Der zweite Sohn

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Norstedt, 2014, Titel: 'Den andre sonen', Originalsprache
  • Berlin: Osterwold, 2015, Übersetzt: Vera Teltz, Bemerkung: ungekürzte Ausgabe

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Andreas Kurth
Brutales Ringen um ein Drogenkartell

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jun 2015

Hector Guzman liegt nach wie vor im Koma - an einem sicheren Ort und gut bewacht. Sein kriminelles Imperium wird unterdessen von mächtigen Konkurrenten attackiert. Die Krankenschwester Sophie Brinkmann, die im ersten Band der Trilogie in die Machenschaften ihres Freundes hinein gezogen wurde, wird jetzt von seinen Mitarbeitern mehr oder weniger gezwungen, die Fassade aufrecht zu erhalten. Sie hat praktisch keine Chance, sich aus dem immer enger werdenden Wirrwarr aus Verrat, Lügen und tödlicher Gewalt zu lösen.

Aber nicht nur die Konkurrenz, auch die Polizei ist Hector und seiner Organisation auf der Spur. Sophie Brinkmann versucht mit besten Kräften, nach tragfähigen Lösungen zu suchen, aber dann werden ein illegitimer Sohn von Hector und nahezu zeitgleich ihr eigener Sohn entführt. Bei den komplizierten Austausch-Prozeduren muss sie sich wider Willen auf die Spielregeln ihrer Gegner einlassen. Mehr als einmal stellt sich Sophie die Frage, wie weit sie dabei gehen darf, ohne die Kontrolle zu verlieren oder eine Grenze zu überschreiten, hinter die es kein Zurück mehr gibt. Völlig unübersichtlich wird es allerdings, als Hector aus dem Koma aufwacht.

Ein gut lesbarer und sehr unterhaltsamer Thriller

Alexander Söderberg ist sich beim zweiten Band seiner Trilogie um Sophie Brinkmann als Autor treu geblieben. Auch dieser Band ist bereits wie eine passende Drehbuch-Vorlage verfasst. Schnelle Umschnitte, rapide Orts- und Perspektiven-Wechsel, äußerst kurze Dialoge - Söderberg hat sein Handwerkszeug als Drehbuchautor offensichtlich gelernt.

Das wirkt zuweilen durchaus etwas verwirrend, aber ich habe damit überhaupt kein Problem, denn das macht diesen Thriller am Ende spannend, gut lesbar und sehr unterhaltsam. Die kurzen Handlungsabschnitte - von Kapiteln kann man kaum sprechen - sorgen schließlich dafür, dass der Spannungsbogen enorm hoch bleibt. Mancher Leser mag sich vielleicht daran stören, dass die Romane offenbar bereits auf eine Verfilmung ausgerichtet sind, aber darin sehe ich nun wirklich keinen Makel.

Protagonistin wird in einem Loyalitätskonflikt förmlich zerrissen

Söderberg bietet ein enorm großes Personaltableau auf, und vor allem für Leser, die den ersten Roman der Trilogie nicht kennen, kann das zuweilen irritierend sein. Hier wäre eine Personenverzeichnis am Ende des Buches eine wirklich gute Idee gewesen. Natürlich wäre es noch hilfreicher, zuerst Unbescholten zu lesen. Das würde das Verständnis ungemein erleichtern, aber es ist in meinen Augen nicht zwingen, Der andere Sohn ist auch so durchaus verständlich und die Geschichte nachvollziehbar.

Gut ist dagegen, dass nicht alle Protagonisten, unabhängig von ihrer Bedeutung, sofort einzuordnen sind. Dazu trägt die Rasanz des Plots einen großen Teil bei. Aber auch die Personen selbst sind teilweise undurchsichtig - bis ihre Rolle in der Geschichte verdeutlicht wird. Das gilt selbst für Sophie Brinkmann, die immens mit sich um eine klare Haltung ringt, und zuweilen den Leser mit unerwarteten Schritten überrascht. Sie wird vor allem in einem Loyalitätskonflikt förmlich zerrissen. Aber am Ende ist ihr das Schicksal ihres Sohnes wichtiger als alles andere - was wenig überraschend ist. Eine liebende Mutter kann wohl kaum eine andere Entscheidung treffen.

Sophie muss sich in einer Welt von Machos behaupten

Die Mitarbeiter von Hector Guzman, seine Konkurrenten in Deutschland und Kolumbien, und schließlich Hector selbst - sie alle verfolgen ihre ganz eigenen Ziele. Und machen es Sophie damit nicht leicht, ihren persönlichen Weg zu finden. Die Trilogie um diese ehemalige Krankenschwester herum aufzubauen, ist ein ziemlich ungewöhnliches Vorgehen. Nicht nur, dass sie sich in einer Welt von Machos behaupten muss, sondern vor allem ihre innere Zerrissenheit geben dem Leser viel Stoff zum Mitfiebern und Nachdenken.

Es ist kaum verwunderlich, dass Söderberg einige Handlungsfäden im Finale auflöst, aber dennoch mit einem offenen Ende den Leser bereits auf den dritten Band seiner geplanten Trilogie hinlenkt. Der dürfte ähnlich rasant werden - und bereits nach der Lektüre des zweiten Romans gibt es genug Fragen, die man als Leser noch beantwortet haben möchte. Man darf also einige Monate gespannt sein.

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