Black Star Nairobi

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Transit, 2015, Seiten: 256, Übersetzt: Rainer Nitsche und Niko Fröba
  • New York: Melville, 2013, Titel: 'Black Start Nairobi', Originalsprache

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Jörg Kijanski
Actionreicher Plot mit feinen Untertönen und brachialer Gewalt

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2015

Kenia, 2007. Im Ngong-Wald werden in Ungnade gefallene Personen entsorgt, so auch die nahezu skelettierte Leiche, die Ishmael Fofona und Detective O dort vorfinden. Beide führen seit drei Jahren eine gemeinsame Detektei und da O nebenbei noch für den CID arbeitet, erhalten sie manchmal Aufträge, die eigentlich der Polizei vorbehalten sind. Einen Tag nach dem Leichenfund hat Nairobi ganz andere Probleme, denn eine Bombenexplosion erschüttert das renommierte Norfolk-Hotel. Zahlreiche Menschen sterben und Paul, Sprecher der US-Botschaft, wittert prompt Terroristen von al-Qaida oder al-Shabaab als Täter. Derweil glaubt Jason, Leiter des Afrika-Büros der CIA, nicht an diese Theorie und bittet Ishmael und O zu ermitteln. Doch deren Bemühungen bleiben nicht unbemerkt und so kommt es zu einer dramatischen Schießerei, bei der nicht nur die Bösen sterben und zu allem Überfluss der Drahtzieher des Anschlags entkommt. Die Spur führt die beiden Freunde über Mexiko nach Amerika, wo sie einer bedrohlichen Geheimorganisation auf die Spur kommen...

Verstörende Einblicke in verschiedene Welten

Ich-Erzähler Ishmael Fofona ist in Kenia geboren, aber in Amerika aufgewachsen und sein erster Fall ("Nairobi Heat") führte ihn in sein Geburtsland zurück, wo er O kennenlernte. Der vorliegende Band setzt also die Serie gelungen fort, wobei sich Ishmael einmal mehr als "der Amerikaner" äußerst missverstanden fühlt. Autor Mukoma wa Ngugi weiß wovon er schreibt, denn er wuchs in Kenia auf, studierte in Amerika und arbeitet als Literaturprofessor an der Cornell University. Sein Vater gilt, nebenbei bemerkt, als einer der wichtigsten Autoren Ostafrikas. Wer nun aber feingeistige Krimis erwartet liegt völlig falsch. Eher drängt sich schon ein Vergleich mit Quentin Tarantino auf (nein, natürlich nicht), zumindest was die Gewaltorgien betrifft. O und Ishmaels Freundin Muddy, die den Bürgerkrieg in Ruanda überlebte, wo sie sich vor ihrer Flucht nach Kenia dem Widerstand anschloss und etliche Menschen umbrachte, ziehen sich gerne Joints und noch mehr Tusker (Bier) rein. In brenzligen Situationen, von denen es hier nur so wimmelt, wird auch gerne erst mal geschossen und gemordet bevor Fragen gestellt werden. Ein reiner Selbstjustizthriller ist Black Star Nairobi dennoch nicht, denn er spiegelt einen ernsthaften Hintergrund: Ein Wanderer zwischen den Welten mit Einblicken in verstörende Zustände der Gesellschaften.

 

"Bevor ich Bulle wurde, wusste ich, dass schwarz, arm, Vorstadt bedeutete, Prügelknabe für alles zu sein, ohne dass sich jemand darum scherte. Nachdem ich Bulle geworden war, färbte diese miese Rassenpolitik auf mich ab, und einige aus meiner Familie beschimpften mich als Verräter. So viele Ermordete in Kenia ohne auch nur den Anschein eines Gerichtsverfahrens – das erinnert mich daran, was die Mittelklasse in Amerika, egal ob weiß oder schwarz, armen schwarzen jungen Männern an den Hals wünschte."

 

Realistische Polizeiarbeit ist Mukomas Sache indes nicht und auch sonst finden sich manche Spuren ein wenig zu einfach. Zudem gibt es zahlreiche Action-Sequenzen und im Ergebnis vor allem ein fulminantes Roadmovie. In Kenia geht die Präsidentenwahl denkbar knapp aus, nicht wenige vermuten Manipulationen, und so entsteht aus dem Nichts ein Bürgerkrieg, dem auch die Protagonisten dieser Geschichte nur mit Mühe entfliehen können. Ihr Weg führt sie von einem Drogen-Slum in Mexiko über eine illegale Grenze nach Amerika. Dort müssen sie feststellen, dass hier ähnliche Abgründe bestehen und Moral nicht überall zählt. So kommen sie einer Geheimorganisation auf die Spur, deren Ziele so hoch wie ihre Skrupel gering sind.

Black Star Nairobi hinterlässt aufgrund der überbordenden Gewaltexzesse einen zwiespältigen Eindruck. Doch die bedrückenden Einblicke in die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse Kenias (oder Mexikos oder...) entschädigen einiges. Action und Nachdenken werden hier gekonnt miteinander kombiniert.

Black Star Nairobi

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