Die Tote am Lago Maggiore

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2016, Seiten: 5, Übersetzt: Christian Berkel , Bemerkung: gekürzte Ausgabe

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Jörg Kijanski
Unterhaltsame Urlaubslektüre mit überraschendem Ausgang

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2016

Matteo Basso arbeitete als Polizeipsychologe in Mailand, dass er vor einigen Monaten Hals über Kopf verlies. Nun lebt er wieder in Cannobio am Lago Maggiore, wo er einst aufwuchs und nun die Metzgerei seines Vaters fortführt. Doch die erhoffte Ruhe kehrt nicht ein, denn seine Freundin Gisella verschwindet plötzlich und wird wenig später tot im See aufgefunden. Ein Badeunfall unter Alkoholeinfluss, dessen Ursache offenbar drei Boote waren, die sich bei stürmischem Wetter aus ihrer Befestigung gelöst hatten. Gisella war am Lago aufgewachsen, zudem eine ausgezeichnete Schwimmerin und so glaubt Matteo nicht an die offizielle Polizeiversion. In der Nacht vor ihrem Tod rief Gisella an, er möge ihn bei Franco Maldini abholen, für den sie gelegentlich als Köchin einige Abendgesellschaften vorbereitete. Maldini gibt sich wortkarg, was Matteos Argwohn steigert, er könne etwas mit dem Ableben seiner Freundin zu tun haben. Allerdings löst sich diese Vermutung alsbald in Luft auf, denn bei einem Oldtimerrennen stürzt Maldini in einen Abhang. Matteo ermittelt auf eigene Faust weiter und so führt ihn eine Spur zurück in jene Stadt, die er niemals wieder besuchen wollte - Mailand.

Der Ermittler und die schöne Kommissarin

Matteo ist nach dem Tod seiner Freundin tief betroffen und dies in einer Situation, die ihm ohnehin schon einiges abverlangt. Irgendetwas muss vor einigen Monaten in Mailand passiert sein, dass ihm zu seiner übereilten Rückkehr an den Lago veranlasste. Eine Teresa spielt hierbei offenbar eine wichtige Rolle, die im weiteren Verlauf aber nicht aufgeklärt wird. Überhaupt sind einige Erzählstränge so angelegt, dass sie offenbar nur den Zweck haben, auf eine Fortsetzung neugierig zu machen. Einige Fragen bleiben zumindest unbeantwortet. So beispielsweise das Verhältnis zwischen Matteo und der ermittelnden, selbstredend hübschen, Kommissarin Nina Zanetti. Nach anfänglichen Schwierigkeiten versuchen die Beiden gemeinsam den Fall zu lösen. Dies liest sich dann im weiteren Verlauf allerdings so, dass die Polizei kaum (erkennbar) ermittelt, ja sogar offenkundig versäumt die Lebensläufe von Gisella und Maldini zu recherchieren oder gar deren Wohnung bzw. Grundstück zu untersuchen. Einerseits verständlich, denn in beiden Fällen geht die Polizei von Unfällen aus, andererseits bietet das Konstrukt so Matteo die Gelegenheit die entscheidenden Spuren bei seinen zahlreichen Alleingängen zu finden.

 

"Es war unverantwortlich von mir, dich in so eine Situation zu bringen. Ich könnte mich ohrfeigen. Ich bitte dich wirklich: Überlass die Sache denjenigen, die dafür zuständig sind. Tu mit den Gefallen, ich habe keine Lust, mir wegen die einen dunklen Anzug zu kaufen."

 

Natürlich werden der Lago Maggiore und seine Umgebung ausführlich und bildhaft geschildert und wer seinen Urlaub in dieser bezaubernden Kulisse verbringen möchte sollte zugreifen. Darüber hinaus bietet sich zudem ein durchaus breit gefächertes Themenspektrum, das über illegale Baugeschäfte in Mailand bis hin zur aktuellen Flüchtlingsthematik greift. Leider bleibt angesichts eines Buchumfanges von 300 Seiten vieles an der Oberfläche haften. Daher ist die Formulierung "leichte Urlaubskost" ebenso zutreffend wie wohlwollend gemeint, denn für den Strandbesuch ist Die Tote am Lago Maggiore eine gute Begleitung. Die noch offenen Fragen machen Appetit auf mehr, einige ältere Herren sorgen für gallig-humorvolle Dialoge und die Auflösung über das Ableben von Gisella und Maldini bietet mehrere überraschende Wendungen.

