Golanhöhen

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Dortmund: Grafit, 2015, Seiten: 412, Originalsprache

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Andreas Kurth
Kinder, Killer und ein sensibler Kommissar

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jul 2015

Der Todesfall, zu dem der Frankfurter Kommissar Gideon Richter und sein Team gerufen werden, wirkt auf den ersten Blick wie ein weiterer Suizid in einer sozial benachteiligten Siedlung. Eine junge Frau liegt tot vor einem Hochhaus am Ben-Gurion-Ring – im Volksmund nur die "Golanhöhen" genannt. Die Ermittler finden jedoch schnell durchaus ernst zu nehmende Hinweise, dass die Tote das Opfer einer Gewalttat ist. Parallel zu dem Mordfall am Ben-Gurion-Ring wird in einer Müllverbrennungsanlage eine im Abfall entsorgte Babyleiche gefunden. Gideon ist selbst erst seit kurzem Vater, ständig unausgeschlafen – und die Leichenfunde machen ihm mehr als gewohnt zu schaffen. Und weil seine Vorgesetzten ihn wegen der familiären Belastung für nicht mehr voll leistungsfähig halten, wird ihm ein Kollege vor die Nase gesetzt, den er nicht übermäßig schätzt. Und er bekommt eine Teilzeit-Kollegin ins Team – nicht gerade ideale Voraussetzungen, um den Fall der Toten vor den Golanhöhen aufzuklären.

Ein trostloses Viertel der Chancenlosen

Marc-Oliver Bischoff hat sich für den dritten Band seiner Trilogie einen tristen Ort als Schauplatz ausgesucht. Eine Wohnsiedlung am Ben-Gurion-Ring als Golanhöhen zu bezeichnen, kann vielerlei bedeuten. Umkämpftes Gebiet, eine Randzone, ein unsicheres Areal – da gibt es eine ganze Reihe von Auslegungsmöglichkeiten. Es handelt sich in jedem Fall um einen sozialen Brennpunkt im wohlhabenden Frankfurt am Main – und ist deshalb der ideale Ausgangspunkt für einen Kriminalroman. Eine hohe Kriminalitätsrate, ein dazu umgekehrt proportional niedriges Bildungsniveau, kaum Aussicht auf Ausbildungsplätze für die Jüngeren, hohe Arbeitslosigkeit bei den Älteren. Eine Spirale der Armut, wie man sie aus vergleichbaren Vierteln in vielen Städten kennt. Daher gibt es dort eine im Vergleich zu anderen Stadtvierteln überproportional hohe Selbstmordrate. Die Verlockung für die Polizei, den Fall der toten Frau einfach und arbeitssparend als Suizid in die Akte einzutragen, ist verständlicherweise hoch.

Viele Themen für einen durchschnittlich langen Roman

So weit, so gut. Aber der Autor verliert sich ein wenig in seinen Randthemen, macht zu viele Fässer auf. Gideon Richter bekommt zu hören, dass ein jüngerer Kollege leistungsfähiger sei, weil er als Single keinen Anhang habe. Auf der anderen Seite soll sich der geplagte Kommissar selbst als sozialer Teamplayer zeigen, und die Kollegin Annette Nick im Team aufnehmen, obwohl sie aus familiären Gründen nur in Teilzeit arbeiten will, und er für die Mordermittlung eine volle Kraft braucht. Hier geht es also auch noch um Strukturen der Arbeitswelt, Familienbilder, Probleme allein erziehender Mütter und mehr. Etwas viel für einen durchschnittlich langen Kriminalroman – und so wird dann einiges auch nur angedeutet. Die scheinbar unerklärlichen Blackouts von Richter, die er den Kollegen und seiner Frau verschweigt, sind dann nur noch ein zusätzlicher Aspekt, der vom eigentlichen Kriminalfall ablenkt, ohne ausreichend geklärt zu werden.

Überraschende Wendungen sorgen für gute Unterhaltung

Der Plot ist dennoch gut und lesenswert, der eher gemächlich beginnende Roman hat einen stetig ansteigenden Spannungsbogen. Bischoff bietet seinen Lesern einige überraschende Wendungen an, die für gute Unterhaltung sorgen. Der Schauplatz ist gut gewählt und lässt viel Raum für eigene Interpretationen. Und Gideon Richter ist ein Protagonist, an den man sich zunächst gewöhnen muss, der aber nicht zuletzt aufgrund seiner persönlichen Unzulänglichkeiten insgesamt sympathisch wirkt. Einige seiner persönlichen Probleme – auch aus der Vergangenheit – tragen zu Fortgang der Handlung enorm bei. Mehr darf hier aber aus dramaturgischen Gründen nicht verraten werden. Der Autor hat einen flüssig zu lesenden Schreibstil, und streut in angemessener Form einige humorvolle Elemente und Passagen ein. Ein wenig Luft nach oben wäre aus den geschilderten Gründen noch, aber Marc-Oliver Bischoff sorgt mit seinem Roman für solide und spannende Unterhaltung – ein lesenswertes Buch ist Golanhöhen auf jeden Fall.

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