Night Falls - Du kannst dich nicht verstecken

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • New York: Ballantine, 2015, Titel: 'As Night Falls', Seiten: 367, Originalsprache
  • Hamburg: HörbuchHamburg, 2016, Seiten: 2, Übersetzt: Elisabeth Günther

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Andreas Kurth
Wenn der Alptraum plötzlich in der Küche steht

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2016

Sandra hat sich mit ihrer kleinen Familie in einem Traumhaus in den Bergen eingerichtet. Ihr Ehemann Ben erfüllt ihr jeden Wunsch, mit Tochter Ivy gibt es die üblichen pubertären Zickereien. Dann fliehen zwei höchst unterschiedliche Sträflinge aus dem Gefängnis, dringen in Sandras trautes Heim ein und zerstören brutal die familiäre Idylle. Ben wird niedergeschlagen und gefesselt in den Keller gebracht. Sandra und ihre Tochter müssen für die Verbrecher in aller Eile passende Kleidung und Ausrüstung zusammensuchen, denn die zwei Männer wollen zu Fuß über die Berge nach Kanada fliehen. Als sie schließlich aufbrechen wollen, beginnt es draußen heftig zu stürmen und zu schneien. Die folgenden Stunden werden zum absoluten Alptraum - insbesondere für Sandra. Sie kennt einen der Männer aus ihrer Kindheit - ihm wollte sie nie wieder begegnen. Und sie spürt schon nach kurzer Zeit, das der skrupellose Verbrecher ihre kleine Familie und damit ihr komplettes Leben zerstören will.

Ausufernde Aggressivität führt zu einer Familien-Tragödie

Jenny Milchman hat mit Night falls ihren ersten Kriminalroman vorgelegt. Das Buch ist durchaus unterhaltsam, kommt aber über den Durchschnitt des Genres kaum hinaus. Die Geschichte hat gute Ansätze, und ist nicht wirklich langweilig. Doch trotz einiger überraschender Wendungen kommt nur mäßige Spannung auf. Milchman ist immerhin deutlich bemüht, die Handlung abwechslungsreich zu gestalten, so recht gelingt der Autorin das allerdings nicht.

Erhellend wirken immerhin die Rückblicke in die Vergangenheit, in denen die mehr als turbulente Kindheit des Sträflings Nick geschildert wird. Schon als Kleinkind war es seiner Mutter unmöglich, ihn in irgendeiner Weise zu disziplinieren. Seine zunehmende und ausufernde Brutalität und Aggressivität führt schließlich zu einer Familien-Tragödie - in deren Folge Nick im Gefängnis landet. Dort hat er seinen Mit-Ausbrecher Harlan kennen gelernt.

Psychologischer Machtkampf wird zu sehr mit ungleichen Mitteln geführt

Nicks Kumpel Harlan ist im Grunde eine interessante Figur, hat deutlich mehr Potenzial, was in diesem Roman jedoch nicht ausgeschöpft wird. Der körperlich überdimensionierte Mann wird nur als tumbes Anhängsel von Nick dargestellt. In wenigen Szenen wird ihm eine eigene Persönlichkeit zugestanden, aber die Chance zur differenzierten Darstellung eines widersprüchlichen Charakters wird dann leider mehrfach verschenkt.

Sandras Ehemann Ben verschwindet im Wortsinne im Keller - aus den Augen, aus dem Sinn.

Es ist offensichtlich, dass sich die Autorin auf die Figurenpaare Nick-Sandy und Harlan-Ivy konzentrieren wollte. Der verbale und psychologische Machtkampf zwischen Nick und Sandy wird allerdings zu sehr mit ungleichen Mitteln geführt, als dass daraus echte Spannung erwachsen könnte.

Sandy lebt vollkommen für die brüchige Idylle, die sie sich mit Mann und Tochter aufgebaut hat. Die Familie lebt etwas weltfremd in den Bergen. Ben geht ganz in seinem Job auf, zieht mit Touristen durch die wilde und ursprüngliche Natur, er überlässt Sandy weitgehend den häuslichen Job. Die hat erfolgreich die Dämonen ihrer Vergangenheit verbannt, und wird daher umso heftiger in innere Kämpfe gerissen, als Nick und sein Kumpan in die familiäre Ruhe eindringen. Tochter Ivy ist - wie Harlan - nur am Rande und als eine Art psychologische Manövriermasse wichtig, auch aus dieser Figur hätte man deutlich mehr machen können.

Gute Unterhaltung - aber mit viel Luft nach oben

Eine interessante Nebenfigur ist Nicks Mutter, die in den Rückblenden ausführlich vorgestellt wird. Sie ist vollkommen realitätsblind, hängt mit einer wahren Affenliebe an ihrem völlig unkontrollierbaren Sohn - und wirkt so nachhaltig an der Zerstörung der familiären Strukturen mit.

Jenny Milchman hat - in Ansätzen - einiges an psychologischer Raffinesse eingestreut, aber das muss sie noch bedeutend besser ausarbeiten und verfeinern. Der gute Plot hätte mit klareren Strukturen, etwas ausgefeilteren Charakteren und wirklich überraschenden Wendungen zu einem richtig tollen Roman werden können. So ist es immerhin gute Unterhaltung - allerdings mit viel Luft nach oben.