Die Tote am Lago Maggiore

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Letzte Kommentare:
12.11.2018 19:00:52
Stefan Niedner

Der Krimi als solcher ist spannend und das Ende setzt dem Werk auch die Krone auf.

Die Frage ist nur: Warum ist die Hauptfigur mal wieder eine scheinbar gescheiterte Persönlichkeit, die ihren Job geschmissen hat, um die Metzgerei seines Vaters am Lago Maggiore fortzuführen, obwohl er die Spezialität des Hauses, die Salsicca- Würste nicht hinbekomt. Das schaffen die "Drei von der Tankstelle" besser, die während Matteo Bassos kriminalistischer Tätigkeit den Laden kurzfristig schmeissen.
Auch das Techtelmechtel mit Kommissarin Zanetti bringt den Fall nicht unbedingt weiter, hilft Matteo aber aus manch mißlicher Situation, in die er sich selbst gebracht hat.

Auch ist die Frage nach der "Location" zu stellen. Wer schon einmal am Lago Maggiore Urlaub gemacht hat und die Gegend kennt, wird sicher Freude an den geographischen Schilderungen haben. Wer aber nicht, der kann - wie ich- ständig auf die Karte schauen, um zu erfahren, wo sich Matteo Basso gerade befindet.

Aber trotzdem kann ich nur empfehlen das Buch zu lesen, aber mit Urlaubsflair hat es m.E. eher weniger zu tun. Denn letztendlich hätte dieser Krimi auch an jedem anderen Ort in Italien/Europas spielen können. Dann hätte allerdings nicht das Salsiccia-Thema gepasst, aber in München hätte man ja Weisswürste nehmen können.

04.06.2017 19:49:37
AlteFrau

Zufällig las ich erst Bruno Vareses zweiten Lago-Maggiore-Krimi (Intrigen am Lago Maggiore) vor diesem Band (Die Tote am Lago Maggiore). Deshalb machen viele Andeutungen das Vorleben von Matteo Basso betreffend auch schon Sinn.

Dieser erste Band gefällt mir ebenso gut wie der zweite.

Trotz einer angenehmen Leichtigkeit und trotz - oder vielleicht wegen - der ausführlichen Beschreibungen von Natur und Dörfern empfinde ich das Buch nicht als seicht oder spannungslos.

Gerade die Beschreibungen glänzen durch eine schöne und ausgesuchte Sprache und man kann sich mit Vergnügen an den Lago Maggiore und zu seinen Bewohnern entführen lassen. Der Spannungsbogen bleibt trotzdem gut erhalten.

Obwohl Matteo Basso schon sehr oft voreilig und unbedacht handelt und dabei natürlich die Polizei eher passiv oder dumm ausschauen lässt, wirkt er als Person sympathisch, humorvoll und mitfühlend. Dank seiner guten Intuition liegt er ja oft schon richtig - muss sich dann aber schon von der netten Kommissarin Nina Zanetti auch retten lassen!

In diesem Sinne ist das Buch vielleicht weniger geeignet für LeserInnen, die Action und bluttriefende Details mögen.

Nach der Lektüre beider Bände spricht meines Erachtens einiges dafür, dass der Autor den weiteren Ablauf gut geplant hat und ich freue mich deshalb darauf, weitere Geschichten von Matteo, Kommissarin Nina Zanetti und von den "schrägen Vögeln" Beppo, Luigi und Flavio lesen zu können.

30.05.2016 19:20:41
claudi-1963

Matteo Basso der seinen Beruf als Polizeipsychologe an den Nagel gehängt hat und jetzt die Macelleria (Fleischerei) seines Vaters in Cannobia am Lago Maggiore übernommen hat. Dort hilft im Gisella Tonetti z. B. beim Herstellen von Salsiccia einer besonderen ital. Wurstspezialität. Doch eines morgens kommt Gisella nicht zur Arbeit und als man später dann die Leiche einer toten Frau am See findet verdichtet es sich schnell das Gisella die Tote ist. Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber Matteo weiß das Gisella eine gute Schwimmerin war und er vermutet das sie ermordet wurde. Als er später auch noch einen Anruf von Gisella auf seiner Mailbox findet bestätigt das seinen Verdacht. Und so ermittelt er und muss noch nebenher in der Fleischerei arbeiten, wie gut das er Freunde hat die er im Notfall rufen kann. Immer mehr stellt er fest wie wenig er von Gisella gewußt hatte, nach dem er heraus findet das sie ein Restaurant eröffnen wollte. Der erste Verdächtige ist schnell gefunden, Franco Maldini für den Gisella ab und zu gearbeitet hatte. Aber da passiert ein Unfall bei einer Rallye und ausgerechnet Maldini ist das Opfer. Aber auch Kommissarin Zanetti glaubt inzwischen an keinen Unfall mehr und so ermitteln beide um den Mörder von Gisella zu finden. Und so wird dieses Suche Matteo Basso manchesmal an seinen Grenzen bringen.

