Feindesland

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • München: Heyne, 2015, Seiten: 368, Übersetzt: Alexander Wagner

Couch-Wertung:

89°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
0 x 71°-80°
1 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:63
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":1,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Lars Schafft
Leaving New York never easy

Buch-Rezension von Lars Schafft Jun 2015

Kann es noch schlimmer kommen? Irgendwie hat New York 9/11 überstanden, doch der US-Amerikaner Adam Sternbergh lässt dem Big Apple keine Ruhe. Seiner Prosa nach liegt die Metropole in Schutt und Asche und mitten drin Müllmann "Spademan". Den meisten Bewohnern hilft nur die Flucht in die Virutal Reality, die "Limnosphäre". Sie lassen sich verkabeln und von Krankenschwestern versorgen, um ungestört dort ihre Fantasien auszuleben. Genau dort kommt Sternbergh im zweiten Spademan-Thriller auf den Punkt: Kann jemand, der in der virtuellen Welt getötet wird, auch im echten Leben sterben? Und: Muss ausgerechnet der Mörder eine Burka tragen? Das sind die Key Facts, um die es in Feindesland geht.

Es kann nicht schaden, Sternberghs Erstling Spademan gelesen zu haben, um sich in die krasse Atmosphäre dieser Gedankenwelt einhüllen zu lassen. So wie der Autor New York beschreibt, fällt es schwer, glitzernde Hochhäuser, Konzerntower und Lounge-Bars mit dieser schillernden Weltmetropole in Verbindung zu bringen. Manhattan ist tot, ein Bürgermeisterwahlkampf steht vor der Tür – es geht um nichts anderes als die individuelle Sicherheit – und ausgerechnet Auftragskiller Spademan soll in dieser Situation für Aufklärung sorgen.

Typisch für einen Roman Noir - oder amerikanischer Schule: eben Hard-Boiled - gerät Spademan dabei zwischen alle Fronten. Ebenfalls genre-typisch: Mehr und mehr wird er zu dem moralischen Helden, den Dashiel Hammett und Raymond Chandler bereits vor Jahrzehnten erfunden haben, und tut auf der einen Seite das, was er tun muss, und hadert gleichzeitig mit sich selbst und seinen Empathien - insbesondere für seine Freunde und das junge Mädchen, das er in Spademan gerettet hat.

Sprachlich ist Sternbergh ein Virtuose, was durchaus Barrieren beinhaltet. Er schreibt in kurzen, staccatohaften Sätzen und die wörtliche Rede hat keine Anführungszeichen. Die Spademan-Reihe kann - das Ende macht klar, sie wird weitergehen - etwas ganz besonderes in der derzeitigen Krimilandschaft werden, da sie erzählerische Traditionen aufgreift und in eine neue Umgebung setzt, die fremd, aber gar nicht unrealistisch scheint. Feindesland ist nicht nur ein Ausblick auf den schlimmsten Albtraum Amerikas, sondern gleichzeitig ein Einblick in dessen tief erschütterte Verfassung. Und dies kombiniert mit einem spannenden Plot und kerniger Schreibe macht die zwei Spademan-Romane zu dem Innovatisten, was es derzeit in der Krimiszene gibt.

Feindesland

Feindesland

Deine Meinung zu »Feindesland«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
31.12.2015 14:41:26
oldman

Mit Science Fiction konnte ich noch nie etwas anfangen. Aber dies ist eine klassischer hard boiled-Thriller, der zufällig in der nahen Zukunft angesiedelt ist mit einer " Limnosphäre " , einem Traumland , das der Autor erfunden hat und als eine der Grundlagen für die Handlung nutzt. Sprachlich ist das Buch ganz weit vorne, die kurzen und präzisen Sätze muß man aber mögen. Lakonisch wie die Altmeister Chandler und Hammet wird eine spannende Story erzählt, die mich trotz der SciFi-Grundlage gefesselt hat. Den ersten Teil der Serie habe ich nicht gelesen, das werde ich nachholen. Für Freunde der nicht zu psychologischen härteren Krimikost kann ich dieses Buch empfehlen.