persönliche Motive

Roger Smith ist für seine Südafrika-Romane von Lesern und Rezensenten der Krimi-Couch durchweg mit hohe Bewertungen bedacht worden - Schwarzes Blut nehme ich hier mal aus, das Buch gehört auch nicht in die Reihe. Nach seinem Umzug vom Kap nach Thailand hat er nun für sein neues Buch auch den Schauplatz gewechselt, denn obwohl es hier um eine ehemalige CIA-Agentin geht, findet ein Großteil der Handlung in der neuen Heimat von Smith statt. Dafür hat er sich auch das Pseudonym James Rayburn zugelegt.

Der Autor hat hier aktuelle Themen verarbeitet - Terrorismus, scheinbar unkontrollierbare Geheimdienste und die globale Überwachung.

Trotz der ziemlich weit gefassten Über-Themen geht es um eine ganz persönliche Sache. Kate hat ihren Boss Lucien Benway, der für den Tod ihres geliebten Mannes verantwortlich war, durch ihre Veröffentlichungen um Lohn und Brot gebracht - aus Rache. Der ist nun hinter ihr und ihrer Tochter her - ebenfalls aus Rache. Die Motive der beiden Haupt-Protagonisten für ihre Auseinandersetzung sind also vollkommen klar.

Durch knackig-kurze Kapitel wird die Spannung enorm gesteigert

Roger Smith hat hier eine richtig rasante Geschichte vorgelegt, und mit dem verhinderten Amoklauf geht es von Beginn an mit reichlich Action zur Sache. Es gibt dann immer wieder eher ruhige Passagen, und durch diesen Kontrast, und die überaus knapp gehaltenen, knackig-kurzen Kapitel wird die Spannung enorm gesteigert.

Der Leser schaut Kate und ihrer Tochter bei deren Flucht über die Schulter, ist aber durch die zusätzliche Perspektive von Lucien Benway, der hier unumstritten der finstere Bösewicht ist, stets darüber informiert, wie Kate und Suzie die Verfolger förmlich am Rockzipfel hängen. Der Autor bedient mit seiner gut und flüssig zu lesenden Geschichte auch etliche Klischees, aber ein Thriller ist nun mal kein Besinnungsaufsatz - und über den Realitätsgehalt von Kriminalromanen brauchen wird nach meiner Meinung gar nicht zu reden, das sind schließlich keine Sachbücher.

Nebenfiguren ergänzen perfekt das Personal-Tableau

Neben den zwei Antagonisten gibt es eine Reihe interessanter Nebenfiguren. Da ist zunächst Kates Tochter Suzie, die aber noch jung und in der Geschichte im Grunde völlig passiv ist. Dennoch ist sie als Figur wichtig, den Kate kämpft vor allem um eine ruhige Zukunft für ihr einziges Kind. Harry Hook und Philipp Danvers, die zwei Ex-Kollegen, die Kate helfen, erfüllen unterschiedliche Funktionen in der Geschichte, die ich hier aber nicht enthüllen darf, sonst verrate ich zu viel. Beide sind in meinen Augen überaus gelungene Charaktere, auch wenn beide so etliche Klischees bedienen. Aber das hat mich bei der Lektüre überhaupt nicht gestört, weil der Plot insgesamt überaus stimmig ist. Dudley Morse ist der Erfüllungsgehilfe von Benway, der unvermeidliche Mann fürs Grobe - also eher zu vernachlässigen. Wichtige Rollen spielen dagegen Benways Frau und die Witwe eine Reporters, der dem Bösewicht ein Dorn im Auge war. Insgesamt finde ich auch die untergeordneten Protagonisten gelungen, denn jeder füllt die ihm zugewiesene Rolle perfekt aus.

Geschichte lebt von ihrer Spannung und Dynamik

Das Setting ist nicht wirklich innovativ, eine Ex-Agentin, die geplaudert hat, durch einen Zufall auffliegt und jetzt gejagt wird. Aber die Geschichte lebt von ihrer Spannung, und von einigen Nuancen, die für zusätzliche Dynamik sorgen. Langeweile kommt hier bei der Lektüre jedenfalls nicht auf, ganz im Gegenteil.

Dem einen oder anderen Leser mag das zu schlicht gestrickt sein. Roger Smith kann seine berufliche Vergangenheit als Drehbuch-Autor natürlich nicht ablegen. Die kurzen Kapitel, die Cliffhanger und die schnellen Umschnitte sind wie auf einen Actionfilm zugeschnitten - aber das hat mich überhaupt nicht gestört, sondern ich habe mich perfekt unterhalten gefühlt. Wer also nach einigen psychologisch tiefgehenden Romanen mal wieder ein wenig Schwarz-Weiß-Malerei und Action genießen möchte, ist bei James Rayburn in Thailand bestens aufgehoben. Seine typische Agenten-Story ist originell aufgemacht - mit einigen coolen Überraschungen.

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