Meine Meinung:
Wo mich die Leseprobe noch gut unterhielt, wurde dieser Krimi zusehends immer ruhiger und langweiliger. Klar hat er Autor schöne Beschreibungen von der Gegend um den Lago Maggiore und er wirft auch ordentlich mit vielen Ortsnamen um sich. Aber die große Spannung kam nur sehr spärlich auf und am Ende wurde es dann auch noch sehr verworen bis der Mörder entlarvt wird.
Manchmal hatte ich das Gefühl ich lese einen seichten Roman aber keinen Krimi, das fand ich sehr schade. Den es ist der zweite ital. Krimi der mich enttäuschte, dachte ich doch immer die Italiener hätten mehr drauf. Leider kam mir dann die Frage zu kurz warum er seinen Beruf aufgegeben hat, aber wahrscheinlich kommt das im nächsten Buch. Das Cover gefällt mir sehr gut, zeigt es doch einen Blich auf den Lago Maggiore. Ich hoffe das Matteo Basso´s nächsten Fall etwas mehr Spannung verspricht.
Von mir leider dieses Mal nur 3 von 5 Sternen.

26.04.2016 12:00:45
Michael Gerhards

Die Lektüre erfordert viel Geduld beim Leser. Ausgiebig sind die Landschaftsbeschreibungen des Sees wie auch des Innenlebens der Protagonisten Matteo Basso. Es werden einige falsche Fährten gelegt. Auf den letzten fünfzig Seiten kommt die Geschichte richtig in Fahrt: Gier und Korruption, Vergangenheit Roter Brigadisten, Geschwisterliebe und –fluch, Flüchtlingsdrama, verkannte Liebe zum Mordopfer und aufkeimende Liebe zur hübschen Kommissarin. Es wird alles aufgeklärt einschließlich vorher nicht erkannter Widersprüche. Mit einer Fortsetzung ist zu rechnen

05.04.2016 14:53:59
leseratte1310

Matteo Basso hat eine eigenwillige Laufbahn. Zunächst arbeitete er als Polizeipsychologe, nun führt er die elterliche Macelleria (Fleischerei) in Cannobio. Unterstützt wird er von Gisella. Hier möchte er die Ruhe genießen. Doch das geplante Oldtimer-Rennen verpricht alles andere als Ruhe. Gisella hat ihn überredet, seine Salsicca-Würste neben der Rennstrecke zu verkaufen. Er hat sich überreden lassen unter der Bedingung, dass ihm Gisella hilft. Doch sie erscheint nicht und schon bald wird auch bekannt warum. Sie wird tot aufgefunden. Die Polizei interessiert nicht, dass Giselle eine gute Schwimmerin war, es wird von einem Unfall ausgegangen. Doch Matteo sieht das anders. Er macht sich nochmal an die Klärung eines Falles.
Das italienische Flair kommt in diesem Buch sehr gut zur Geltung. Die Beschreibung der Gegend rund um den Lago Maggiore bringt einen direkt in Urlaubsstimmung.
Die Charaktere sind gut und authentisch geschildert. Matteo ist ein sympathischer Typ. Warum er seinen Job als Polizeipsychologe in Mailand aufgegeben hat, erfahren wir nicht. Er pflegt seine kleinen Marotten, wie das morgendliche Angeln. Das Rauchen und seinen fahrbaren Untersatz, seine Diva“, mag er nicht aufgeben. Auch Kommissarin Nina Zanetti gefällt mir gut, aber am tollsten finde ich Matteos alte Freunde, die immer zur Stelle sind, wenn man sie braucht. Beppo, Luigi und Flavio von der Autowerkstatt können auch Macelleria. Sie brachten viel Humor in die Geschichte. Trotzdem gibt es auch ernste Töne, den auch das aktuelle Flüchtlingsthema wird angeschnitten.
Es bleibt nicht bei dem einen Todesfall und trotzdem ist es ein eher ruhiger Krimi, bei dem die Ermittlungsarbeit im Vordergrund steht. Trotzdem ist die Geschichte spannend und immer neue Wendungen sorgen dafür, dass das so bleibt und sich zum Schluss sogar noch steigert.
Ein toller Krimi mit besonderer Atmosphäre.