Night Falls - Du kannst dich nicht verstecken

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Letzte Kommentare:
10.09.2016 21:36:53
subechto

Morbus Mutter

Sandy hat alles. Ein Traumhaus, einen Ehemann und eine 15-jährige Tochter. Doch Ivy bezichtigt ihre Mutter der Lüge. Zitat: »Ich weiß nicht, wann, warum oder inwiefern du lügst, Mom.« Ivy holte so tief Luft, dass sich ihr Brustkorb hob. »Aber ich weiß, du tust es.« Was hat Sandy zu verbergen?
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Nick und Harlan kennen, zwei Häftlinge, die flüchten wollen. Schon bald werden sich beide Erzählstränge kreuzen. Denn die Männer dringen in Sandys Haus ein, verletzen den Vater lebensgefährlich und nehmen Mutter und Tochter als Geiseln.
Die Leseprobe hatte mich auf einen packenden Psychothriller hoffen lassen, in dieser Hinsicht wurde ich enttäuscht. Denn es geht eher um bizzare, bedingungslose Mutterliebe, die krank macht, das Psychogramm eines Mörders - und Lebenslügen.
Am besten haben mir die Rückblenden in die Vergangenheit gefallen. Schnell ist klar, dass sich Sandy und ihre Familie in den Händen eines Psychopathen befinden - während draußen ein Schneesturm tobt und fremde Hilfe somit nicht zu erwarten ist.
„Night Falls“ lässt sich leicht und locker lesen. Aber mir haben die psychologischen Raffinessen gefehlt. Daher fand ich die Geschichte auch nur leidlich spannend. Mich konnte sie nicht wirklich fesseln. Selbst wenn Jenny Milchman am Ende nochmal richtig Gas gibt.
Sandy ist als naiv zu bezeichnen, ohne Selbstvertrauen. Mit ihr konnte ich mich nicht identifizieren, ihr Handeln oft nicht nachvollziehen. Erst, als sie kaum noch Luft zum Atmen hat, schlägt sie mit dem Mut der Verzweiflung zurück. Nichtsdestotrotz bleibt ein kitschiger, unrealistischer Mainstream-Thriller in Erinnerung.

Fazit: Ein typischer US-amerikanischer Thriller mit Happy End-Garantie, den man lesen kann, aber nicht muss.

01.09.2016 17:05:27
HexeLilli

Dieses Buch als Thriller angespriesen war für mich eine Enttäuschung. Von der
Idee und vom Ansatz eigentlich ein gutes Thema, aber das Buch wurde sehr in
die Länge gezogen. Einige Passagen tauchten sogar zweimal auf nur lagen
200 Seiten dazwischen. Ich fand auch vieles unrealistich, alleine von der Zeit
her. Allerdings wurden die Charaktere sehr gut beschrieben und hervorgehoben.
Auch der Schreibstil war ok.
Sandra lebt mit ihrem Mann und ihrer 15 jährigen Tochter in einem Traumhaus.Eines Tages erlebt sie einen Alptraum, als zwei Männer eindringen, ihren Mannschwer verletzen und sie und die Tochter als Geisel nehmen.
Wer eher wert auf spannende Krimikost legt und nicht so auf Nebensächlichkeiten achtet dem kann ich dieses Buch für unterhaltsame Stunden empfehlen.

01.09.2016 12:47:20
roterrabe

Sandra Tremont lebt mit ihrem Mann Ben, Tochter Ivy und ihrem Hund Mac in einem großen, einsam gelegenen Haus. Die 15jährige Ivy ist sich sicher, dass ihre Mutter lügt, weiß aber nicht warum. Sie beschließt, dem gemeinsamen Abendessen fern zu bleiben, nicht ahnend, dass schon bald ein Albtraum über sie hereinbrechen wird. Sandra und Ben Tremont sind gerade fertig mit dem Abendessen, als zwei fremde Männer in ihr Haus eindringen und Ben brutal niederschlagen. Sandras größte Angst ist es, dass ihre Tochter Ivy herunter kommt und den beiden Männern in die Hände fällt. Was wollen die Fremden von ihnen? Ist es wirklich ein Zufall, dass sie gerade in dieses einsam gelegene Haus mitten im Wald kommen?

Jenny Milchman hat hier in meinen Augen einen tollen Thriller geschrieben. Keinen richtig bluten Thriller, aber einen, der aufgrund der Handlungen und den psychologisch interessanten Charakteren sehr spannend ist.

Die Geschichte wird zunächst in drei, später noch in zwei Handlungssträngen erzählt, die nach und nach weiter zusammengeführt werden. Der Leser ahnt allerdings zwischendurch immer mehr worauf es hinauslaufen wird, bzw. wie die Teile zusammenhängen.

Zum einen das Geschehen in der Gegenwart, die Familie Tremont in ihrem Haus, bevor die Männer ins Haus eindringen. Dann die beiden Männer, wie es kam, dass sie dorthin gehen. Der dritte Erzählstrang spielt in der Vergangenheit: 1975 gibt es eine Frau namens Barbara und ihren Mann Gordon. Sie haben einen gemeinsamen Sohn Nicholas, mit dem Barbara total überfordert ist, hat man den Eindruck. Sie überschüttet ihn mit Liebe.

Ich hatte zwar beim Lesen schon früh eine Ahnung, wie alles zusammenhängen könnte, dennoch hatte ich nie das Gefühl, das Buch aus der Hand legen zu wollen. Die Spannung war groß genug um weiterzulesen.

Besonders gefallen mir in diesem Buch die Figuren und Charaktere, die alle irgendeinen Hintergrund haben, selbst der Hund hat seine Erfahrungen, die man in ein oder zwei Kapiteln aus seiner Sicht erlebt. Hier wurde wirklich an alles gedacht, die Charaktere sind authentisch dargestellt, die Geschichte lebt durch ihre Handlungen und Erfahrungen. Es ist einfach toll zu lesen. Vielleicht kann die Autorin ja beim nächsten Mal noch ein bisschen mehr den Leser im Unklaren lassen, wie die Handlungsstränge miteinander zusammen hängen. Ansonsten ein unterhaltsamer und spannender Thriller, der einen packt und mitreißt!