Keine Zeit für Gnade

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • München: Knaur, 2016, Seiten: 352, Übersetzt: Marie-Luise Bezzenberger
  • New York: William Morrow, 2014, Titel: 'Sometimes the Wolf', Originalsprache

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Andreas Kurth
Wenn der Sheriff höchstpersönlich dealt

Buch-Rezension von Andreas Kurth Mai 2015

Als der frühere Sheriff Patrick Drake nach zwölfjähriger Haft entlassen wird, holt ihn sein Sohn Bobby am Gefängnis ab, der inzwischen den früheren Job seines Vaters übernommen hat. Patrick hat gesessen, weil er beim Schmuggeln von Drogen erwischt wurde. Die beiden haben seit jeher ein angespanntes Verhältnis, und im Knast ist Vater Drake nicht gerade einsichtiger geworden. Kaum in Freiheit, wird Patrick überwacht und verfolgt. Denn verschiedene Behörden gehen davon aus, dass er noch rund 200.000 Dollar aus seinen Drogen-Geschäften versteckt hat.

Insbesondere DEA-Agent Frank Driscoll sitzt dem Ex-Sträfling im Nacken - aber auch zwei ehemalige Knast-Kumpel von Patrick. Es gibt Morde und Entführungen - und reichlich Verwirrung, bis zum überraschenden Ende.

Tief gehendes Misstrauen zwischen den Familienmitgliedern

Urban Waite hat mit Keine Zeit für Gnade seinen dritten Kriminalroman vorgelegt. Schreckensbleich und Wüste der Toten wurden von KC-Lesern und Rezensenten mit guten bis sehr guten Beurteilungen aufgenommen. Und auch das neue Buch hat es in sich. Waite pflegt einen als sparsam zu charakterisierenden Erzählstil, aber zuweilen geht es auch richtig zur Sache. Grausame Morde werden geschildert, ohne dass der Autor sich zu sehr in Einzelheiten verliert. Das gilt auch für die Gedanken und Emotionen der einzelnen Figuren zu Wort, deren Innenleben nicht gerade überbordend geschildert wird.

Dennoch gibt es für den Leser genug Einblicke in die Situation. So bei Bobby und seiner Frau Sheri, die ihre ganz eigenen Probleme und Sorgen haben. Dass nun Patrick aus dem Gefängnis entlassen wird, macht die Lage für beide extrem nun kompliziert, denn Bobbys Vater bringt neue Schwierigkeiten mit sich. Das tief gehende Misstrauen zwischen den Familienmitgliedern ist förmlich mit Händen zu greifen. Dieses Misstrauen resultiert vor allem aus Bobbys real begründeten Befürchtungen, sein Vater könne nach wie vor in illegale Geschäfte verstrickt sein.

Gefährliche Spekulationen um den Verbleib von viel Geld

Wichtigster Gegenspieler von Patrick Drake ist der DEA-Agent Frank Driscoll. Er ist überaus misstrauisch, und ahnt vor allem, dass der ältere Drake etwas zu verbergen hat. Bei seinem Versuch, sich mit Bobby - so unter Kollegen - zu verbünden, macht er allerdings alte Konflikte nur noch schlimmer.

Da Driscoll vor allem auf seine Vermutungen angewiesen ist, ahnt er nicht, wie gefährlich seine Spekulationen in einer Gegend sind, in der mehr Leute unter einer Decke stecken, als er auch nur ahnt. Und da es hier auch um viel Geld geht, ist die Gier einiger Protagonisten ein ziemlich schlechter Ratgeber.

Urban Waite nutzt hier viele Perspektiven, zeigt unterschiedliche Verbindungen zwischen seinen Figuren auf. Die vielen Querverbindungen und Vermischungen machen die Handlung rasant und abwechslungsreich, und auch ein wenig unübersichtlich - was allerdings die Spannung noch erhöht.

Interessante Protagonisten in einem wirklich guten Plot

Neben der Story über die Hatz nach dem Drogengeld erzählt Urban Waite noch eine weitere Geschichte. Nach vielen Jahren hat sich mal wieder ein Wolf in die Gegend verirrt. Ellie, eine junge Jagdaufseherin, will den Wolf mit einem Sender markieren - und ihn vor allem schützen. Die Bürger der Region wollen das Raubtier lieber töten, denn der Wolf greift immer wieder ihre Nutztiere an. Auch hier geht es um Verantwortung und Vertrauen, und diese interessante Nebengeschichte ist Waite wirklich gut gelungen.

Die Jagd überlagert teilweise die übrige Handlung, allerdings ohne das es störend wirkt. Urban Waite hat hier interessante Protagonisten ins Rennen geschickt, einen richtig guten Plot komponiert, und mit seinem teilweise lakonisch zu nennenden Schreibstil gut erzählt. Das Ende ist ziemlich brutal, teilweise melancholisch - und vor allem mit einigen Überraschungen gespickt. Ein faszinierendes Buch, kurz genug, um an einem Tag verschlungen zu werden. Aber man kann den Genuss auch über ein Wochenende ausdehnen - was angesichts der Spannung allerdings schon schwer fällt. Ein Autor mit viel Potenzial, den man im Auge behalten sollte.

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