Gedankenjäger

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • -: -, 2015, Titel: 'Mindreader', Originalsprache
  • Wien: Deuticke, 2016, Seiten: 304, Übersetzt: Walter Goidinger

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Jörg Kijanski
Die Gedanken sind (nicht) frei

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2016

Jared Snowe ist ein einfacher Polizist der plötzlich entdeckt, dass er die Gedanken anderer Menschen lesen kann. Beruflich bringt dies Vorteile mit sich, er löst Fälle aus dem Nichts, denn auch wenn die Verdächtigen keine Aussage machen, erhält er durch deren Gedanken die gewünschten Antworten. Bei Annäherungsversuchen an das weibliche Geschlecht ist seine neue Fähigkeit jedoch eher hinderlich.

Brooks Denny war Drogendealer bevor er einen Polizisten erschoss und seitdem in Oklahoma auf seine Hinrichtung wartet. Völlig überraschend wird er von der FBI-Agentin Terry Dyer aus dem Gefängnis geholt. Er soll mit ihr nach New York fliegen und dort im Gebäude der Vereinten Nationen einen wichtigen Auftrag ausführen. Als Denny merkt, dass man für ihn nach der Erfüllung des Auftrages keine Verwendung mehr hat, ergreift er die Flucht. Dyer und ihr Chef stehen vor einem Problem, denn sie können Denny nicht offiziell zur Fahndung ausschreiben, da er ja offiziell im Hochsicherheitstrakt einsitzt.

Dyer wendet sich daher an Snowe. Dank dessen Fähigkeiten ist der Job für ihn kein Problem, jedoch ändert sich alles, als sich Snowe und Denny gegenüberstehen.

Für Fans von Jason Bourne zu empfehlen

Iain Levison legt mit Gedankenjäger keinen gewöhnlichen Thriller vor, wie sich dem Titel bereits entnehmen lässt. So ist denn eine Rezension auch nicht ganz einfach, denn es soll ja nicht zu viel verraten werden. Jedenfalls nahm Snowe einst an einem geheimen Projekt teil von dem er bis dato gar nichts wusste. Erst nach und nach entdeckt er seine Fähigkeit, die ihn zunehmend belastet, da er ständig die Gedanken der um ihn herum befindlichen Menschen hört. Der neue Job beim FBI bedeutet für ihn eine willkommene Abwechslung, doch als er auf den gesuchten Denny trifft, macht er eine überraschende Entdeckung. Nicht nur er kann Gedanken lesen (was die Leser des Romans übrigens schon früher erfahren), doch warum macht das FBI nicht selber Jagd auf Denny? Warum schickt man ihn vor? Wie hoch sind seine Überlebenschancen, wenn er seinen Auftrag durchgeführt hat, schließlich könnte er sein Geheimnis verraten? Und überhaupt, worum geht es eigentlich?

 

"Die haben dich auf mich angesetzt. Allein. Was sagt dir das?"
"Was soll das heißen, was soll mir das sagen? Ich bin Polizist. Ich bin Gedankenleser. Es braucht einen Gedankenleser, um einen Gedankenleser zu fangen, so hat man mir das erklärt."
"Und inwiefern soll das einen Sinn ergeben? Die müssten ja nichts weiter tun als mein Gesicht in allen Nachrichtensendungen zu zeigen. Sämtliche Polizisten beauftragen, nach mir zu suchen. Und tun sie das? Nein. Weil sie nicht wollen, dass irgendwer über mich Bescheid weiß."

 

Iain Levison hat einen ungewöhnlichen Plot konstruiert, der wunderbar in die Zeit passt. Wer ist Jäger, wer Gejagter? Welche geheime Regierungseinheit steht dahinter und mit welchem Ziel? Gedanken an Jason Bourne und vergleichbare Figuren drängen sich auf und so dürfen Fans dieser Reihe hier bedenkenlos zugreifen. Eine Verfolgungsjagd quer durchs Land mit allem möglichen technischen Schnick-Schnack gibt es inklusive.

Der Thriller ist packend, ein großartiger Pageturner, welcher sich problemlos an einem Tag bewältigen lässt oder sagen wir lieber bewältigen lassen will. Spannend und geheimnisvoll bis zum Schluss, wobei das Ende - nun ja - ein bisschen so ausfällt, wie man es vermutlich erwartet. Wer die "Kunst des Gedankenlesens" nicht von vornherein als Blödsinn abwertet, der darf mit der entsprechenden Aufgeschlossenheit eine kurzweilige Lektüre erwarten, die freilich die Grenzen des normalen Krimi- und Thrillergenres überschreitet.

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